Es wird weiter gestreikt: Am Freitag, 9. Oktober, findet bayernweit ein ganztägiger Streik der Beschäftigen im Tarifvertrag Nahverkehr statt. Die Gewerkschaft Verdi fordert für die Busfahrer vor allem bessere Arbeitsbedingungen und Arbeitszeitregelungen.

"Am 29. September haben wir bundesweit gezeigt, wozu wir in der Lage sind", erklärt Dirk Schneider von Verdi Oberfranken-West. 1500 Beschäftige waren allein in Bayern dabei und der Gewerkschafter erwartet jetzt eine vergleichbare Streikbereitschaft. Über die komplette Woche soll abwechselnd in einzelnen Bundesländern der Nahverkehr bestreikt werden, um den Bundesverband der kommunalen Arbeitgeber erst einmal an den Tisch zu bekommen, um über einheitliche Urlaubszeitregelungen und Co. zu sprechen. Wenn weiter kein Angebot komme, wäre ein weiterer bundesweiter Streiktag durchaus denkbar, erläutert Schneider. "Mit unserer rechtzeitigen Ankündigung wollen wir zeigen, dass wir die Arbeitgeber bestreiken und nicht die Fahrgäste", macht der Gewerkschafter klar.

In Bamberg werden zudem am 9. Oktober die Beschäftigen der Stadtwerke, des Entsorgungs- und Baubetriebs der Stadt, sowie Teile der Belegschaft des Garten- und Friedhofsamtes gemeinsam die Arbeit niederlegen, um einen besseren Tarifvertrag im öffentlichen Dienst zu fordern.

Von wegen Wertschätzung

"Die Beschäftigten sind verärgert über die Hinhaltetaktik der Arbeitgeber. Nicht nur im Gesundheitswesen wurde in den vergangenen Monaten Großes geleistet. Auch in vielen anderen Bereichen haben die Beschäftigten unter schwierigen Bedingungen für die Versorgung der Bevölkerung gearbeitet. Jetzt schaffen es die Arbeitgeber nicht einmal in der zweiten Verhandlungsrunde, ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch zu legen. Wertschätzung sieht anders aus!", betont Doris Stadelmeyer, Verdi-Bezirksgeschäftsführerin. Eine Menschenkette soll am Freitag von der Kundgebung an der Hauptstelle am Margerethendamm hinüber zum Entsorgungsbetrieb verlaufen. Gut 200 Menschen werden die Arbeit niederlegen.

Bereits am morgigen Mittwoch werden 150 Beschäftige der Früh- und Spätschicht der Sozialstiftung mit einer Menschenkette entlang der Buger Straße auf ihre Forderungen aufmerksam machen.

"Klatschen war gestern, jetzt werden wir von den Arbeitgebern abgewatscht", sagt Felix Holland, Sprecher der gewerkschaftlichen Vertrauensleute in der Sozialstiftung. Für die Arbeitgeberseite auf bayrischer Ebene steht die nächste Verhandlung am 19. Oktober an. Im Falle des öffentlichen Dienstes auf Bundesebene soll vom 22. bis 24. Oktober verhandelt werden. In beiden Tarifkonflikten liegen noch keine Angebote von der Arbeitgeberseite vor.