Es sind schwierige Zeiten für Kulturschaffende. Das merkte man während der Hauptveranstaltung der vierten "Balthasar-Neumann-Musiktage" am Samstagabend bei der Marienvesper des grandiosen Komponisten Claudio Monteverdi (1567-1643) in der etwas kühlen Basilika "Zur Heiligen Dreifaltigkeit" die wegen der Corona-Abstandsregeln nur mit 100 Konzertgästen besetzt war.

Zusammen mit der organisatorischen Leiterin Claudia Schwamm vom Orchester "La Banda" hatte Forchheims Kulturreferent Anton Eckert aber den unerschütterlichen Glauben gehabt, dass die beliebte Konzertreihe auch in Zeiten der Corona-Pandemie stattfinden könne.

Wo sonst 500 bis 600 Konzertgäste keine Seltenheit waren, war das Kartenkontingent diesmal im Vorverkauf schnell vergriffen. Man hätte wesentlich mehr Karten verkaufen können - wäre nicht Corona. Die Nachfrage war riesig.

Finanzielle Unterstützung

Ohne Sponsoren wären die Balthasar-Neumann-Musiktage mit überregionaler Bedeutung nicht möglich gewesen. Das Projekt ist eine Kooperation unter der verantwortlichen Trägerschaft des "Kuratoriums zur Förderung von Kunst und Kultur im Forchheimer Land". Kooperative Partner sind der Landkreis Forchheim, der Markt Gößweinstein, die Sparkasse Forchheim und die VHS Forchheim. Eckert bedankte sich ausdrücklich für das Engagement zahlreicher Sponsoren und insbesondere bei der Oberfrankenstiftung für die Zusage erheblicher finanzieller Mittel. Sein besonderer Dank galt auch Pater Ludwig Mazur und dem Basilikaorganisten Georg Schäffner, die das Projekt mit ihrer ganzen Kraft unterstützten.

In internationaler Besetzung

Den Auftakt der dreitägigen Musiktage gestalteten die Musiker des "Trompetenspektakels" mit Werken für sechs Trompeten, Posaune, Pauken und Orgel. Das international besetzte Ensemble musiziert auf historischem Instrumentarium und präsentierte abwechslungsreiche Musik des 17. und 18. Jahrhunderts.

Das Ensemble "Hortulus Conclusus" bot Andächtiges und Wundersames aus dem Leben des Renaissancekomponisten Erasmus Widmann (1572-1634).

Das Hauptkonzert am Samstag wurde vom Kammerchor am Würzburger Dom und von sieben namhaften Gesangssolisten und dem renommierten Orchester "La Banda" unter der Gesamtleitung des Würzburger Domkapellmeisters Christian Schmid dargeboten. Die 1610 veröffentlichte "Marienvesper" ist das bedeutendste Sakralwerk des italienischen Komponisten Claudio Monteverdi; es zählt zu den bedeutendsten Werken geistlicher Musik in Europa. Gewidmet hatte Monteverdi die Marienvesper dem damaligen Papst Paul V. als Teil einer in acht Stimmbüchern gedruckten Sammlung.

Tiefe Gefühle

Eine musikalische Liebeslyrik in heiligem Kirchenraum, die von menschlichen Gefühlen, Liebe und Leid, abgrundtiefer Trauer und erregter Wut kündet. Grandios vorgetragen von den Sängerinnen und Sängern des Würzburger Kammerchors und den Solisten Maria Bernius, Franziska Bobe, Matthias Lucht, Daniel Schreiber, Christian Rathgeber, Thomas Scharr und Felix Rathgeber sowie instrumental klangvoll und klassisch untermalt von den Musikerinnen und Musikern von "La Banda" mit ihren historischen Instrumenten wie dem Dulzian, einem alten Holzblasinstrument mit doppelten Rohrblatt.

Perfektes Ambiente

Das Kirchenschiff der Basilika ist als Konzertsaal geradezu geschaffen für diese Musik. Nicht nur optisch, sondern vor allem wegen des Klangs der Stimmen und Instrumente. Die nur 100 Konzertgäste erlebten ein einmaliges Konzert und waren vollauf begeistert.

Den Abschluss der "Balthasar-Neumann-Musiktage" bildete Claudio Casciolinis "Missa brevis in F-Dur" für Soli, Trompete und Orgel während der sonntäglichen Eucharistiefeier unter der Leitung von Georg Schäffner.