• Feuerwehreinsatz in Hagenau (Baiersdorf) am Freitagabend (10. September 2021)
  • Gefährlicher Schwelbrand in Wohnhaus: Katze stirbt, Familie kann sich retten 
  • Mehrere Geschosse unbewohnbar: Familie findet Unterschlupf bei Großmutter
  • "Vielen Dank": Vater der Familie meldet sich mit emotionalem Statement - und hat dringende Bitte 

In einem Einfamilienhaus im Baiersdorfer Gemeindeteil Hagenau (Landkreis Erlangen-Höchstadt) brach am Freitagabend (10. September 2021) gegen 18 Uhr ein Brand im ersten Obergeschoss aus. Die Familie hat dabei fast alles verloren. Doch sie ist nicht allein. Wie der Vater jetzt in einem emotionalen Statement schrieb, ist die Familie von der Hilfsbereitschaft überwältigt. Und er hat eine dringende Bitte. 

Update vom 24.09.2021: Familie von Sachspenden überwältigt - "Vielen Dank!"

"Unsere Patchwork-Familie (2+5), wir möchten uns alle bei den Einsatzkräften, Spendern, Organisatoren und den vielen Kindern danken, die uns bereitwillig einen Teil ihrer Sachen vorbeigebracht haben", schreibt Mirko Haag in einer Nachricht an inFranken.de. Der Brand, bei dem die Haags beinahe alles verloren haben, scheint nicht nur die Familie schwer getroffen zu haben. Unter den Bewohnern der Gemeinde Baiersdorf hat das tragische Schicksal eine Welle der Solidarität ausgelöst.

Die Familie zeigt sich zwar überglücklich über die zahlreichen Sachspenden, bei der Organisation und Unterbringung der vielen Dinge stoße man aber mittlerweile an Grenzen. Die Wohnung der Oma reicht gerade aus um die Familie und die ersten Spenden unterzubringen. Die Gemeinde Baiersdorf verschaffte den Haags durch die Bereitstellung eines Lagerraums zwar etwas Spielraum, doch Mirko Haag appelliert: "Bitte momentan keine Sachspenden mehr, kein Platz!"

Spenden aller Art würden zwar sehr gerne angenommen und in jedem Fall sinnvoll verwendet, dennoch habe der Brand die Familie vor allem auch in eine finanzielle Notlage gebracht. Aus diesem Grund sammelt das evangelische Pfarramt Langensendelbach auch Geldspenden: "Wir stehen mit der Familie in Kontakt und helfen ihnen sehr gerne mit den Spenden!"

Wer die Familie Haag in dieser schweren Zeit unterstützen will, kann dies über das Konto der Kirchengemeinde tun:
IBAN: DE22763500000005000146
BIC: BYLADEM1ERH
Betreff: Brand Hagenau 

Feuer in Baiersdorf: Dichter Rauch steigt von Wohnhaus auf

Nachbarn wurden laut dem Bericht der Kreisbrandinspektion Erlangen-Höchstadt am Freitagabend von Kindern aufgeschreckt, die auf der Straße um Hilfe riefen. Sie alarmierten die Feuerwehr. Die erste Meldung habe für die Einsatzkräfte dementsprechend gelautet: Personen in Gefahr.

Als die Einsatzkräfte daraufhin vor Ort ankamen, sei beim Wohnhaus dichter, schwarzer Rauch aus dem Ober- und Dachgeschoss aufgestiegen. Die Feuerwehr habe sofort den Brandort erkundet und sei unter schwerem Atemschutz über die Eingangstüre ins Gebäude gelangt. Alle Fenster seien geschlossen gewesen, weshalb sich ein "gefährliches Rauchgas-Gemisch" gebildet habe. "Mit steigender Hitze drohte damit die Gefahr einer Durchzündung", heißt es in dem Bericht.

"Einen ausgedehnten Schwelbrand konnte die Feuerwehr, die zwischenzeitlich mit zwei Angriffstrupps im Gebäude war, im Obergeschoss ausmachen und ablöschen. Umfangreiche Suchmaßnahmen wurden durchgeführt, da noch zwei Katzen vermisst gemeldet wurden", schreiben die Einsatzkräfte weiter. "Die Eltern und drei Kinder waren allesamt im Garten, es war niemand im Gebäude", sagt Kreisbrandmeister Sebastian Weber auf Nachfrage von inFranken.de.  Allerdings starb bei dem Feuer eine der beiden Katzen, die Feuerwehr habe sie schon leblos aufgefunden. 

Enormer Schaden in oberen Stockwerken

Nachdem  die Einsatzkräfte das Feuer gelöscht hatten, sei ein Höchleistungslüfter zum Einsatz gekommen, der das Gebäude möglichst rauchfrei gemacht habe. "Der Schaden durch den schwarzen Brandrauch war vor allem im Ober- und Dachgeschoss enorm, sodass dieser Bereich bis auf Weiteres unbewohnbar ist", informiert die Kreisbrandinspektion. Fast 40 ehrenamtliche Feuerwehrfrauen und -männer seien im Einsatz gewesen.

Zur Ursache des Brandes könne man nur spekulieren, so Weber gegenüber inFranken.de. "Es waren eventuell Elektrobauteile verantwortlich, das waren zumindest die ersichtlichen Gegebenheiten, die die Feuerwehr vorgefunden hat", sagt Weber. Die Polizei habe aber die Ermittlungen der genauen Brandursache aufgenommen, um dies zu untersuchen. 

Kreisbranddirektor Stefan Brunner hat die Familie am Tag nach dem Brand besucht, wie er in einem Facebook-Post vom Samstag, 11. September 2021, schreibt: "...ich war eben nochmals bei der Hagenauer Familie, die gestern Abend beim Brand ihrer Wohnung fast alles verloren hat, um ihr für die nächste Zeit Unterstützung und Beratung für einen sicheren Wiederaufbau ihres Heims und bei Behördenkontakten anzubieten". Dort erlebte er auch einen Moment voller Emotionen, wie er schreibt. 

"Zu Tränen" gerührt: Familie aus Baiersdorf bekommt nach Hausbrand unerwarteten Besuch

"Während meines Besuchs kam ein Bub aus Hagenau mit seinem Fahrrad vorbei und brachte einen Rucksack voll Lebensmitteln und anderen sinnvollen Sachen für den täglichen Gebrauch, die Hagenauer Bürgerinnen und Bürger spontan gespendet haben", schreibt Brunner. Dies sei "eine kleine, aber trotzdem so wundervolle Geste" gewesen, die "die Betroffenen zu Tränen rührte". Auch für ihn selbst sei es ein "echter Gänsehautmoment gewesen", so Brunner im Gespräch mit inFranken.de. "Der Bub hatte wohl selbst in seiner Straße zu sammeln begonnen. Ich stand gerade mit der Familie im Garten, als er plötzlich mit dem Rucksack daherkam."

Auch habe die Familie mittlerweile etliche Kartons mit Sachspenden wie Kinderkleidung erhalten. Doch Brunner hat eine weitere Bitte: "Die Familie hat in der Wohnung der Oma erst einmal ein Dach über den Kopf gefunden, wo man aber natürlich eng zusammenrücken muss und kaum Platz hat, irgendwelche Sachen unterzubringen. Deswegen bräuchte man erst einmal dringend eine Garage oder eine anderen vergleichbar großen Lagerraum, wo man verschiedene Sachen, die momentan in der eigenen Garage stehen, die nun erst einmal als Aufenthaltsraum bzw. Kinderzimmer mit genutzt werden soll, unterbringen könnte."

Deshalb sei nun jemand gesucht, der "für die nächsten 6 bis 12 Monate eine Garage oder Vergleichbares zur Verfügung stellen könnte". Der Familie, die weiterhin in Hagenau untergekommen ist, wäre damit, so Brunner, "sehr geholfen". Gegenüber inFranken.de schildert der Kreisbranddirektor, dass es wohl der Akku eines Modellflugzeugs gewesen sei, der laut dem Vater "zu brennen begonnen und sich in das Sofa eingeschmolzen" hatte. Wer den Betroffenen helfen möchte, könne sich an Christiane Börstinghaus vom evangelischen Pfarramt in Langensendelbach unter der Telefonnummer 09133/605055 wenden. 

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