Vermutlich wäre es einfacher gewesen all die Dinge aufzuzählen, die Ute Manz nicht macht. Denn die Liste, die Laudatorin Uschi Schmidt vortrug, mochte nicht enden. "Sie ist nicht in der Kofirmenantenfreizeit tätig", war zumindest ein Punkt, den man bei der Recherche zur neuen Preisträgerin der Wilma 2019 herausgefunden hat.

Schwerer Preis

Auf dem Sockel des schwergewichtigen Preises ist eingraviert: Umweltbeauftragte der evangelischen Kirchengemeinde. Manz hat das Amt angenommen, wie es in vielen anderen Kirchenvorständen üblich sei. Schmidt ergänzte aber: "Nicht jeder geht das mit System an. Dass die evangelische Kirchengemeinde in einigen Wochen mit dem Grünen Gockel ausgezeichnet wird, ist ihr zu verdanken."

Diese Umweltzertifizierung kann übergeben werden, weil Manz die Nachhaltigkeit der Leuchtkörper ebenso prüfte, wie die Umweltverträglichkeit von Reinigungsmittel in der Kirche. Allein dieses ehrenamtliche Engagement ist bereits zeitraubend. Aber nicht genug für die Mutter von vier Kindern, für die Bauingenieurin, die bei der Deutschen Bahn für die Ausbesserung und Neubau von Brücken zuständig ist. Sie ist ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe aktiv, organisiert die Sprachpaten, betreut Menschen im Kirchenasyl. Sie unterstützt den fairen Handel, ist aktiv im Kreis für Migration und Integration, und, und, und ...

Den Preis, eine Steinfigur, bekam sie vom Vorjahrespreisträger Mark Deavin überreicht. Manz erklärte zum Preis: "Ich bin total platt, ich weiß nicht, was ich sagen soll."