Wegen der Kündigung des Tarifvertrages durch die bayerische Bäckerinnung lässt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) den Ofen glühen. Von einem "Horror-Katalog" der Arbeitgeber spricht der Geschäftsführer der NGG-Oberfranken, Michael Grundl: "Mehr Arbeit am Sonntag, bis zu zehn Tagen weniger Urlaub und kein Urlaubsgeld mehr". Die rund 300 Bäcker und Verkäuferinnen im Kreis Forchheim stünden vor enormen Einschnitten, erklärt der Gewerkschaftsprecher. Hartes Brot also, was den Bäckereibeschäftigten droht. So richtig zu schmecken scheint das Thema dem regionalen Bäckerhandwerk nicht. Marianne Nagel, die in Forchheim eine alteingesessene Bäckerei betreibt, zeigt sich zugeknöpft. Sie wolle dazu nichts sagen und sei auch nicht informiert über die Tarifvertragskündig der Innung. Auch Tobias Ballbach, Pressesprecher der Großbäckerei "Der Beck" beteuert: "Davon hör' ich das erste Mal". Obermeister Alfred Seel von der Bäcker-Innung Bamberg Forchheim verweist darauf, dass Tarifverträge regelmäßig nach Ende der Laufzeit von der einen oder anderen Seite gekündigt würden. Die Gewerkschaften machten davon Gebrauch, wenn es um Lohnerhöhiungen gehe, erklärt der Hauptgeschäftsführer des Landesinnungsverbandes, Dr. Wolfgang Filter. Jetzt mache die Bäcker-Innung davon Gebrauch, denn die Belastungen seien einseitig zu Ungunsten des Bäckerhandwerkes verschoben worden. Der Gewerkschaft wirft Filter vor, die Dinge falsch dar zu stellen. Beispielsweise werden das Urlaubsgeld den Beschäftigten nicht genommen sondern in die Altersvorsorge überführt.