Bevor "weißer Rauch" aus dem Sitzungssaal der Sparkasse stieg, in dem der Stadtrat nichtöffentlich über die Personalie entschied, fand eine nicht enden wollende Beratung statt.

Regionale Herkunft

Es sei immerhin um die kulturelle Zukunft der Stadt für die nächsten 15 bis 20 Jahre gegangen, entschuldigte sich Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) hernach bei den auf den öffentlichen Sitzungsteil wartenden Zuhörern, darunter viele Senioren des Katharinenspitals. Doch was lange währte, ist endlich gut geworden: Die Entscheidung für die promovierte Julia Scialpi sei einstimmig erfolgt, erfuhr Infranken.de.

Und noch mehr drang durch die verschlossenen Türen: Die neue Kulturchefin hat nicht nur weitreichende berufliche Erfahrungen, sondern auch regionale Wurzeln. Sie ist im Raum Seßlach geboren - wie übrigens auch Forchheims Monsignore Otto Donner!

Eindrucksvolles Profil

Was die künftige Forchheimer Kulturchefin alles mit sich bringt, verrät ihre Website: Nach dem Studium der Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte in Marburg und Heidelberg war Julia Scialpi als freiberufliche Historikerin, Literaturwissenschaftlerin und Projektkoordinatorin im Kultur- und Ausstellungsbereich tätig. In der Presseabteilung der Strategieberatung Roland Berger Strategy Consultants in München begleitete sie ein "Corporate Social Responsibility Projekt" zur Förderung des kulturellen Austauschs mit osteuropäischen Ländern.

"Memories of Heidelberg"

Im Kulturamt der Stadt Heidelberg koordinierte sie unter anderem das "Heidelberger Romantik-Jahr 2006". In ihrer fünfjährigen Tätigkeit als Sales Managerin in einem international führendem Software-Unternehmen für Customer-Relationship-Lösungen betreute sie namhafte Unternehmen der Life-Sciences-Industrie - von der Präsentation und Beratung über Angebotserstellung und Vertragsverhandlung bis hin zum Projektmanagement und Controlling. Parallel dazu forschte sie zu Kultur- und Literaturgeschichte und schloss ihre Doktorarbeit in Geschichte zur Biographie des Heidelberger Kulturhistorikers und Romantikforschers Richard Benz (1884-1966) ab.

Seit April 2011 verbindet Julia Scialpi ihre Erfahrungen in der freien Wirtschaft mit Expertise in historischer und literaturwissenschaftlicher Forschung sowie Konzeption und Organisation von Kulturprojekten und Ausstellungen.

Mit ihrer Heidelberger Agentur für Kulturprojekte und historische Dienstleistungen konzipiert und realisiert Julia Scialpi kulturelle und wissenschaftliche Projekte für Unternehmen, öffentliche Einrichtungen, Stiftungen, Vereine oder Privatpersonen in der Metropolregion Rhein-Neckar. Neben ihrer inhaltlichen Expertise in Kultur- und Literaturgeschichte und ausgewiesenen wissenschaftlichen Fähigkeiten bietet Julia Scialpi langjährige Erfahrung in Kulturvermittlung, Ausstellungswesen und professionellem Projektmanagement - von der inhaltlichen und strategischen Planung über die organisatorische Umsetzung bis hin zu Öffentlichkeitsarbeit.

Doch noch ist nicht alles in trockenen Tüchern: Das Procedere der Stellenausschreibung will es so, dass der Bewerber erst noch seiner Wahl zustimmen muss - aber das "Ja"-Wort wird Forchheims neuer Kulturpäpstin wohl nicht schwer fallen.