Ein neues Gesicht im Weisendorfer Marktgemeinderat und in der CSU-Fraktion: In der jüngsten Gemeinderatssitzung nahm Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) die Vereidigung des 47-jährigen Reinhard Mayer aus Reuth vor. Sie war notwendig geworden, weil Oliver Brehm bei der konstituierenden Sitzung vor einer Woche aus beruflichen Gründen sein Mandat niederlegte. Reinhard Mayer ist Experte rund um das Thema Land- und Forstwirtschaft und ist auch im Vorstand des CSU-Ortsverbandes.

Auf der Tagesordnung standen außerdem die Bestellung der Mitglieder und deren Stellvertreter für die Arbeitskreise, da sich die Zusammensetzung wegen des Ausscheidens von Oliver Brehm änderte. Sowie der Bebauungsplan mit integriertem landschaftsplanerischen Fachbeitrag "Erweiterung Am Landweihergraben" mit frühzeitiger Beteiligung der Öffentlichkeit sowie Behörden und Träger öffentlicher Belange?

Im September hatte der Rat gegen die Stimmen der Grünen beschlossen, die einseitige Bebauung entlang der Schlesierstraße zu schließen. Vorgespräche mit dem Landratsamt haben ergeben, dass für eine geordnete städtebauliche Planung die Aufstellung eines Bebauungsplanes erforderlich ist. Vorgesehen ist, das Plangebiet aus der Teilfläche mit knapp 3 000 Quadratmetern in drei Baugrundstücke zu teilen.

Geplant ist die Festsetzung als allgemeines Wohngebiet, um die vorhandene städtebauliche Struktur der größeren Einzelhäuser fortzusetzen sowie eine stärkere Verdichtung mit zweigeschossigen Gebäuden zu ermöglichen. Die Vorgaben des Bebauungsplanes führten jetzt zu einer Diskussion, die Planer Matthias Rühl und Bürgermeister Heinrich Süß zu entkräften versuchten.

Hinweise der Regierung von Mittelfranken, des Landratsamtes sowie des Wasserwirtschaftsamtes wurden besprochen oder zur Kenntnis genommen. Aus der Öffentlichkeit ging eine Stellungnahme von zwölf Bürgern ein, die einige Fragen nicht oder nur unzureichend beantwortet sahen. So überschreite der Planungsentwurf die Festsetzungen des angrenzenden Baugebietes erheblich. So sind zweigeschossige Gebäude mit einer anderen Dachneigung zulässig und die Wandhöhe wird nicht beschränkt. Auch seien die Baugrenzen zu großzügig gezogen und Bauten mit zwei Vollgeschossen werden als "Fremdkörper" wahrgenommen.

Der Planer versuchte, die Kritik anhand des aktuellen Baugesetzbuches zu entkräften, was zu einer teils emotionalen Diskussion führte bei der Ernst Rappold (Grüne) von einer "Wünsch dir was"-Planung sprach, insbesondere wegen eines großen Grundstückes. Schließlich einigte sich das Gremium mit 11 gegen 9 Stimmen auf zwei Wohneinheiten je Wohngebäude. Einer Dachneigung von 42 bis 48 Grad, der Bebauung von I+D mit einem Kniestock bis 0,75 Meter und dem Abwägungsvorschlag wurde dann mit 12 gegen 5 Stimmen zugestimmt. Beides wurde von der Fraktion der Grünen abgelehnt. Nach Diskussion wurde mit 17 gegen 3 Stimmen beschlossen, nach Einarbeitung der Beschlussergebnisse das Bebauungsplanverfahren fortzuführen und erneut öffentlich auszulegen.