Karl-Heinz Hofmann

Die Vierbeiner der ASB-Rettungshundestaffel sind bei vielen Notrufen gefragt. Sie sind eine Ergänzung bei der Personensuche vor allem im unwegsamen Gelände. Die Staffel wurde im März 2015 ins Leben gerufen - Anlass für eine erste Bilanz von Staffelleiter, Timo Griebel. Er ist seit fünf Jahren fachlicher Leiter, ausgebildeter Einsatzleiter Rettungshund Sanitäter und Hundeführer mit seinen zwei Border Collies.

Der allgemeine Grundsatz des ASB-Kreisverbands Kronach "Wir helfen hier und jetzt" gilt auch für die 22 ehrenamtlich engagierten Hundeführer mit ihren 23 Vierbeinern. Davon sind elf geprüfte Teams für das Rettungswesen in der Flächensuche und ein geprüftes Team im Mantrailing nach der ASB-Prüfungsordnung. Angefangen, so erinnert sich Griebel, hat alles mit sechs Rettungshundeführern, die sich mit ihren Tieren den schweren Ausbildungs- und Prüfungsanforderungen stellten.

Die Hauptaufgabe des ASB Rettungshundeteams liegt darin, vermisste Personen im unwegsamen Gelände suchen. Dabei sind die Möglichkeiten des Menschen und seiner Technik begrenzt. Gerade die Nase eines Hundes hat 220 Millionen aktive Riechzellen und spürt Menschen über Entfernungen von bis zu 500 Metern auf, so der Staffelleiter. Ausgebildete Rettungshunde sind damit unersetzliche Helfer bei der Suche nach Vermissten. Griebel zufolge waren allein im März 2020 in der Datei des Bundeskriminalamtes rund 11 500 aktuelle Vermisstenfälle gespeichert, darunter 9200 in Deutschland als vermisst gemeldete Personen. Täglich werden demnach etwa 250 bis 300 Fahndungen neu erfasst.

Mantrailer und Rettungshunde

Eine Suche wird dann eingeleitet, wenn Lebensgefahr für den Vermissten besteht, weil er zum Beispiel dement oder suizidgefährdet ist. Dazu setzt die Polizei Hubschrauber und Wärmebildkameras ein und arbeitet mit der lokalen Gefahrenabwehr zusammen. Dem sind aber Grenzen gesetzt, erklärt Griebel. Je unübersichtlicher das Gelände ist, umso personal- und zeitaufwendiger werde die Suche. Hier seien Rettungshunde eine sinnvolle Ergänzung.

Flächensuchhunde werden angefordert, wenn größere Gebiete, Waldstücke, Felder oder Wiesen möglichst schnell nach einer vermissten Person abgesucht werden müssen. Ein ausgebildetes Rettungshundeteam ersetzt circa 50 Personen einer menschlichen Suchkette. Ein Rettungshund stöbert und kann selbst bei schlechter Sicht und dichtem Unterholz einen Menschen in 500 Meter Entfernung riechen und orten.

Die ASB Rettungshundestaffel setzt auch Mantrailer ein. Anders als die Flächensuchhunde sucht der Mantrailer nicht allgemein nach menschlichem Geruch, sondern nach dem Individualgeruch einer bestimmten Person. Dieser Geruch ist so einzigartig wie ein Fingerabdruck. Daher kann der Mantrailer auch in der Stadt eingesetzt werden. Für die Suche benötigt er den letzten bekannten Aufenthaltsort sowie einen Geruchsträger des Vermissten. Mantrailer eignen sich in besonderer Weise für die Suche nach verwirrten Menschen oder Kindern in bewohnten Gebieten und Städten, da sie an der Leine arbeiten.

Je früher, desto besser

Griebel: "Die Mitglieder einer Rettungshundestaffel sind keine Einzelkämpfer, sondern es wird enormer Teamgeist gefordert. Neben der Ausbildung zum Sanitäter oder Sanitätshelfer sind Gesundheit und körperliche Fitness sowie seelische Ausgeglichenheit wichtige Voraussetzungen für Rettungshundeführer. Auch Disziplin, Zuverlässigkeit und Integrationsfähigkeit sind unverzichtbar." Eine Ausbildung für einen Rettungshund kann von eineinhalb bis zu drei Jahren dauern, je nach Suchart. Die Prüfung muss alle 18 Monate wiederholt werden. Ein Hundeführer muss mindestens 18 Jahre alt sein.

Wie Griebel erklärt, ist es bei einem Sucheinsatz immer wichtig, zu wissen, seit wann eine Person vermisst wird. Mantrailer gehen von 36 bis 48 Stunden aus, in denen ein Fund noch sehr wahrscheinlich ist. Dagegen sei die Wahrscheinlichkeit bei über 48 Stunden sehr gering.

17 Einsätze im vergangenen Jahr

Doch nicht jede Alarmierung führt auch zu einem Einsatz. "Rettungshunde sollen Leben retten, somit fallen Sucheinätze nach Straftätern (...) nicht in unser Aufgabengebiet", so der Staffelleiter. Und oft kläre sich die Vermisstensuchen auch schon kurz nach der Alarmierung auf, etwa weil die Person bereits gefunden oder sich selbst gemeldet hat.

So erklären sich auch die Differenzen zwischen Alarmierungen und Einsätzen. Im Jahr 2019 hatte die Kronacher Staffel 51 Alarmierungen, die zu 25 Einsätzen führten. Insgesamt leistete die Hundestaffel 5720 Stunden ehrenamtlichen Dienst inklusive Übungen und Ausbildung. Im Jahr 2020 standen 42 Alarmierungen 17 Einsätze gegenüber und es wurden insgesamt 3518 Stunden für Einsätze, Ausbildung und Übungen geleistet. Griebel: "Der schönste Erfolg ist für jeden Rettungshundeführer der Fund durch seinen Hund."

Übrigens: Der Einsatz der Rettungshundestaffel ist kostenlos. Die Staffelmitglieder sind ehrenamtlich tätig, die Hunde sind Privateigentum.