Pilot Roland Kalb nestelt aufgeregt an der Folie des Buches "Die Burgen der Fränkischen Schweiz - Ein Kulturführer", das vom Kulturamt des Landkreises Forchheim herausgegeben wird und am Freitag der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. "Ich hab's noch gar nicht gesehen, aber die Zusammenarbeit mit dem Herausgeber Toni Eckert und den Fotografen war richtig klasse", erzählt Kalb, während er die Verpackung besiegt.

Dass für ein Buch Autoren und Fotografen benötigt werden, ist klar. Einen Piloten findet man dagegen selten in einem Buchprojekt. Um die Schönheit und Besonderheit der fränkischen Landschaft und die Mächtigkeit mancher Anlage zur Geltung zu bringen, seien Fotos aus der Luft wichtig gewesen.
Und so starteten Kulturreferent Toni Eckert und sein Team vom Flugplatz Ebermannstadt und überflogen die Fränkische Schweiz.

Eckert dirigierte in der Luft

"Beim ersten Start lag Sahara-Staub in der Luft, doch beim zweiten Mal hatten wir glasklares Wetter", berichtet der Pilot, der das Buch mittlerweile durchgeblättert hat: "Ich bin stolz auf das Buch und kann es jedem empfehlen, der sich für unsere Fränkische Schweiz interessiert." Toni Eckert kann sich ebenfalls an den Flug erinnern. Er war froh, dass sich der Pilot in der Gegend auskannte, so musste er nicht viel erklären. "Ich dirigierte die Fotografen und sagte Ihnen, wann sie links heraus fotografieren mussten oder rechts", erzählt der Herausgeber. Diese zweite Auflage des Kulturführers sei eine völlig veränderte. "Und als Autoren haben wir wirklich die Besten bekommen, die erste Wahl."

In seiner Ansprache informiert der Kulturreferent die Gäste, dass er mit seinem Team drei Jahre an der neuen Auflage gearbeitet habe. Landrat Hermann Ulm (CSU) hatte vorher bereits berichtet, dass es fast 180 mittelalterliche Wehrbauten in der Fränkischen Schweiz gibt. Das ist einmalig in Mitteleuropa. Und diese wichtigen, kulturhistorischen Ressourcen sollten in diesem Buch gut präsentiert werden.

Der Band sei für Wanderer ebenso interessant wie für Kulturinteressierte, meint Toni Eckert. Schwer sei allerdings die Auswahl der Objekte gefallen. Man habe versucht, die für den Leser interessanten vorzustellen: 53 Anlagen auf 420 Seiten, mit historischem Überblick, Koordinaten für GPS, Erklärungen, alten und neuen Bildern und wenn möglich historischen Stichen.

Experten gesucht und gefunden

"Für das Buch sind wir in Museen gegangen oder haben in Archiven gestöbert", erzählt Manuela Kraus, die das Buch gemeinsam mit Eckert herausgibt. Und sie meint damit echte Schubladen und Ordner, die geöffnet und durchsucht werden mussten, keine digitalen. "Bei den Themen haben wir überlegt, wer passt am besten dazu. Zum Beispiel ist Dorothea Fastnacht eine Spezialistin für Ortsnamen", sagt Manuela Kraus.

Die angesprochene Autorin nickt zustimmend und ist begeistert über die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. "Das ist ein schönes Ergebnis, was ich meinen Freunden schenken kann."

Autorin Birgit Kastner erinnert daran, dass sich Burgen ja im Laufe der Zeit verändern, weil sie restauriert werden oder ein Museum eingerichtet wird. So könnte das Buch auch interessant für Menschen sein, die in der Schulzeit bereits die eine oder andere Burg besucht haben. "Manchmal haben wir Gastronomie angegeben, denn wir wollen etwas für geistige Nahrung und leibliches Wohl tun", ergänzt Birgit Kastner.

Autor Walter Tausendpfund dagegen war froh, dass die Burg Rothenberg aufgenommen worden war, denn diese war eine wichtige Zufluchtsanlage für Ritter und Dorfbevölkerung während der markgräflichen Kriege.