Die Zuhörer waren begeistert und verlangten lautstark Zugabe. So war das am Samstag in der Stadthalle Ebermannstadt, als der Musikverein Kirchehrenbach dort sein Frühlingsfest gab. Begonnen hatte der unterhaltsame Abend mit dem Marsch "Spirit of New Orleans" und abwechselnd vorgetragenen Stücken der Juniororchester eins und zwei.

Moderatorin Karin Kintopp zeigte, was in der Gemeinschaft geschaffen werden kann, denn die Junioren müssten sich erst einer Ausbildung unterziehen und würden dann mit viel Spaß gemeinsam musizieren.

Mit viel Schwung

Und dieser Spaß an Musik übertrug sich ganz schnell auf das Publikum, das schwungvoll mit klatschte. "Machen Sie ruhig mit, das nennt man interaktive Konzerte", spornte die Moderatorin das Publikum an.

Dirigent und Ausbilder Wojciech Grabietz hatte ebenfalls Freude am Konzert, er gab beim Dirigieren wirklich alles - da fielen schon mal die Noten zu Boden. Voller Schwung präsentierten die Juniororchester "Air of Nobility" von James Swearingen, die "Checkpoint-Overture" von Fritz Neuböck und "Rule Britannia". Spätestens beim "Banana Boat Song", den Harry Bellafonte bekannt gemacht hat, hatten die jungen Musiker ihr Publikum in der Tasche. Nach dem "Italian Carousel" bedankten sie sich mit einem Abba-Song beim "besten Publikum, das wie je hatten."

Extra aus München

"Es ist wirklich ein Segen, dass wir den Wojciech haben. Der bewegt unheimlich viel", flüsterte derweil der Landtagsabgeordnete Thorsten Glauber (FW), der aus München zum Frühlingskonzert angereist war.
Wojciech Grabietz ist seit 23 Jahren in Kirchehrenbach als musikalischer Leiter des Musikvereins tätig. Er stammt aus Oberschlesien, wurde aber in Franken herzlich aufgenommen: "Irgendwie entspricht die fränkische Mentalität meiner oberschlesischen", glaubt er.

Grabietz hält die Musik für einen unverzichtbaren Baustein bei der Entwicklung von jungen Menschen. Nachdem das Schülerblasorchester "The Music Man", Stücke aus Disney-Filmen und "September" zum Besten gegeben hatte, begann der Saal zu toben: Die Jüngsten vom Blockflötenorchester, wurden von Lehrerin Sabine Kreuzer unter Marschmusik-Begleitung auf die Bühne geführt. Die Erwartungen waren nicht zu hoch. Das Publikum ließ sich begeistern von den 30 Blockflötenspielern.

"Da geht mir mein Herz auf"

Bereits vor der Veranstaltung waren die Kinder locker und geläst und hatten im Saal gespielt, während Eltern und Großeltern noch nervös die Instrumente hielten.

Die siebenjährige Paula Lier beispielsweise hatte viel geübt und freute sich darauf, mit Orchesterbegleitung spielen zu dürfen. Mama Susanne war etwas aufgeregt, während Bruder Nick, der selbst Tuba spielt, alles ganz locker sah. Der neunjährige Julian Reichold hatte Karten an die Großeltern Reinhardt und Dorothea Glauber verschenkt, die eigentlich zwei weitere Einladungen für diesen Tag gehabt hätten; aber der Auftritt des Enkels ging natürlich vor. Jakob Längenfelder (13) dagegen ist mittlerweile schon Vollprofi, denn er ist zum dritten Mal bei einem Frühlingsfest.

Vize-Landrätin Rosi Kraus (CSU) freute sich, dass sie ihren Chef Hermann Ulm (CSU) vertreten durfte. Auch sie war von den kleinen Musikern an ihren Blockflöten angetan. "Die Veranstaltung ist spitzenmäßig. Was die Musiker können und Wojciech Grabietz leistet, ist wirklich genial", sagte sie. Ebermannstadts Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) stimmte Rosi Kraus in allem zu: "Bei den Kleinen geht mir mein Mutterherz richtig auf." Nach der Pause ging es fetzig weiter mit dem Jugendblasorchester. Als Überraschung trat Kirchehrenbachs einziger Schotte, Josef Bieger auf: standesgemäß mit Rock und Dudelsack.

Musik mit Biergläsern

Und das Schlagzeugensemble Alexander Drummer, Emma Lochner, Madeleine Lohs, Andy Nagengast und Holger Grünsteudel zeigte, dass handelsübliche Biergläser für rhythmische Musik durchaus geeignet sind.
Beim Udo-Jürgens-Medley überfielen Karin Kintopp und die Vorstandsvorsitzende Monika Tischner den ahnungslosen Dirigenten und überreichten ihm einen weißen Bademantel und ein weißes Tuch - zwei unverwechselbare Markenzeichen des Ende vergangenen Jahres gestorbenen Künstlers.