Alarmstufe Rot für den Sägmühlsteg und den Pioniertsteg in Ebermannstadt. Beide Wiesent-Querungen seien "total marode", informierte Bauamtsleiter Steffen Lipfert die Mitglieder des Bauausschusses. Das hätten die Prüfungen der Bauwerke ergeben.

Die Schädigung des Tragwerkes durch Pilzbefall, erläuterte Lipfert, habe die Stadt veranlasst, das Bauwerk durch Mitarbeiter des Ingenieurbüros Emch & Berger untersuchen zu lassen. Außerdem wurde der Sachverständige für Holz- und Bautenschutz, Lutz Parisek , hinzugezogen.


Sofortiger Handlungsbedarf

Ihr Urteil: "Für den Sägmühlsteg, der 1991 im Auftrag des Straßenbauamtes Bamberg errichtet wurde und dann in das Eigentum der Stadt übergegangen war, besteht sofortiger Handlungsbedarf." Die Träger seien erheblich von Pilzen befallen, die Schäden seien enorm.
Auch die Fäulnis sei bereits weit fortgeschritten. So weit, dass sich eine Sanierung der Brücke nicht mehr lohne, fand Lipfert.


Nur noch für Fußgänger

Der Steg, der früher sogar für Autos befahrbar war, ist bereits seit zwei Jahren für Fahrzeuge gesperrt. Die Konsequenz aus der jüngsten Untersuchung: Die Belastung soll weiter eingeschränkt werden. Aus statischen Gründen dürfen künftig maximal 15 Personen diese Brücke gleichzeitig betreten. "Wichtig für Wallfahrer", meinte Klaus Neuner (CSU), der beim Ersatzbau für eine Stahlkonstruktion plädierte. Der Bauamtsleiter informierte auch, dass die Verwaltung eine "wirtschaftlichere Spannbreite" für die neu zu errichtende Brücke prüfe.


Auf die Rutschgefahr auf der Brücke angesprochen, machte Steffen Lipfert deutlich, dass es keinen Sinn ergebe, einen Anti-Rutsch-Belag aufzubringen, wenn das Bauwerk in absehbarer Zeit sowieso abgebrochen werde. Stattdessen sollen Hinweisschilder auf die Gefahr aufmerksam machen. Auch die Belastungsbeschränkung soll ausgeschildert werden. Ein weiteres Sorgenkind ist der Pioniersteg. Der sei von Haus aus falsch konstruiert, erklärte Steffen Lipfert. Statt mit einer Erhöhung sei der Steg so gebaut worden, dass er durchhängt. Auch hier habe der Zahn der Zeit genagt. Und auch hier erwägt die Verwaltung eine neue barrierefreie Erschließung des Dießbrunnens.

Allerdings müsse dieses Vorhaben mit dem Wasserwirtschaftsamt abgesprochen werden. Auch Landerwerb werde notwendig sein, um die Barrierefreiheit realisieren zu können. "Aber technisch machbar ist es auf jeden Fall", versicherte Lipfert. Nach den Vorstellungen der Verwaltung sollen die beiden Brücken im nächsten Jahr ersetzt werden. Im Zuge der Haushaltsberatungen soll über die Machbarkeit entschieden werden.