"Die Baugrundstücke am Heidweihergraben im Baugebiet Gerbersleithe-Ost füllen sich langsam", erklärte der Zweite Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein. So konnte der Markt Weisendorf vor einigen Tagen weitere zwölf Grundstücke verkaufen.

Bei der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses standen dann auch fünf Bauanträge aus vorherigen Verkäufen auf der Tagesordnung und der Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Fertiggarage und Stellplatz konnte im Genehmigungsfreistellungsverfahren behandelt werden.

Beim Bauantrag für den Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage wurden dann die beantragten Befreiungen für einen höheren Kniestock und eine Überschreitung der Baugrenze befürwortet.

Zum Neubau eines Einfamilien-Wohnhauses mit Nebengebäude hatte der Bau- und Umweltausschuss bereits sein Einvernehmen zum Vorbescheid einschließlich der beantragten Befreiungen zur Überschreitung der Traufhöhe um einen halben Meter, der Überschreitung der Kniestockhöhe um 20 Zentimeter sowie der Überschreitung der Baugrenze durch das geplante Einfamilienhaus mit Nebengebäude (Doppelgarage) erteilt. Das Landratsamt Erlangen-Höchstadt hat dazu die damals gestellten Fragen mit Befreiungen erlassen.

Jetzt wurde ein Bauantrag für das Vorhaben gestellt, der die gleichen Befreiungsanträge enthält; die eingereichte Planung weicht nur geringfügig von den zum Vorbescheid vorgelegten Unterlagen ab: Es soll kein Carport errichtet werden, sondern ein Stellplatz. Die Garage wird einen Meter weiter nach Süden und wenige Zentimeter nach Westen verlegt und die Hauseingangstür soll ein kleines Vordach erhalten. Außerdem ist eine Umrandung mit Steinblöcken knapp einem halben Meter im Süden und Westen der Gebäude eingezeichnet, die ein Abrutschen des Erdreichs verhindern soll.

Das Grundstück befindet sich noch im Eigentum des Marktes Weisendorf. Der Bau- und Umweltausschuss stimmt dem Bauantrag einschließlich den beantragten Befreiungen vom Bebauungsplan unter der Bedingung zu, dass vor Baubeginn der Kaufpreis an den Markt Weisendorf gezahlt wird.

Beim Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Carport wird die Kniestockhöhe um 0,25 Meter überschritten und die Traufhöhe von 3,50 Metern wird ebenfalls nicht eingehalten. Deshalb wurden Anträge auf Befreiungen gestellt. Der Bau- und Umweltausschuss erteilte sein Einvernehmen ohne Diskussion.

Abweichungen erlaubt

Auch zum Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage und Technikraum wurden Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes beantragt: zur Kniestockhöhe von 75 Zentimetern statt 50 Zentimetern, Überschreitung der Baugrenzen (für das Wohnhaus einen Meter nach Westen und für den Technikraum 2,5 maximal drei Meter nach Osten) und zur Traufhöhe von 3,66 Metern statt 3,50 Meter. Zu dem Bauantrag wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

Mehr Wohnraum

An der Goethestraße soll ein Mehrfamilienhaus mit drei Wohneinheiten umgebaut werden. Auf dem bestehenden Wohngebäude sollen insgesamt vier Schleppgauben errichtet werden und im Dachgeschoss soll eine knapp 50 Quadratmeter große Wohnung neu entstehen. Für diese Wohnung ist ein zusätzlicher Stellplatz nachzuweisen. Die Wohnungen im Erdgeschoss und Obergeschoss bestanden bereits. Dem Bauvorhaben wurde ebenfalls die Zustimmung erteilt.

Auch der Neubau einer Dachgaube am Geiwitzenweg passierte den Bauausschuss ohne Diskussion. Die bestehende Doppelhaushälfte soll auf der Nordseite eine Dachgaube erhalten, die genauso groß sein soll wie die bereits ausgeführte auf der Südseite des Gebäudes.

Das Grundstück liegt im Bereich des Bebauungsplans "Mitteldorfer Weg - Erweiterung". Dieser enthält keine expliziten Festsetzungen zur Dachgaubengestaltung, und es gilt jedoch die Dachgaubensatzung des Marktes Weisendorf.

Danach darf die Länge der Gauben bei Doppelhäusern ein Drittel der Firstlänge nicht überschreiten. Diese Festsetzung wird nicht eingehalten, die Gaube soll nach den vorgelegten Plänen 1,03 Meter länger werden. Es wurde deshalb ein Antrag auf Abweichung gestellt.

Gewerbe weicht

Für ein Kleinlager im Ortsteil Kairlindach wurde eine Nutzungsänderung in eine Einliegerwohnung/Loft und der Neubau einer Dachgaube beantragt. Im Obergeschoss des bestehenden Gebäudes soll das bisherige Kleinlager in eine große "Loftwohnung" umgebaut werden. In der Südansicht sollen zwei Dachflächenfenster und eine Dachgaube als Zwerchhaus mit Schleppdach eingebaut werden. Im Norden ebenfalls zwei Dachflächenfenster und ein Zwerchhaus mit Satteldach. Aufgrund der vorhandenen Bebauung zählen die beiden Flurgrundstücke zu einer wirtschaftlichen Einheit und haben den gleichen Eigentümer, im Süden besteht eine weitere Zufahrt über einen öffentlichen Weg.

Das gemeindliche Einvernehmen wurde erteilt, und zur baulichen Gestaltung - unter anderem den unterschiedlichen Dachformen der Zwerchhäuser - bestand ebenfalls Einverständnis.