Feiernde Menschenmassen bereiten Erlanger Kellerwirt Sorgen - Polizei schreitet ein: In Erlangen liegt die Inzidenz konstant unter 50, seit vergangenem Donnerstag (27. Mai 2021) sogar unter 35. Zusammen mit den steigenden Temperaturen lockt das die Menschen vermehrt nach draußen. Die Außengastronomie darf ohne Testpflicht öffnen.

Am Freitagabend (28. Mai 2021) erhielt die Polizei einen Hilferuf. Zwei Streifen der Polizeiinspektion Erlangen-Stadt machten sich daraufhin auf den Weg zum Entla's Keller am Berg in Erlangen. Der Grund: Zwischen 400 und 500 Menschen feierten dort kurz vor Ende der Sperrstunde, wie die Polizei beschreibt. Jetzt spricht der Wirt des Kellers bei inFranken.de.

Update vom 01.06.2021: "Wir haben nichts falsch gemacht" - Erlanger Kellerwirt über Polizeieinsatz am Wochenende

"Eigentlich war das eine Lappalie", so Vincenz Schiller, Wirt des Entla's Keller in Erlangen gegenüber inFranken.de. "Das Ding ist, es wäre jetzt Bergkirchweih gewesen: Zur Kirchweih kommen viele Gäste zu uns, die normalerweise im Biergartenverlauf nicht kommen. Der Berg zieht viele aus den Umländern an. Das lassen die sich dann auch heuer nicht nehmen", so Schiller. Auch seien "die ganzen Jugendlichen jetzt mehr als gewillt, endlich mal wieder herauszukommen", sagt der Wirt. Grundsätzlich sei er selbst überrascht, "dass so viele Leute - auch so viele junge Leute - schon doppelt geimpft sind". 

Der Entla's Keller habe nur zwei Eingänge, die "konsequent mit Personal besetzt" seien, um Daten der Gäste abzunehmen. "Am gesamten Wochenende war es dann irgendwann voll - wir hatten schon einen Einlass-Stopp", erklärt Schiller. Doch draußen hätten sich lange Warteschlangen gebildet. Gleichzeitig sei besonders die Sperrstunde problematisch. "Wir müssen um 22 Uhr, statt um 23 Uhr zumachen, das ist vielen zu früh. Das gibt lange Schlangen, wo der Abstand teils nicht eingehalten werden kann. Wir haben deshalb einen extra Mitarbeiter abgestellt, der die Schlangen kontrolliert."

Deshalb habe man die Polizei gerufen, damit diese "die Lage abschätzen kann". Schiller selbst sieht keine Versäumnisse bei sich und seinem Team. "Wir haben nichts falsch gemacht", sagt er. "Es klang so, als würden wir hier die Riesenparty feiern, aber das ist nicht fair, das ist nicht der Fall, das stimmt einfach nicht." Dieser Eindruck sei "super belastend", denn man nehme die Maßnahmen "sehr ernst". Das bekäme er auch von den Gästen gespiegelt. Dort gebe es das Feedback "toll, wie ihr die Maßnahmen umsetzt, man muss sich hier nicht unsicher fühlen", so Schiller weiter. 

Nach Polizeieinsatz an Erlanger Bierkeller: Ordnungsamt will "infektionsschutzrechtliche Anordnungen" erlassen 

"Die Ordnungsbehörde als auch die Polizei führen regelmäßig Kontrollen am Entlas-Keller durch", so die Stadt Erlangen in einem Statement gegenüber inFranken.de.  "Zuletzt fanden am vergangenen Freitag, Samstag und Montag unter der Federführung der Ordnungsbehörde Kontrollen statt." Der Betreiber des Kellers sei "bereits vor Ort mehrmals auf die einzuhaltenden Regelungen hingewiesen" worden.

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Das Ordnungsamt werte die "aktuellsten Feststellungen kontinuierlich aus und wird entsprechende infektionsschutzrechtliche Anordnungen erlassen", kündigt die Stadt an. Details dazu will die Verwaltung noch nicht nennen. Schiller werde aber nochmals aufgefordert, sein Hygienekonzept "den besonderen Gegebenheiten anzupassen und dieses verantwortungsvoll umzusetzen".  Festgestellte Verstöße würden darüber hinaus in einem Ordnungswidrigkeitsverfahren geahndet. 

Der Wirt selbst zeigt sich indes optimistisch, was die Situation am Entla's Keller angeht. "Die Kirchweih ist seit gestern rum - laut Datum - und es war letztes Jahr schon so, dass das jetzt erstmal wieder weniger wird. Da kommt jetzt erstmal wieder ein ganz anderes Publikum und vom Andrang her wird das weniger als die letzten zwei Wochenenden, das wird sich alles entspannen", ist sich Schiller sicher. Er freue sich "trotz der Umstände und den ganzen letzten Monaten, hier so vielen Menschen ein Stück Zuversicht mitzugeben". 

Erstmeldung vom 31.05.2021: Über 400 Feiernde: Erlanger Wirt fürchtet Missachtung der Sperrstunde

Der Wirt des Kellers befürchtete, dass seine etwa 400-500 Gäste die Sperrstunde um 22 Uhr nicht einhalten wollten, so die Sprecherin. Die Gäste seien "vollkommen friedlich" gewesen, so Janine Mendel, Sprecherin des Polizeipräsidiums Mittelfranken, gegenüber inFranken.de. Nachdem die Beamten angerückt waren und auf die Sperrstunde hingewiesen hätten, hätten die Gäste "rechtzeitig, friedlich und geordnet" die Lokalität verlassen.

Dabei habe es auch keine Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten gegeben, so Mendel. Dies sei außerdem der einzige Vorfall seiner Art gewesen, der dem Polizeipräsidium Mittelfranken bekannt wurde. 

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