Vor etwa zwei Jahren hatte die Gemeinde Kirchehrenbach das Nebengebäude der ehemaligen Baufirma Knörlein gekauft, das unmittelbar an die Freifläche der Kindertagesstätte angrenzt. Damals in der Absicht, den einstöckigen sanierungsbedürftigen Flachbau, in dem sich sogar ein Schwimmbad befindet, für Lagerzwecke des Kindergartens nutzen zu können. Nun soll daraus eine provisorische Mehrgenerationentagesstätte werden, die befristet auf drei Jahre vom Caritasverband Bamberg-Forchheim betrieben wird.

Allerdings sind für diese befristete Umnutzung Umbau- und Sanierungsmaßnahmen erforderlich, für deren Ermittlung die Gemeinde die Planwerkstatt Pasemann + Schierlein mit der Bauplanung beauftragt hat. So soll ein barrierefreier Zugang ins Gebäude selbst geschaffen werden, weiterhin ein barrierefreies WC und eine Durchreiche von der noch zu entstehenden Teeküche in den geplanten Gemeinschaftsraum.

Die Umbaukosten werden in der nun vorgelegten Planung mit 99 350 Euro beziffert, wenn man die Arbeiten öffentlich ausschreibt. Johannes Schnitzerlein ( CSU ) rechnete während der Gemeinderatssitzung jedoch nur mit Materialkosten von 30 000 bis 40 000 Euro, weil die meisten Arbeiten die Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs selbst erledigen können. Nicht nur die Barrierefreiheit und den Trockenbau, auch die Malerarbeiten.

Schnitzerlein räumte zwar ein, dass die Bauhofstunden auch etwas kosten, betonte aber, dass der Bauhof in dem Gebäude ja schon viel gemacht habe. Ziel sei eine Fertigstellung der Mehrgenerationentagesstätte, die dann von allen Bürgern der Verwaltungsgemeinschaft Kirchehrenbach-Weilersbach-Leutenbach genutzt werden könne, spätestens zum 1. Januar 2022. Sie soll dann nicht nur als Treffpunkt für Senioren dienen, sondern könnte auch von der Kindertagesstätte mit genutzt werden. Denn dort kann coronabedingt der Turnraum derzeit nicht genutzt werden, weil die Abstände nicht eingehalten werden können. Ein Aspekt für Bürgermeisterin Anja Gebhardt ( SPD ), diesem Projekt positiv gegenüberzustehen.

Gemeinde nur Vermieterin

Auf die Frage aus dem Rat, was die Caritas denn als Miete bezahlt, um die Investitionskosten einigermaßen wieder hereinzubringen, antwortete die Rathauschefin, dass dies erst noch verhandelt werden müsse. Für die Einrichtung würde jedoch die Caritas sorgen, die Gemeinde sei dann nur Vermieter des Gebäudes, hieß es. Außerdem seien Mietverträge dann in nichtöffentlicher Sitzung zu behandeln.

Um diese Mehrgenerationentagesstätte vom Landratsamt überhaupt genehmigt zu bekommen, müssen Befreiungen nach dem Baugesetzbuch hinsichtlich der Vorschriften der Arbeitsstättenrichtlinie und des Gebäudeenergiegesetzes beantragt werden.

Begründung für diese Befreiungen ist es, dass die Nutzungsdauer der geplanten Tagesstätte maximal auf drei Jahre begrenzt wird. Fraglich ist aber auch der Brandschutz , wie sich während der Sitzung herausstellte. Nach Meinung von Schnitzerlein würden im Bereich des ehemaligen Schwimmbads dazu aber Brandmelder zum Stückpreis von 50 Euro ausreichend sein, da das Gebäude ebenerdig ist.

Verwaltungsrat Klemens Denzler empfahl den Rätinnen und Räten außerdem zu prüfen, ob für eine zeitlich befristete Nutzung ein derart hoher Finanzaufwand zu rechtfertigen sei.

Der Beschluss fiel dennoch einstimmig aus. Das gemeindliche Einvernehmen zum Bauantrag mit den Befreiungen wurde erteilt. Nun liegt es an der Baubehörde im Landratsamt, ob sie diesem Vorhaben auch zustimmt.

Ja zu Montagehalle

Im Rahmen des Genehmigungsfreistellungsverfahrens wurde auch der beantragte Neubau einer etwa 30 mal 15 Meter großen eingeschossigen Montagehalle mit Werkstatt, Büro- und Lagerräumen und zehn Stellplätzen im Baugebiet „Im Langen Graben“ befürwortet. Der Büro- und Lagerbereich ist zweigeschossig geplant.

Ebenfalls zugestimmt wurde der Umnutzung des ehemaligen Kinderwohnheims in der Sportplatzstraße in ein Einfamilienwohnhaus mit zwei Einliegerwohnungen und dem Umbau des Nebengebäudes zu Wohnzwecken mit dem Hinweis, dass im Umkreis Sport-, Kultur- und Freizeitveranstaltungen stattfinden.

Auch in diesem Jahr werden wegen coronabedingter Ausfälle der TSV Germania Kirchehrenbach und der Rad- und Motorsportverein Concordia Kirchehrenbach mit der doppelten Sportvereinsförderung bedacht. Der TSV erhält rund 6505 Euro aus der Gemeindekasse und der Rad- und Motorsportverein rund 1482 Euro.

Wie die Bürgermeisterin informierte, hat das Landratsamt mitgeteilt, dass die Errichtung eines Wohnmobilstellplatzes am Fuße des Walberla baurechtlich am einfachsten zu genehmigen wäre, wenn die Gemeinde die Verkehrslast übernehme. Allerdings müssten im Gebiet „Natura 2000“ noch naturschutzrechtliche Fragen geklärt werden.

Nach Ratschlag von Ingenieur Alexander Dürrschmidt sollte die Gemeinde in die Sanierung ihres Wasserleitungsnetzes jährlich 200 000 bis 250 000 Euro investieren.