Zu seiner ersten Sitzung nach der Wahl traf sich der neu formierte Herzogenauracher Bau- und Umweltausschuss im Sitzungssaal des Interimsrathauses. Neben sechzehn Bauanträgen beschäftigten sich die Ausschussmitglieder mit einem Antrag der CSU-Fraktion sowie mit einem Antrag der Freien Wähler.

Beim CSU-Antrag ging es um eine Verbesserung der Verkehrsregelung am Einkaufszentrum Klingenwiesen. Nach Auffassung der CSU-Fraktion führen die beiden nebeneinanderliegenden Ein- und Ausfahrten zu teils chaotischen Verkehrssituationen. Auch der breite Fuß- und Radweg zwischen dem Parkplatz und der Straße führe mitunter zu Konflikten zwischen Autofahrern und Radfahrern.

Bisher kein Unfall

Der Bürgermeister, der täglich auf der Erlanger Straße unterwegs ist, kennt die Situation und es gab bereits Gespräche mit Architekten und Betreibern. "Die Situation ist bei allen Einkaufszentren, insbesondere bei den Stoßzeiten, gleich", schilderte Renate Schroff (SPD). Eben weil die Kunden möglichst nahe am Eingang parken wollen, während es weiter entfernt noch freie Parkplätze gibt, ergänzte der Bürgermeister. Problem sei, dass die Fahrspur direkt am Eingang des Edeka-Marktes vorbeiführt und die Kunden mit ihrem Einkaufswagen, ob voll oder leer, die Fahrspur kreuzen müssen.

Allerdings gab es bislang noch keinen Unfall, weil Autofahrer und Fußgänger gegenseitig Rücksicht nehmen würden. "Die Vorschläge wie Einbahnregelung oder Sperre einer Zufahrt sind alle nicht zielführend", erklärte Thomas Nehr, Amtsleiter für Bauordnung und Verkehrswesen. Allenfalls könnten die Markierungen an den Ein- und Ausfahrten geändert werden. Aber es gebe keine Patentlösung, denn auch bauliche Änderungen würden nichts ändern, sondern höchstens Stellplätze kosten. Auch wenn die Fahrspur vor dem Supermarkteingang wegfalle, würde sich das Problem in die nächste Fahrspur verlagern, eine optimale Lösung werde es nie geben, ergänzte Hacker. Außerdem sei die Situation in Herzogenaurach-Nord ähnlich und die Kunden der Supermärkte kämen damit bestens klar. Am Ende der Diskussion gab es keine Abstimmung und auch Christian Polster (CSU) erklärte, dass damit der Antrag erledigt sei.

Ausführlich wurde der Antrag der Freien Wähler "Prüfung einer Querungshilfe in Niederndorf" diskutiert, der schon im Dezember 2019 behandelt worden war. Die Freien Wähler möchten nach der Ansiedelung eines Ärztehauses in Höhe der Sternstraße am westlichen Ortsausgang eine Querungshilfe mit einer Mittelinsel anbringen lassen. Dazu gab es in der Sitzung von Christian Bendler, Leiter des Tiefbauamtes, einen ausführlichen Bericht und die Vorstellung von drei möglichen Varianten.

Zu wenige Fußgänger

Allerdings ergab die Zahl der Fußgänger-Querungen keinen zwingenden Bedarf für eine Querungshilfe. Wie Bendler erläuterte seien in den Spitzenstunden mindestens 50 Querungen erforderlich, um eine Querungshilfe zu rechtfertigen, in Niederndorf habe man bei zwei Zählungen jedoch maximal 14 Fußgänger registriert.

Es sei zwar Platz für eine Verkehrsinsel vorhanden, allerdings müsse der Einmündungsbereich Sternstraße umgebaut und ein Baum gefällt werden, zudem führe ein Umbau zu schlechteren Sichtverhältnissen für einfahrende Fahrzeuge aus der Sternstraße. Problematisch werde es auch beim Ausfahren aus dem gegenüberliegenden Wirtschaftsweg und beim Einbiegen in die Sternstraße. Zudem sei im dortigen Bereich Tempo 50 vorgeschrieben und die Mehrheit der Autofahrer halte sich auch daran. In den Stoßzeiten sei sowieso meistens nur Schrittgeschwindigkeit möglich. Deshalb bleibe die Frage, ob sich ein baulicher Eingriff überhaupt lohnt, denn ein Umbau der Einmündung koste je nach Variante zwischen 83 000 und 106 000 Euro. Außerdem werde eine Risikostelle für Radfahrer geschaffen und die Sichtverhältnisse würden sich verschlechtern. Dem Vorschlag, eine Insel ohne Querungshilfe zu bauen, konnte Bendler nicht viel abgewinnen, denn eine Insel solle ortseinwärts den Verkehr bremsen und für einen Verschwenk der Fahrbahn sei schlicht und einfach kein Platz. Die engagierte Diskussion führte am Ende zu keinem Ergebnis, und Bürgermeister Hacker wies darauf hin, dass es bei Schichtwechsel der Firma Schaeffler im Ortsteil Niederndorf nur Stop-and-Go vorangehe und dass das Geschwindigkeitsmessgerät am Ortseingang bestehen bleibe. Deswegen wurde einstimmig beschlossen, von weiteren Überlegungen in dieser Angelegenheit abzusehen.

Bei den Bauanträgen, von denen eine Reihe im Genehmigungsfreistellungsverfahren behandelt wurden, gab eine Ablehnung. So wurde die Errichtung einer doppelseitig beleuchteten Werbetafel an der Niederndorfer Hauptstraße beantragt. Die geplante Werbetafel mit einer Ansichtsfläche von über 20 Quadratmetern im Altort von Niederndorf erscheine wesensfremd und habe für das Straßen- und Ortsbild eine verunstaltende Wirkung. Das gemeindliche Einvernehmen wird nicht erteilt, hieß es im Beschluss.