"Bei der Vorlage der Pläne bei der Regierung von Oberfranken hat man uns unmissverständlich erklärt, dass die Barrierefreiheit eines der wesentlichen Kriterien dieses Förderprogrammes sei", verdeutlichte Bauamtsleiter Steffen Lipfert bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses.

Für die Erschließung der Bücherei im ersten Stock des Hauses sei daher ein Aufzug zwingend erforderlich. Die Stadt hatte aus Kostengründen darauf verzichtet.

Auf Grund der Einwände seitens der Regierung von Oberfranken seien die Pläne zusammen mit Architekt Ralf Bahl aktualisiert worden. Diesmal mit Aufzug. Bei den Kosten müsse man eben jonglieren.
Man müsse versuchen, den Mehrbetrag von rund 100 000 Euro anderweitig einzusparen, erklärte Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE).


In die ehemalige Schreinerei?

Stadtrat Klaus Neuner (CSU) schlug vor, die Bücherei in die ehemalige Schreinerei zu verlegen. So komme Leben in das Gebäude und der Aufzug sei überflüssig. Es sei ja nicht mit den 100 000 Euro Herstellungskosten getan. Die jährliche Wartung kostet zwischen 2000 und 5000 Euro. "Einen Klotz am Bein" nannte Neuner den Aufzug, der nur ein einiges Stockwerk überwinde. "In meinen Augen ist das zuviel Geld", fand Neuner.

"Schon richtig", pflichtete Erwin Horn (NLE) bei, doch damit sei das Problem nicht gelöst. Die Regierung werde für die Erschließung des Obergeschosses Barrierefreiheit verlangen, auch wenn die Bücherei woanders untergebracht werde.

"Vielleicht könnte man den Aufzug in der Planung berücksichtigen, mit der Ausführung aber warten, so wie einst beim Gymnasium Fränkische Schweiz, wo es über 30 Jahre nur einen Aufzugsschacht gab. Ganz überzeugt schien er aber von seinem Vorschlag selbst nicht.

Gegen die Stimme von Klaus Neuner wurde die Realisierung des Aufzuges gebilligt. Die letzte Entscheidung darüber hat allerdings der Stadtrat. Für heute, Donnerstag, 22. September, ist in dieser Sache ein weiteres Abstimmungsgespräch mit Vertretern der Regierung von Oberfranken anberaumt.

Sobald die Planungen - mit Kostenberechnungen und Aufteilung der jeweiligen Investitionen zu den jeweiligen Förderungen - vorliegen, sollen diese Zahlen dem Stadtrat vorgestellt werden.