Für Eva Reitz, Leiterin der Kindertagesstätte "Villa Herzolino" in Herzogenaurach, ist eines klar: Sie hat aus der Partnerstadt Wolfsberg vielfältige Eindrücke mit nach Hause genommen und wird diese bei der Arbeit mit den Kindern umsetzen können. Das Comenius-Projekt trägt schon die ersten Früchte, bevor es an der Aurach richtig begonnen hat.

Im Kindergarten im Wolfsberger Ortsteil St. Johann sind die Erzieherinnen (dort heißen sie Kindergarten-Pädagoginnen) schon seit September im Comenius-Fieber. Dieses von der Europäischen Union geförderte Projekt will die Zusammenarbeit über die Grenzen hinaus fördern. Auch der Wolfsberger Kindergarten Gries ist ausgewählt worden, ein solches Projekt zu machen. Hier geht es speziell um das Thema Wald.

Die Herzogenauracher sind jetzt ein Partner der Aktion, neben Einrichtungen aus vier weiteren Ländern. Diese haben sich in Kärnten zur Vorab-Besprechung bereits getroffen. Die "Villa Herzolino" wird in Person von Eva Reitz erstmals Ende Januar teilnehmen. Dann ist ein Treffen im italienischen San Daniele vorgesehen.

Begeisterung für den Wald

"Ich habe eine Begeisterung vorgefunden, mit der ich mein Team anstecken möchte." Eva Reitz freut sich nach den ersten Kontakten auf das Projekt Wald. Die Leiterin der "Villa Herzolino" will sich nun mit den Erzieherinnen austauschen und den ersten Schritt wagen, also einfach mal mit den Kindern hinaus in den Wald gehen und die Regeln der Natur kennenlernen. Dann könne man das gemeinsam vertiefen. Entgegen kommt dem Herzolino-Team sicherlich, dass das benachbarte "Vogelhaus" bereits über Walderfahrungen verfügt. Beide Einrichtungen werden künftig zu einer Einheit verschmelzen.

Im Wolfsberger Comenius-Kindergarten hat man sich in den letzten Wochen schon voll auf das neue Thema eingestellt. Die Gruppenräume wurden dekoriert durch Bastelarbeiten der Kinder, Infomaterial ist ausgestellt, auch wird mit Früchten des Waldes gearbeitet. Vieles dreht sich um den Wald. Und das soll noch bis September 2015 andauern. So lang geht das Projekt.

Bei dem Besuch in Wolfsberg konnte sich Eva Reitz selbst ein Bild machen. Begleitet wurde sie von Manuela Drebinger, die der Delegation als Gattin des Stadtrats Walter Drebinger angehörte und Erzieherin im Martin-Luther-Kindergarten ist. Schon deshalb hatte auch sie großes Interesse an der Arbeit der Kolleginnen in der Partnerstadt.

Der Wolfsberger Kindergarten ist in städtischer Hand, hat fünf Gruppen und ist wabenförmig angelegt. Das schafft große Räume. Einen Speiseraum gibt es nicht, gegessen wird in der Gruppenzimmern. Und gekocht wird selber. Auch erfuhren die Gäste, dass dort nur Kinder ab drei Jahren aufgenommen werden, also nicht jünger. Und sauber sollten sie sein, wie die Leiterin Andrea Gosch ergänzte.

Die Arbeit im Wald ist für die Wolfsberger Erzieherinnen nichts Neues. "Wir waren immer schon draußen", sagte Gosch. Jetzt mache man das mit fünf ausgebildeten Waldpädagogen, jeweils einer pro Gruppe. Diese werden über das Comenius-Projekt bezahlt. Den Wolfsbergern werden 24 so genannte Mobilitäten gewährt, im Wert von etwa 20 000 Euro. Diese sollen gewährleisten, dass die beteiligten Kinderpädagogen ihre Reisen durchführen können. Um die Waldfachleute aus dem Topf mit bezahlen zu können, müsse man halt bei den Fahrten etwas sparen, sagt Gosch.