Wie klärt man jemanden über ein ihm zustehendes Taschengeld auf, der weder Deutsch noch Englisch versteht? Da hilft oft nur die international verständliche Zeichensprache weiter. Das ist aber nur eines der Probleme, mit denen die Mitarbeiter des Landratsamtes in Höchstadt und Erlangen täglich konfrontiert werden. Sie arbeiten seit Wochen an ihrer Leistungsgrenze und bräuchten unbedingt Verstärkung, doch die ist alles andere als leicht zu finden.

"Der Markt an Verwaltungsfachkräften ist leer gefegt", sagt Landratsamt-Pressesprecherin Hannah Reuter. Nicht nur im Kreis Erlangen-Höchstadt werden zusätzliche Mitarbeiter gebraucht, um den Flüchtlingsstrom zu bewältigen.


Alternativen gefragt

Das Landratsamt Erlangen-Höchstadt winkt derzeit mit langfristigen sicheren Arbeitsplätzen.
Schon seit 2013 wurden immer wieder Sozialpädagogen und Sozialarbeiter eingestellt. Heuer kamen zwei Hausmeister hinzu, zwei weitere werden noch gesucht. Um fünf Asyl-Sachbearbeiter wurde das Personal aufgestockt und um zwei weitere Mitarbeiter für die Wohnungsakquise.

Weil Verwaltungsfachkräfte nicht zu bekommen sind, sucht sich das Amt Alternativen. Solche sind beispielsweise Immobilienkaufleute. Ihre Erfahrungen sind besonders gefragt, wenn es darum geht, Wohnungen für Flüchtlinge zu finden.

Die Personalaufstockung beim Landratsamt wird auch im kommenden Jahr weiter gehen. Wie die Pressesprecherin verrät, rechnet man 2016 mit zwölf Neueinstellungen. Bei heute bereits über 1600 Flüchtlingen im Landkreis werde es schon bald zusätzlichen Bedarf im Ausländeramt und im Jobcenter geben.

Die zu besetzenden Stellen scheinen durchaus abwechslungsreich und interessant zu sein. Für die Betreuung der Flüchtlinge werden einmal Sozialpädagogen gebraucht. Sie sollen den Asylbewerbern helfen, sich im Alltag zurechtzufinden und sind das Sprachrohr zwischen Amt und Flüchtlingen.

Auch die gesuchten Sachbearbeiter müssen sich um die Betreuung der Flüchtlinge kümmern, anfallende Verwaltungsaufgaben erledigen, das Taschengeld an die Asylbewerber ausbezahlen und auch Ansprechpartner für die vielen ehrenamtlichen Helfer sein.


Vielfältiger Aufgabenbereich

Vielfältig ist auch der Aufgabenbereich für die gesuchten Hausmeister. Ihnen obliegt die Betreuung der dezentralen Unterkünfte im Landkreis. Kleinere Reparaturen sollten sie selbstständig erledigen können, sagt Hannah Reuter.

Das Ausstatten von Wohnungen mit Mobiliar gehört ebenso dazu wie das Einweisen von Flüchtlingen in den Gebrauch von Waschmaschinen und anderen Elektrogeräten. Darüber hinaus sind die Hausmeister Ansprechpartner in der Beziehung zwischen dem Landratsamt und den Vermietern.

Für alle, die mit Flüchtlingen arbeiten möchten, wären natürlich Fremdsprachenkenntnisse von Vorteil.