Seit mehr als einem halben Jahr ist Corona auch im Landkreis Kulmbach ein Thema. März Am Caspar-Vischer-Gymnasium in Kulmbach gibt es die ersten Corona-Fälle in der Region. Eine siebte Klasse war im Skilager von einer Lehrerin begleitet worden, die sich vermutlich zuvor in Südtirol mit dem Erreger angesteckt hatte. Die gesamte Klasse wird unter Quarantäne gestellt. Zuvor schon war die Schule für vier Tage geschlossen worden, weil es einen Verdachtsfall gab. Der Verdacht hatte sich nicht bestätigt. März Die Weltgesundheitsorganisation erklärt die Ausbreitung der Coronaviren zur Pandemie. In Kulmbach wird in den Räumen des BRK-Kreisverbandes eine Corona-Ambulanz eingerichtet, in der viele Tests in kurzer Zeit durchgeführt werden können. Am 16. März wird in Bayern der Katastrophenfall ausgerufen. Am Tag danach liegen die ersten Testergebnisse aus dem CVG vor: Sieben Kinder und fünf Lehrer sind positiv. Noch verlaufen alle Krankheitsfälle leicht. 29. März Die Behörden melden den ersten Corona-Toten in der Region. 31. März Es gibt 80 bestätigte Corona-Fälle im Landkreis. April Noch vor dem Monatsende steigt die Zahl der Todesfälle auf neun. Am 29. April liegen neun Menschen wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus; drei davon müssen intensivmedizinisch behandelt werden. Mai Die Lage entspannt sich leicht - vielleicht eine Folge des Lockdowns. Ende des Monats werden 21 Kranke gemeldet. Elf Menschen sind gestorben. Der Landkreis installiert eine mobile Abstrichstelle, mit der großflächige Test vor allem in Alten- und Pflegeheimen möglich werden. Juni Die Corona-Zahlen im Landkreis bewegen sich auf sehr niedrigem Niveau. Am 24. Juni meldet das Landratsamt, dass es keine positiven Fälle gibt. Juli Die Lage scheint sich beruhigt zu haben - auch wenn es Bedenken mit Blick auf die sommerliche Reisewelle gibt. Die Corona-Hotline des Landratsamtes, eine Service-Nummer für die Bürger, wird eingestellt. Für die Obere Stadt, die Kneipenmeile Kulmbachs, wird ein Gastronomie-Konzept erstellt, das den Infektionsschutz verbessern soll. Zum Ende des Monats - am 28. Juli - meldet das Landratsamt wieder zwei positive Fälle. August Die Corona-Zahlen in der Region bewegen sich auf niedrigem Niveau. Es gibt nur eine geringe Zahl von Neuinfektionen, Anfang September ist Kulmbach sogar für wenige Tage "corona-frei". September Die Bilanz in den ersten Septembertagen gibt nicht zur Sorge Anlass. Zwar steigt die Zahl der positiven Fälle auf acht an. Der Sieben-Tage-Inzidenz-Wert (eine Kennziffer, für die die Zahl der Erkrankten auf eine Einwohnerzahl von 100 000 hochgerechnet wird, so dass für alle Landkreise vergleichbare Werte entstehen) liegt bei 9,74, was als unbedenklich gilt. 9. September Nachdem eine Lehrerin positiv auf das Coronavirus getestet worden ist, wird eine komplette Klasse der Fachoberschule in Quarantäne geschickt. 13. September Die Lage spitzt sich zu. Auf einer privaten Feier mit mehr als 50 jungen Leuten Anfang September haben sich vier Gäste infiziert - und stecken wiederum zahlreiche weitere Menschen an. Zwei zehnte Klassen der Carl-von-Linde-Realschule müssen in Quarantäne, kurz danach auch eine achte Klasse. Innerhalb weniger Tage steigt die Zahl der positiv Getesteten sprunghaft an. Am 14. September meldet das Landratsamt 33 Infizierte. Der Sieben-Tage-Inzidenz-Wert liegt jetzt bei 43,1 - das ist deutlich mehr als der Grenzwert von 35, bei dem erste Beschränkungen im öffentlichen Leben wirksam werden. Noch werden diese Beschränkungen lediglich dringend empfohlen. 15. September Was viele befürchtet haben, ist nun eingetreten: Der Sieben-Tage-Inzidenz-Wert ist auf 54 gestiegen. Mittlerweile gibt es 38 bestätigte Fälle. Das Landratsamt verhängt deshalb eine - vorerst auf eine Woche befristete - Allgemeinverfügung mit Kontaktbeschränkungen.