In Rüssenbach haben sich Landwirte mit mehr als 60 Traktoren versammelt, um eine Mahnwache abzuhalten. Die Veranstaltung wurde von der Bewegung "Land schafft Verbindung" (LSV) des Forchheimer Landkreises organisiert. Zu später Stunde sammelten sich die Traktoren auf einer Wiese und stellten sich als Schriftzug "LSV" auf. Als es dunkel war, wurden nacheinander die Lichter der gewaltigen Maschinen eingeschaltet und dieses Szenario aus der Luft mit einer Drohne gefilmt.

Die Bewegung "Land schafft Verbindung" wurde im Oktober 2019 gegründet. Es ist ein Zusammenschluss von mehr als 100.000 Landwirten, Landbewohnern und Landnutzern, die parteiunabhängig und verbandsübergreifend agieren und sich für eine starke und zukunftsorientierte Landwirtschaft in Deutschland einsetzen. Ziel der Organisation ist es, öffentlich Aufklärungsarbeit zu leisten, um mehr Anerkennung und Wertschätzung für die landwirtschaftliche Produktion zu erhalten.

Stellenwert

Hauptorganisatoren der Veranstaltung waren Thomas Dittrich (Rüssenbach) und Judith Galster (Hundsboden). Sie beschreiben die Ziele des LSV in einer Pressemitteilung so: "Wir möchten durch fundiertes Fachwissen den Stellenwert der Landwirtschaft in Deutschland wieder in den Fokus rücken, wir möchten der Landwirtschaft wieder eine Stimme geben. Es ist uns eine Herzensangelegenheit, weiterhin qualitativ hochwertige und regionale Lebensmittel zu tragbaren Preisen produzieren zu können. Wir produzieren in Deutschland unter sehr hohen Standards und strengen Kontrollen, das muss auch in Zukunft fairer bezahlt werden und mehr Anerkennung erfahren." Zudem dürfe die Wirtschaftsweise der Landwirtschaft nicht von "fehlgeleiteter Politik diverser Umweltverbände" bestimmt werden. Politische Entscheidungen müssten auf wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse gestützt werden und dürften nicht emotional ausgefochten werden. Weiter heißt es: "Wir treten der Politik entschlossen mit Fachwissen und schlagkräftigen Argumenten entgegen, um klare Statements gegen ideologisch fehlgeleitete Entscheidungen wie das Volksbegehren ,Rettet die Bienen' oder die neue Düngeverordnung zu setzen. Wir wollen uns nicht radikalisieren, aber wir brauchen mehr Mitspracherecht und Planungssicherheit für die Zukunft, damit auch unsere Kinder noch diesen Beruf in Deutschland ausführen können."

Die Veranstaltung diente dazu, um auf die Bewegung LSV aufmerksam zu machen und das Gemeinschaftsgefühl nach der Corona-Krise aufrechtzuerhalten.