von unserer Mitarbeiterin Carmen Schwind

Heiligenstadt — In die Wasserversorgung der Marktgemeinde Heiligenstadt kommt Bewegung, denn der Marktgemeinderat hat jetzt einstimmig beschlossen, dass die erste Phase zur Optimierung und Sanierung umgesetzt werden kann.
Hierfür wird eine Bausumme von 2,91 Millionen Euro für die Jahre 2015 bis 2020 veranschlagt. Dazu muss die Verwaltung eine Verbesserungsbei-tragskalkulation ausarbeiten und die Beiträge in ihre Finanzplanung aufnehmen.


"Es gibt noch Schwachpunkte"

Bürgermeister Helmut Krämer (Einigkeit) erklärte in diesem Zusammenhang, dass in den zurückliegenden zehn Jahren bereits erheblich investiert worden sei.
Beispielsweise sind demnach fünf Tiefbrunnen ausgebaut, sowie Brunnen VI und Zubringerleitungen wie zum Volkmannsreuther Berg neu gebaut worden. "Wir wissen, dass es noch Schwachpunkte gibt", räumte der Bürgermeister allerdings ebenso ein. Er bezog sich in diesem Zusammenhang auf schlechte Druckverhältnisse oder die Speicherung von Löschwasser. Wolfgang Fuchs vom Ingenieurbüro Miller präsentierte eine überarbeitete Studie.
Deren Ziel ist es, für Heiligenstadt in Zukunft Wasser in ausreichender Menge und von einwandfreier Beschaffenheit jederzeit in ausreichendem Druck zur Verfügung zu stellen. Durch die bisherigen Maßnahmen sei zumindest der Wasserverlust auf 13 Prozent reduziert worden. Allerdings liegt die Norm bei zehn Prozent. Auch die Beschaffenheit von Leitungen und Wasserbehältern sei überaltert. Auf der anderen fehlten Luftfilter in manchen Hochbehältern. Deshalb empfiehlt die Studie, die Wasserversorgung in vier Phasen zu verbessern, wobei acht Druckzonen auf vier zusammengefasst werden.
"Druckzone eins" umfasst Heiligenstadt, Traindorf, Neumühle und Reckendorf. In Phase eins werden hier das Druckerhöhungspumpwerk (DPW) Helmut-Schatzler-Straße saniert, ein neues DPW für Neudorf, Stücht und Ziegelhütte errichtet und ein Hochbehälter im Bereich des Pavillons gebaut. Insgesamt fallen für diese erste Phase und drei weitere in den nächsten 20 Jahren Kosten in Höhe von 10,74 Millionen Euro an.
Bürgermeister Krämer fragte Wolfgang Fuchs, was mit der abseits gelegenen Quelle Herzogenreuth geplant sei. Der Ingenieur antwortete, dass diese erst einmal nicht berücksichtigt werde, da sie eben abseits liege und mit Pflanzenschutzmitteln belastet sei. Gemeinderätin Anke Kraasz (BN) wollte wissen, ob zukünftige Klimaveränderungen berücksichtigt worden seien. Wolfgang Fuchs mahnte, das Ganze nicht über überzudimensionieren.
Man wisse ja doch nicht, was die Zukunft bringe. Notfalls gäbe es aber Möglichkeiten zur Erweiterung. Man könne aber auch über Verbrauchermaßnahmen nachdenken oder sich an das Fernwasser anschließen. Dies nahm Gemeinderat Peter Landendörfer (WG) zum Anlass für die Frage, ob sich die Maßnahmen überhaupt rentieren würden oder ob man sich gleich ans Fernwasser anschließen sollte.


Schlüssiges Konzept

Fuchs zeigte auf, dass Fernwasser nicht günstiger sei, da auch hier Investitionen getätigt werden müssten.
Bürgermeister Krämer fasste nach weiteren Diskussionen abschließend zusammen, dass ihm das vorgestellte Konzept gefalle, da es in sich schlüssig sei. Ob das Gebiet um die Herzogenreuther Quelle Wasserschutzgebiet bleiben werde, müsse noch mit verschiedenen Behörden geklärt werden.