Baunach — Auf eine gute Einnahmelage verwies der Baunacher Kämmerer Markus Diller bei der Vorstellung der Haushaltssatzung in der Stadtratssitzung im Baunacher Rathaus. Zwar wären Ausfälle bei den Schlüsselzuweisungen durchaus zu verkraften, dennoch sei, wenn überhaupt, "ein Jammern auf hohem Niveau" angesagt. Es gelte aber, in den nächsten Jahren wieder Rücklagen aufzubauen, um langfristig wieder investieren zu können und gegen schlechtere Zeiten gewappnet zu sein.
Bürgermeister Ekkehard Hojer (CBB) bemerkte in diesem Zusammenhang, dass auch über Steuererhöhungen nachgedacht werden müsse und eine Anhebung des Wasser- und Abwasserpreises angesichts bestehender Verluste ins Auge gefasst werden müsse. Der Haushalt des Jahres 2014 sieht Einnahmen und Ausgaben von 10 547 000 Euro vor (Vorjahr 12 546 000 Euro). Davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt 6 359 000 Euro und auf den Vermögenshaushalt 4 188 000 Euro. Dies bedeutet eine Minderung des Haushaltsvolumens um rund zwei Millionen Euro, bedingt auch durch geringere Investitionen aufgrund der weitgehenden Fertigstellung des Bürgerhauses Lechner Bräu.

Gewerbesteuer fließt

Erfreulich sei, dass der Haushalt 2014 ohne eine Neuverschuldung auskomme, übrigens das vierte Jahr in Folge, das ohne Darlehensaufnahme abgewickelt werden konnte. Eine wichtige Einnahmequelle für die Stadt Baunach ist die Gewerbesteuer, die in diesem Jahr bei 2,4 Millionen Euro liegen wird, zwar unter dem Rekordjahr von 2012 mit über drei Millionen Euro, aber immer noch deutlich mehr als 2011 mit 1,385 Millionen Euro.
Insgesamt gesehen muss die Stadt Baunach in diesem Jahr mit rund 1,02 Millionen Euro weniger kalkulieren als noch im Jahr 2013. Überschaubar ist die Schuldenlast, die laut Kämmerer Ende 2014 bei 1 292 757 Euro und nach dem Finanzplan Ende 2017 nur noch bei 913 000 Euro liegen wird. Die Rücklagen mussten allerdings zur Finanzierung der Investitionen zum großen Teil aufgelöst werden.
Wichtigste Investitionen in diesem Jahr sind die Restkosten der Rathaussanierung (90 000 Euro), die Erweiterung und der Umbau des Kinderhauses St. Madgalena mit einer Nettobelastung von 375 000 Euro, die Sportplatzsanierung (150 000 Euro) sowie der Bau der öffentlichen Toilettenanlage neben dem Rathaus, die, so Hojer, noch im Juli geliefert werden soll. Wichtige Projekte im Investitionsprogramm bis 2017 sind der Straßenbau mit der Dorferneuerung, die Abwasserbeseitigung und der geplante Bau einer Mehrzweckhalle, für die knapp 2,4 Millionen Euro vorgesehen sind. Der Stadtrat genehmigte einstimmig die Haushaltssatzung und den Finanzplan.

Bücherei ist Schmuckstück

Ein Schmuckstück stellt in Baunach die neue Bücherei dar, die im Bürgerhaus eine neue Heimat gefunden hat. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Melanie Schmitt und Gudrun Stößel berichteten von einer überdurchschnittlich guten Ausleihe des reichhaltigen Medienangebotes. Insgesamt seien 25 ehrenamtliche Mitarbeiter in der Bücherei tätig, die außer der "normalen" Ausleihe Klassenführungen, eine Leseolympiade, einen Kleinkindertreff oder einen Literaturkreis betreuen. Beworben hat sich die Bücherei auch für die Einrichtung eines Leseclubs durch die Stiftung Lesen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.
Dieser Arbeitsaufwand könne nicht mehr ehrenamtlich geleistet werden. So entschied sich der Stadtrat nach ausführlicher Diskussion mit zwei Gegenstimmen, eine hauptamtliche Mitarbeiterin bis zum Jahresende auf 450-Euro-Basis einzustellen. Noch nicht entschieden wurde über den Wunsch des Büchereiteams, bei einer Einrichtung eines Leseclubs auch einen zusätzlichen Raum zu erhalten. Möglich wäre dies in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Geschenkboutique im Bürgerhaus, die ihren Betrieb aufgab. Rudi Wacker (SPD) wollte dies zwar unterstützen, sah jedoch auch die Notwendigkeit der Mieteinnahmen für diesen Raum, die im Budget Bürgerhaus mit verankert seien.

Sondergebiet genehmigt

Einstimmig war der Stadtrat für die Genehmigung des Bebauungsplanes Sondergebiet "Holzhallen Dorgendorf", der von Stadtplanerin Cäcilia Neubauer vorgestellt wurde, nachdem die Beteiligung der Öffentlichkeit keine nennenswerten Einwände ergab.
Neu festgelegt wurde die Höhe der Vereinsjugendförderung als freiwillige Leistung. Hier ging man sogar über den Beschlussvorschlag von 2500 Euro hinaus und genehmigte nun 3000 Euro.
In seinem Kurzbericht stellte Bürgermeister Hojer fest, dass für die kommende Kirchweih ein neuer Kirchweihbaum beschafft werden müsse, da der alte marode und nicht mehr standfest sei. Lobend erwähnte er das Büchereifest vor Wochenfrist.
Unverständnis herrschte im Rat über einen Einbruch im Rathaus am Tag vor der Sitzung, wo bislang unbekannte Täter Türen aufhebelten, eine Glastür zur Kämmerei zertrümmerten, aber ohne Beute wieder davonzogen. Dafür ist der Sachschaden beträchtlich. nge