Finale. Ein letzter großer Auftritt, und das war's. Anschließend dann vielleicht die große Musik-Karriere. Oder auch nicht. Obwohl am Freitag das große Finale bei "The Voice of Germany" ansteht, nimmt der Dorfhauser Kandidat Michael Lane die Situation gelassen. "Ich freue mich jetzt einfach aufs Finale. Das wird 'ne geile Show, wir sind lauter gute Sänger, es sind tolle Stars da, und wir werden hoffentlich alle viel Spaß haben." Für den 26-Jährigen ist die Fernsehshow mittlerweile fast schon zum Arbeitsalltag geworden. "Ich habe hier bisher jede Woche das Gleiche gemacht: ich habe meine Termine, muss proben und Interviews geben - das ist wie ein Job, so sehr hab' ich mich daran gewöhnt."

Über seinen Einzug ins Finale hat sich der 26-Jährige zwar gefreut, so richtig überrascht - wie in der Woche zuvor bei seinem Sieg über den Ex-Teenie-Star Gil Ofarim - war er allerdings nicht. "Freaky T hat mir vor der Sendung gesagt, dass sie aussteigen will. Aber ich glaube schon, dass ich so oder so ins Finale gekommen wäre. Ich meine, ich habe mehr Fans als sie, und die unterstützen mich so toll - ich habe irgendwie gespürt, dass ich ins Finale kommen würde. Und ich glaube, das hat sie auch." Ist Michael jetzt sauer auf seine Ex-Kontrahentin, weil sie ihm durch ihren plötzlichen Rückzug ein bisschen die Show gestohlen hat? "Ach wo. Ich hatte doch meine Auftritte, Freaky hat mir gar nichts gestohlen. Und hey, egal wie es gelaufen ist: Ich bin im Finale, und das ist doch die Hauptsache."

"Das Schicksal soll entscheiden"
Wie er seine Chancen, "The Voice of Germany" zu werden, einschätzen soll, vermag Michael selbst nicht zu sagen. "Mein Bauchgefühl sagt mir, es schaut ganz gut aus", sagt Michael. Aber sich den Kopf darüber zerbrechen? Das ist nichts für den gelernten Altenpfleger. Er kümmert sich auch nicht groß um die Platzierung seiner Single in den Verkaufscharts, obwohl ein Download einer der vier Kandidaten-Singles für das Zuschauervoting so viel zählt wie zwei Anrufe während der Show. "Ich will mich jetzt einfach nur darauf konzentrieren, am Freitag eine gute Show abzuliefern - und dann lasse ich das Schicksal entscheiden."

Und was ist, wenn das Schicksal für Michael den Sieg in der Show vorgesehen hat? Immerhin wäre er dann vertraglich an ProSieben gebunden und könnte vielleicht nicht so einfach "sein eigenes Ding" machen wie andere Kandidaten, die die Show lediglich als Sprungbrett genutzt haben, um in den Medien präsent zu sein. Doch der 26-Jährige sieht auch das gelassen: "Ach, ich bin jung, ich denke, da könnte mir Schlimmeres passieren als ein Vertrag mit Universal Music. Nicht zu vergessen das neue Auto, das wäre schon toll! Aber ich denke, wir vier haben alle schon gewonnen, wir gehen ja auch gemeinsam auf Tour. Allerdings wird der Gewinner natürlich auch die meiste Aufmerksamkeit bekommen."

Fürs Finale musste Michael jetzt drei neue Songs lernen, viermal wird er am Freitag auf der großen Bühne stehen: Zuerst werden die vier Kandidaten mit Weltstar Robbie Williams die Show eröffnen. Im Laufe des Abends tritt dann noch jeder Finalist mit seinem jeweiligen Coach und je einem der vier Stargäste - Birdy, Nelly Furtado, Leona Lewis und Emeli Sandé - auf. Natürlich wird jeder der vier auch nochmal seinen eigenen Song singen - in Michaels Fall ist das "Mrs. Lawless", eine musikalische Liebeserklärung an seine Freundin Melissa.

Den Antrag gibt's nicht im Fernsehen
Im Text heißt es da sinngemäß: Ich wünschte, ich könnte für immer dein Mann bleiben und deine Hand halten. Ist das etwa ein musikalisch verpackter Heiratsantrag? Michaels Tante Gudrun Neuner sagt dazu: "Die beiden sind schon sehr verliebt, und Mike hat auch darüber nachgedacht, Melissa einen Antrag zu machen, als er im Halbfinale den Song erstmals live im Fernsehen gesungen hat." Diesen Gedanken hat der Sänger allerdings schnell wieder verworfen: "Nee, der Antrag wird sicher noch kommen, ich wusste von Anfang an, dass das mit uns beiden etwas ganz Besonderes ist. Aber das mache ich dann lieber, wenn wir beide allein sind. Ich will, dass dieser Moment dann nur uns gehört."

Bei der Finalshow am Freitag wird zu Michaels Bedauern sein Opa nicht wieder dabei sein. "Ich habe mich sehr gefreut, dass er gekommen ist, aber es war zu anstrengend für ihn", erklärt der 26-Jährige. Der Dorfhauser freut sich auch schon darauf, wenn er zu Weihnachten endlich wieder nach Franken zurückkehren kann. "Wer mich da treffen will: Ich werde auf jeden Fall auf den Nürnberger Christkindlesmarkt gehen", verrät der Sänger.

Bis dahin heißt es für alle Voice-Fans aus Franken: Daumen drücken, "Mrs. Lawless" herunterladen und während der Finalsendung anrufen. Michaels Cousin Matthias Neuner hat zudem einen ganzen Fan-Konvoi organisiert, der auch am Freitag wieder von Franken aus in Richtung Berlin aufbricht. Diesmal werden rund 35 Freunde, Familienmitglieder und Kollegen dabei sein, wenn Michael um den Sieg singen wird. Und das Schicksal entscheidet, ob er "The Voice of Germany" wird.