von unserem Mitarbeiter 
Stephan Herbert Fuchs

Bayreuth — Wer Fahrdienste im Zusammenhang mit einem Drogengeschäft leistet, macht sich strafbar. Diese leidvolle Erfahrung musste eine junge Frau aus der Fränkischen Schweiz machen. Vor dem Amtsgericht in Bayreuth wurde sie wegen Beihilfe zum Drogenhandel zu einer Geldstrafe von 200 Euro (20 Tagessätze zu je zehn Euro) verurteilt. Die Strafe blieb deshalb am untersten Rand, weil die arbeitslose Angeklagte praktisch über keinerlei Einkommen verfügt.
Sie habe aus Liebe gehandelt, sagte sie. Ihrem damaligen Freund, einem 27-jährigen Gebäudereiniger aus Bayreuth, sei sie sogar hörig gewesen. Deshalb hatte dieser leichtes Spiel, als er die Angeklagte im vergangenen Jahr bat, ihn zu seinen Abnehmern von Crystal Speed nach Bayreuth zu fahren.
Zwei Dinge galt es vor Gericht zu klären: Wie oft hat die Angeklagte ihren damaligen Freund gefahren und wann genau. Hintergrund: Die Frau gab an, lediglich ein einziges Mal gewusst zu haben, um was es geht. Mehr konnte ihr das Gericht auch nicht nachweisen. Und dieses eine Mal war, so stellte sich später heraus, nach dem 21. Geburtstag der Frau. Deshalb konnte sie auch nicht mehr nach Jugendstrafrecht, sondern musste nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden. Ansonsten wäre sie vielleicht mit einigen Arbeitsstunden davongekommen.
Ursprünglich waren fünf Einzelfälle angeklagt, doch der Dealer behauptete steif und fest , dass er der Angeklagten nur ein einziges Mal gesagt habe, was er da so mache. "Ich wollte sie da nicht mit reinziehen", sagte er.
Eine Geldstrafe von 450 Euro forderte die Staatsanwältin. Die Angeklagte habe gewusst, was Sache ist, und die werde dadurch nicht besser, dass die junge Frau ihrem Freund hörig gewesen sei.
Richter Alois Meixner vertrat zwar die gleiche Ansicht, fällte dann aber ein deutlich milderes Urteil. Gründe dafür sind, dass die Frau kein eigenes Einkommen hat und bei ihrer Mutter lebt, dass nur eine Kleinstmenge nachzuweisen war und sie die eine Drogenfahrt offen eingeräumt hatte. "Blindheit vor Liebe war noch nie ein guter Ratgeber", gab der Richter der Angeklagten noch mit auf den Weg.