Coronabedingt konnten sich die Schüler der weiterführenden Schulen im Landkreis Kulmbach am Samstag erstmals rein digital über Berufs- und Studienangebote informieren. Der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft verlegte die alljährlich stattfindende Messe Abitura in Kooperation mit dem Landratsamt und den Agenturen Bergwerk und Breadcrumb ins Internet.

54 teilnehmende Firmen und Hochschulen informierten in Form von Präsentationen und Vorträgen, aber auch über einen persönlichen Austausch über Ausbildungs- und Studienplätze. Auch die PTA-Schule im Langheimer Amtshof präsentierte sich im Netz und bot Einblicke in das Tätigkeitsfeld des Berufs der Pharmazeutisch-technischen Assistenten. "Uns digital vorzustellen ist eine Premiere", sagte Schulleiter Edgar Gräf am Samstagvormittag.

Seit 9. Dezember befindet sich auch die PTA-Schule im Distanzunterricht, dennoch waren einige Schülerinnen bereit, vor Ort an vier Stationen die praxisorientierte Ausbildung zu demonstrieren.

"Wir präsentieren die Galenik, also die Arzneimittelherstellung, die Botanik, die Apothekenpraxis und die Chemie", erklärte der Schulleiter. Darüber hinaus konnte man sich im Sekretariat über die Ausbildungskriterien an der gebührenfreien Schule informieren. "Bewerber brauchen die Mittlere Reife und durchlaufen dann eine zweieinhalbjährige Ausbildung." In diesen zwei Jahren lernen die angehenden PTAs beispielsweise alles über das Anrühren von Cremes, das Herstellen von Salben, Kapseln, Tees oder auch Augentropfen - auch die Homöopathie kommt in der Ausbildung nicht zu kurz. "Nach zwei Jahren absolvieren wir dann ein halbjähriges Praktikum in einer Apotheke", erklärte Leonie Feick.

Praxis via Webcam

Sie befindet sich im zweiten Jahr ihrer Ausbildung und hat ihre Praktikumsstelle schon in der Tasche. "Nach meiner Ausbildung will ich Pharmazie studieren", sagte die Schülerin, der es wichtig war, zunächst die Praxis als Grundlage zu erlernen. "In der Ausbildung lernt man doch ein paar Dinge, die man im Studium später nicht macht."

Über Webcam zeigten sie und ihre Mitschülerinnen den vielen Interessierten, die sich eingewählt hatten, beispielsweise, wie man Zäpfchen oder Augentropfen herstellt und eine Creme richtig rührt. "Die beruflichen Möglichkeiten nach der Ausbildung sind vielfältig", betonte Schulleiter Gräf. Schon bis 10.15 Uhr am Vormittag hatten sich 14 Teilnehmer zugeschaltet.

Ebenfalls im Rentamtsgässchen 2 ansässig ist die Akademie für Neue Medien, die ihre Ausbildungsgänge ebenfalls im Rahmen der Abitura vorstellte. "Wir haben in der Vormittagsveranstaltung "Wege in die Medien" präsentiert, hier waren zehn Interessierte online dabei", sagte Akademieleiter Thomas Nagel. Besonders freute er sich darüber, dass sich gleich im Anschluss erste Schüler für ein Praktikum beworben hätten.

In einer weiteren Veranstaltung stellte die Akademie das Aufgabenfeld eines Cross-Media-Spezialisten im hauseigenen Studio vor. "Unser Tätigkeitsfeld ist sehr abwechslungsreich", sagte Thomas Nagel. Aktuell produziere die Akademie etwa 50 Radiobeiträge über 1700 Jahre jüdischen Lebens in Bayern.

"Durch die Digitalisierung erhalten wir O-Töne in guter Qualität und können auch überregionale Interviews führen, selbst mit Personen im Ausland." Das bereichere die Arbeit.