von unserer Mitarbeiterin Gerda Völk

Ebensfeld — "Am Anfang war es doch so cool." Nina kann nicht verstehen, warum die Party so enden musste. Basti liegt total betrunken am Boden und muss mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Kurz zuvor hatte er eine heftige Auseinandersetzung mit Freundin Nina wegen seines Alkoholkonsums. Die Szene stammt aus "Limit", einem präventiven Theaterstück zum Thema Koma-Saufen.
Das interaktive Theaterstück von Chapeau Claque aus Bamberg thematisiert den exzessiven Alkoholkonsum, will Jugendliche anregen, über einen riskanten Alkoholkonsum nachzudenken. Das Theaterstück mit den Darstellern Mathias von Borany (Basti) und Miriam Bernhardt als Nina machte auch deutlich, wie schnell es gehen kann, sich zu "besaufen". Die Schülerinnen und Schüler der 7. bis 9. Jahrgangsstufe an der Pater-Lunkenbein-Mittelschule in Ebensfeld waren aufgefordert, aktiv mitzuarbeiten.
"Limit" zeigt eine Situation, wie sie auf vielen Partys passieren könnte: Nina und Basti sind bei Tobi eingeladen. Während Nina die Party in vollen Zügen genießen kann, tut sich Basti schwer, mit ihm völlig unbekannten Leuten ins Gespräch zu kommen. Statt zu tanzen, bleibt er lieber in der Nähe der Bar sitzen und freundet sich mit dem Alkohol an.
Im Verlauf des Abends steigert sich sein Alkoholkonsum. Allerdings ändert der Alkohol an seiner Situation als Außenseiter der Party nichts. Im Gegenteil. Die beiden geraten aneinander. Die Situation eskaliert, als Ninas Ex-Freund auftaucht.
"An welcher Stelle hätte etwas passieren müssen, damit das Theaterstück nicht so dramatisch ausgeht?", lautet die Frage an die jungen Zuschauer. Gemeinsam mit den beiden Schauspielern erarbeiten die Schüler die Gründe, die zu einem exzessiven Alkoholkonsum führen können. Getrunken wird, um in Stimmung zu kommen, aus Eifersucht, Langeweile oder Frustration.

Nicht alleine lassen

Doch wie jemanden, der ohnehin schon seine Grenzen überschritten hat und rationalen Argumenten nicht mehr zugänglich ist, vom Weitertrinken abhalten? Den Alkohol wegnehmen, schimpfen, ihn vor die Tür setzen? Alles höchst untaugliche Methoden, wie die Schüler erfahren mussten. Manch Alkoholisierter ist nach einem Sturz in einer kalten Winternacht schon erfroren. Besser ist es, auf ihn einzugehen, ihn ernst zu nehmen, mit ihm auf Augenhöhe zu sprechen. Nina hätte Basti beispielsweise ihren Freunden vorstellen können, dann wäre er nicht so oft alleine gewesen.
Und wenn alles nichts hilft und der Betroffene bereits am Boden liegt, sollte dringend der Notruf 112 gewählt werden. "Lasst die Leute dann nicht alleine", lautet der Rat von Basti-Darsteller Mathias von Borany.