Gößweinstein — Der Fränkische Tag hat eine neue Seite für und mit Menschen jenseits der 60: "Unsere besten Jahre". Alle zwei Wochen werden hier Themen aufgegriffen, die sich mit allen Facetten des Älterwerdens beschäftigen: von Pflege bis Sport, von Ruhestand bis Freizeitmöglichkeiten für Senioren. Ein wesentlicher Bestandteil der Seite wird auch die Vorstellung der verschiedenen Senioreninitiativen der einzelnen Gemeinden des Landkreises sein, um einen Austausch untereinander zu ermöglichen.
Der Impuls für dieses neue Angebot im FT kam von Gerhard Schmidt und Jürgen Kränzlein, die sich in Gößweinstein bei "Gemeinsam statt einsam" engagieren. Im Interview erklären sie ihre Intention.
Wie kamen Sie überhaupt auf die Idee einer Seniorenseite?
Jürgen Kränzlein: Das war der Gerhard.
Gerhard Schmidt: Ich habe mal wieder die Kinderseite im FT gelesen und gedacht: Warum gibt es so etwas nicht auch für Senioren? Die Idee haben wir dann an die Geschäftsführung des FT, andere Helfer und Seniorenbeauftragte unseres Netzwerks herangetragen. Es gab verschiedene Termine mit Austausch und Ideensammlungen.

Was ist Ihnen wichtig für die Seite?
Kränzlein: Die gesunden und vitalen Senioren wollen nicht unbedingt als solche betitelt werden. Der Begriff "Senior" ist ein Makel. Das darf nicht sein. Früher sind die Menschen als "alt" bezeichnet worden, das durfte man nicht mehr sein, sondern man war dann "Senior". Jetzt darf man auch kein Senior mehr sein. Das ist falsch, denn in Unternehmen gibt es auch den Senior Manager. Das ist ein erfahrener Manager, nicht der Mann mit dem Rollator.
Schmidt: Die Leser sollen aufgeklärt werden über Themen, die alle Altersgruppen betreffen. Zum Beispiel "Wohnen im Alter". Da gibt es viele Möglichkeiten, über die man schon in jungen Jahren nachdenken sollte. Oder aufgrund der aktuellen Übergriffe: Sicherheit. Auch über das Thema Erbschaft sollte man bereits frühzeitig nachdenken.

Sollen sich in Zukunft die Gemeinden mehr austauschen?
Kränzlein: Ja, wir hoffen von anderen Gemeinden Infos zu bekommen, denn man muss das Rad nicht immer wieder neu erfinden, sondern kann auf Bewährtes zurückgreifen. Wir wollen auch das Selbstbewusstsein von Senioren stärken. Handicaps gehören zum Leben. Vielleicht werden dann auch hier "nette Toiletten" oder welche für Rollstuhlfahrer eingeführt.
Schmidt: Oder wir gehen mit anderen Gemeinden mal Wandern. Alles ist möglich.
Das Gespräch führte
Carmen Schwind.