Für Heßdorfs Bürgermeister Horst Rehder (BB) war die Gemeinderatssitzung in der Turnhalle der Grundschule Hannberg nicht nur wegen des ungewöhnlichen Ortes etwas Besonderes, sondern auch weil er vier neue Mitglieder des Gemeinderates vereidigen durfte und vier Ratsmitglieder verabschieden musste. "Ich gratuliere allen Kolleginnen und Kollegen auch an dieser Stelle zu ihrer Wahl in das wichtigste Gremium unserer Gemeinde und freue mich auf eine gute, fraktionsübergreifende und kollegiale sowie offene Zusammenarbeit", sagte der Bürgermeister eingangs.

Vor der Vereidigung stimmte Rehder den Gemeinderat auf etwas schwierigere Zeiten ein. Nach wie vor sei die Corona-Pandemie das alles bestimmende Thema, betonte er zu Beginn der Sitzung, die wegen der aktuellen Abstandsregeln in der Turnhalle stattfand. So sei seit Wochen alles auf den Kopf gestellt. Offen sei, wie sich der Ausnahmezustand auf die Finanzen der Gemeinde auswirken werde. Wenn es Unternehmen vor Ort nicht gut gehe, bedeute dies auch weniger Gewerbesteuereinnahmen für die Gemeinde. Positiv sei aber, dass Verwaltung und Gemeinderat solide gewirtschaftet hätten. Damit sei eine gute Ausgangsposition für den neuen Gemeinderat geschaffen worden.

Konstruktive Kritik ist erwünscht

In den vergangenen Jahren sei in Heßdorf viel erreicht worden erklärte Rehder, der zugleich seine letzte Amtsperiode ankündigte, aber auf das neu gewählte Gremium würden trotzdem viele Aufgaben und neue Herausforderungen. Deshalb erwarte er neue Ideen aus dem Gemeinderat, wobei konstruktive Kritik auch Positives bewirke. Er forderte das Gremium auf, sich für die Gemeinde einzubringen und stets das Wohl der Allgemeinheit im Auge zu behalten. Deshalb sei es notwendig, für die Bürger immer ein offenes Ohr zu haben, auch er sei immer ansprechbar und für Vorschläge dankbar.

Mit Abstand stellten sich die neuen Mitglieder des Gemeinderates auf: Peter Hofmann (SPD), Thomas Külle, Alexander Fuchs (beide FW) und Alexandra Batz (BB). Die CSU und der Bürgerblock hatten bei der Wahl im März je einen Sitz abgegeben, die beide an die Freien Wähler gingen. Trotz der Bewerbung um ein neues Mandat nicht in den Rat gewählt wurden Stefan Martin (CSU) und Jürgen Wölfel, der vor einem Jahr als Nachrücker für die SPD in das Gremium einzog.

Fraktionssprecher benannt

Dietmar Nagel und Burkhardt Niepelt (beide BB) hatten nicht mehr kandidiert und wurden mit einem Bildband und einem Blumenstrauß unter Beifall des Gremiums und Zuhörer verabschiedet. Ihnen dankte Bürgermeister Rehder und sprach ihnen für ihr Engagement und die kooperative Zusammenarbeit seine Anerkennung aus. Sie hätten stets das Wohl der Allgemeinheit und das der Gemeinde Heßdorf im Auge gehabt und waren eine wertvolle Stütze im Gremium, so der Bürgermeister. Nach der Vereidigung benannten die Fraktionen ihre Sprecher. Bei der CSU wird Markus Windisch die Fraktion führen und die Freien Wähler nannten Erich Biermann, beim Bürgerblock wurde Anja Willert vorgeschlagen und bei der SPD werden Stefan Stiegler und Peter Hofmann je drei Jahre die Fraktion führen.

CSU-Mann kommt durch

Das Gremium war sich einig, dass zwei weitere Bürgermeister gewählt werden. Die CSU schickte bei der Wahl zum Zweiten Bürgermeister Axel Gotthardt und die SPD Peter Hofmann ins Rennen. Bei der geheimen Wahl setzte sich Gotthardt mit neun Stimmen durch, auf Peter Hofmann fielen acht Stimmen. Bei der Wahl zum Dritten Bürgermeister schlugen die Freien Wähler Johann Ort vor und der Bürgerblock Anja Willert. Auch bei dieser Wahl fiel das Ergebnis sehr knapp aus, Anja Willert bekam neun Stimmen und für Johann Ort entschieden sich acht Mitglieder des Gemeinderates.

Die Beschlussfassung über die Satzung zur Regelung von Fragen des örtlichen Gemeinderechts war nur eine Formsache und die vorläufige Bestätigung der bisherigen Geschäftsordnung wird in einer späteren Sitzung behandelt und verabschiedet.

Auch die Bestellung des Ersten Bürgermeisters zum Standesbeamten war nur eine Formsache. Und die Sitzverteilung in den vier Ausschüssen und den Zweckverbänden wurde auf Vorschlag der Fraktionen ebenso ohne Diskussion beschlossen wie die Namen der Gemeinschaftsräte für die Verwaltungsgemeinschaft.