Mit einem Zitat, das perfekt zum 628. Abschlussjahrgang passte, begann Horst Pfadenhauer, Schulleiter des Markgraf-Georg-Friedrich Gymnasiums, gestern Abend seine Abitur-Rede: "Je größer die Schwierigkeiten, die wir überwanden, desto größer der Sieg."

46,8 Prozent des Jahrgangs hätten eine Eins vor dem Komma geschafft, sagte Pfadenhauer in der Abschlussfeier in der Turnhalle. "So ein außerordentlich guter Notendurchschnitt war noch niemals da, wir freuen uns wirklich sehr darüber." Zwar habe sich der Trend zu immer besseren Leistungen schon in den Vorjahren abgezeichnet, "aber dass es ausgerechnet in diesem Jahr so stark durchschlägt, hatten wir doch nicht erwartet." Der Schulleiter dankte hier auch dem verantwortlichen Lehrerkollegium mit Q12-Oberstufenkoordinator Edgar Stübinger an der Spitze.

"Heute ist euer Tag, ein Tag der Freude und des berechtigten Stolzes auf eure Leistungen, ein Tag der Erleichterung nach überstandenen Mühen, ein Tag, an dem die Mehrzahl von euch strahlt", so Pfadenhauer Richtung Abiturienten. Einfach sei der Weg sicher nicht gewesen: "Zu widersprüchlich, zu spät, zu zögerlich und oft auch nicht zielgerichtet kamen die Entscheidungen aus der großen Politik. Wir hatten diese Vorgaben in die Praxis umzusetzen." Aus dem Ärger über den häufig überzogenen Aktionismus und die zum Teil große Realitätsferne der politischen Entscheidungsträger sei in der letzten Zeit mehr und mehr Verdruss, Wut und l Resignation geworden - "über das oftmals unsolidarische Verhalten vieler in unserer Gesellschaft gegenüber der Impfstrategie". Solidarität sei keine Einbahnstraße, deshalb sollte aber auch die Führungsetage in der Politik endlich aufhören, scheinheilig die Politikverdrossenheit der Jungen zu beklagen. "Das ist für mich dann doppelt verwerflich und doppelt unsolidarisch!"

Vor diesem nachdenklich stimmenden Hintergrund habe sich das Agieren der Verantwortlichen vor Ort sehr wohltuend abgehoben, lobte Horst Pfadenhauer die Arbeit des Krisenstabes am Landratsamt mit Landrat Klaus Peter Söllner an der Spitze. Er hob aber auch den Einsatz der ehemaligen Abiturientin Maxi Rossberg hervor, die schon vor Wochen der Oberstufe ein komplettes Impfangebot gemacht hat.

Der Abschlussjahrgang habe sich auch besonders stark bei außerschulischen Aktivitäten hervorgetan. "Kurzum: Langweilig wurde es mir als Schulleiter mit euch niemals." In ihren Grußworten sprachen Landrat Klaus Peter Söllner (FW) und Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) von einer besonderen Leistung des Abiturjahrgangs 2021. "In einem schwierigen Jahr derart hervorragende Ergebnisse zu erzielen ist aller Ehren wert. Sie sind damit gestählt für die Zukunft. Unser MGF ist ein Gütesiegel", sagte der Landrat. Der OB nannte die Abiturienten einen absoluten Gewinn: "Kulmbach ist ihre Heimat, und hier ist immer ein Platz für Sie."

Die Rede der Abiturienten hielten Andreas Buchmann und Niklas Pöhlmann.

Das Instrumentalensemble des MGF unter der Leitung von Hubertus Baumann umrahmte die feierliche Verabschiedung. Die Jahrgangsbesten waren Isabel Hirschmann, Lena Bergmann, Anna Günter und Julian Neubrand (alle 1,0). Werner Reißaus