Der Stadtrat Rödental hat bei seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich die Einführung einer Baumschutzsatzung abgelehnt. Es gab nur fünf Befürworter, vorwiegend aus den Reihen von Bündnis 90/Die Grünen, die den Antrag stellten.

Teils emotional verteidigte Ulrich Leicht den schon einmal im Mai 2020 gestellten Antrag, wobei er darauf verwies, dass bisher keine Einwände aus der Bevölkerung kamen. Jürgen Faber untermalte das Ansinnen durch Lichtbilder, die zeigten, dass gesunde Bäume gefällt wurden. "So kann das doch nicht sein", meinte er.

Anders sahen es eine Reihe von Stadträten, so Gerd Mücke (CSU), der eine Menge an Ärger auf die Stadt zukommen sah. Er forderte die Antragsteller zur Vertagung ihres Antrages auf, um vorher die Bürger einzubinden. Ins gleiche Horn bliesen Elmar Palauneck (CSU) und Wolfgang Hacker (CSU), die auf eine noch einzuholende Stellungnahme der Bürger verwiesen. Auch Herbert Krug (SPD) begründete seine ablehnende Haltung mit dem Arbeitsaufwand, der auf die Verwaltung zukommt. Für Hans-Joachim Lieb (FW) sei die Stadt ohnehin grün und eine blühende Landschaft werde mit Regularien versehen. Hier sollte mehr auf die Vernunft der Bürger gebaut werden.

Die Baumschutzsatzung hätte unter anderem vorgesehen, dass Bäume von mindestens 80 Zentimetern Stammumfang zu geschützten Landschaftsbestandteilen erklärt werden, wobei der Stammumfang in einer Höhe von einem Meter zu messen wäre. Die Satzung würde nicht für Obstbäume und für den Wald gelten. Verboten werden sollte, geschützte Bäume und Hecken zu beseitigen, zu zerstören, zu beschädigen oder in ihrer typischen Erscheinungsform wesentlich zu verändern. Ausnahmen könnten zugelassen werden, wobei Ersatz durch Nachpflanzung zu schaffen wäre. Ordnungswidrigkeiten könnten mit einer Geldbuße bis zu 50 000 Euro geahndet werden.

Polizeioberkommissar Steffen Schorr, der Leiter der Polizeiinspektion Neustadt, gab einen Bericht über die Kriminal- und Verkehrssituation in Rödental ab. Er verwies auf 492 Straftaten, wobei die Schwerpunkte in den Stadtteilen Oeslau und Einberg zu suchen wären, nicht in den weiteren Stadtteilen. Es gab 289 Verkehrsunfälle und 64 Fluchten, wovon 23 geklärt werden konnten. Unter Alkoholeinwirkung standen sieben Unfallverursacher. Fazit von Schorr: "In Rödental lässt es sich sicher leben."

Im Rahmen der Bauleitplanung standen der Flächennutzungsplan und der Bebauungsplan "Am Schafsteg" auf der Tagesordnung. Nach Würdigung der eingegangenen Stellungnahmen von Bürgern und von den Trägern öffentlicher Belange, vorgetragen vom Bauamtsleiter Günter Benning, erfolgte der Billigungs- und Auslegungsbeschluss. dav