"Die Bibel ist voll davon, uns vom Wasser zu erzählen. Schon am zweiten Schöpfungstag ging es los", trug der evangelische Pfarrer der Marktgemeinde Heiligenstadt bei der Einweihung der Kläranlage am vergangenen Freitag vor. Mit geweihtem Wasser segnete dann der katholische Pfarrer Christian Kaiser das Gebäude und das Klärbecken.

Danach sprachen die beiden Priester und Dirk Zimmer, Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Heiligenstadt, ein gemeinsames Gebet und segneten die Besucher der Veranstaltung.

Erster Bürgermeister Helmut Krämer (CSU/Einigkeit) hatte unter anderem Staatsministerin Melanie Huml (CSU), Landrat Johann Kalb (CSU) und den CSU-Landtagsabgeordneten Heinrich Rudrof eingeladen. Desweiteren waren viele Bürgermeister aus der Region, Marktgemeinderäte und Vertreter der Firmen, die am Bau beteiligt waren, der Einladung gefolgt.

Beitrag für Umwelt

Krämer beschrieb die neue Kläranlage als einen "großen Beitrag für den Umweltschutz". Im Juni 2016 war Spatenstich, im November 2017 die Inbetriebnahme. Der Bürgermeister zählte auf, dass die Anlage die Aufgabe des Gewässerschutzes in hervorragender Weise erfülle, sich optimal ins Leinleitertal einfüge, einen zentralen Standort und Reservekapazitäten habe. Zudem arbeite sie Energiesparend.

Ingenieur Michael Miller hatte Melanie Huml, Heinrich Rudrof und Hans Hemmerlein, Behördenleiter des Wasserwirtschaftsamtes Kronach, vor der Veranstaltung durch die Anlage geführt. Die Staatsministerin sagte danach in ihrer Rede: "Die Reinigung unseres Abwassers ist mit der wichtigste Schutz vor vielen Erkrankungen überhaupt - vor allem vor Infektionserkrankungen." 97 Prozent der Bürger in Bayern sind an eine kommunale Kläranlage angeschlossen.

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Gesellschaft profitiert davon

"Davon profitieren Gesellschaft und Natur als Ganzes", trug Huml vor und mahnte die Sorglosigkeit und Gedankenlosigkeit an, im Umgang mit dieser wichtigsten Ressource. Sie ging auf die vielen Dinge wie Feuchttücher, Medikamente oder Essensreste ein, die nicht in die Toilette gehören. Außerdem wird gereinigtes Abwasser in die Leinleiter eingeleitet. Huml erläuterte, dass davon die heimische Bachforelle profitiere, die in Bayern seit 2003 auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten steht.

Förderungen erhalten

Johann Kalb trug vor, dass die Förderung für solche Projekte erhalten bleiben müsse, denn die Kosten können nicht von den Bürgern gestemmt werden. Auch solle die Politik "nicht in die Privatisierungsfalle treten." Da auch dann die Gebühren wieder von den Bürgern genommen werden.

Ingenieur Michael Miller hält die Heiligenstadter Kläranlage für etwas Besonderes, da die Werte weitaus besser sind als vom Staat vorgeschrieben. "26 Gewerke waren beteiligt und es gab keinen Unfall", trug Miller vor. Nach den Reden und der Segnung gab es für die Gäste Fränkischen Sauerbraten. Für die Heiligenstadter Bürger war der Samstag mit Führungen durch die Kläranlage vorgesehen.

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