Die Pläne für das Fachmarktzentrum Aischpark-Center am Kieferndorfer Weg und das geplante Hotel mit bis zu 200 Betten sorgen seit Wochen für Diskussionsstoff in Höchstadt und Umgebung. Braucht Höchstadt ein solches Einkaufszentrum oder nicht?

Bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen haben Höchstadter Innenstadt-Geschäftsleute bereits ihre ablehnende Haltung artikuliert. Der Fränkische Tag hat jetzt Arndt Zauritz, den Geschäftsführer des Investors, gebeten, einige Fragen zu beantworten:

Hat es von Geschäftsleuten aus der Höchstadter Innenstadt Anfragen gegeben, mit in das Aischpark-Center zu gehen? Besteht noch die Möglichkeit, wurden sie überhaupt gefragt?
Arndt Zauritz: Nachdem bereits vor ca. drei Jahren das Aischpark-Center über die Presse wie auch im Stadtrat der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, gab es bislang nur vereinzelte Nachfragen von örtlichen Geschäftsleuten. Auch aktuell liegen kaum nennenswerte Nachfragen vor, obwohl das Aischpark-Center nun mehrfach breit über die Presse regional vorgestellt wurde.
Einige Anfragen dienten in erster Linie der Vermittlung von Insiderwissen, um dann gezielt gegen das Projekt zu rebellieren, so z.B. ein Outdoorsport-Anbieter.

Welche ähnlichen Projekte haben Sie als Investor bereits realisiert?
Die Firmengruppe Stadter und Zauritz entwickelt, realisiert und betreibt seit mehr als 40 Jahren sehr erfolgreich die Hotelgruppe Center Hotels mit derzeit vier Hotels und mehr als 20 Einkaufs-/Fachmarkt- und Nahversorgerzentren, sowie zusätzlichen Wohnungsbau. Alle realisierten Objekte werden überwiegend im Eigenbestand gehalten und gemanagt.

In Schwaig bei Erding hatten Sie auch ein Einkaufszentrum mit Hotel geplant. Warum ist aus diesem Projekt nichts geworden?
Die Planung für ein Einkaufszentrum am Flughafen in München wurde dahingehend geändert, dass an diesem Standort nur ein Hotel (bereits im Bau), ein großes Parkhaus und ein Boarding House, gegebenenfalls mit einem integrierten Lebensmittelmarkt, realisiert werden. Es ist bis jetzt also zielführend und erfolgreich umgesetzt.
Das im benachbarten Erding nur drei Kilometer entfernte und bestehende Fachmarktzentrum wurde permanent erweitert, so dass in Schwaig am Flughafen kein zusätzlicher Handelsbedarf besteht.

Gegner des Aischpark-Centers verweisen immer wieder auf das von Ihnen vor Jahren mit initiierte Atrium in Bamberg, das heute fast komplett leer steht. Wie kam es dazu und warum könnte dem Aischpark-Center in Höchstadt nicht ein ähnliches Schicksal drohen?
Das Einkaufszentrum Atrium in Bamberg wurde im März 1990 mit damals 55 Geschäften eröffnet und entwickelte sich in den ersten 15 Jahren sehr erfolgreich. Es erfreute sich bei der Bevölkerung von Bamberg und Umgebung größter Beliebtheit. Auch das Zusammenwirken mit der Innenstadt funktionierte hervorragend - z.B. wurden viele gemeinschaftliche Werbemaßnahmen der Cityhändler und der Werbegemeinschaft des Atriums durchgeführt.
Durch den Verkauf des Atriums an Investoren litt die Managementbetreuung des Centers sehr. Die neuen Betreiber kümmerten sich nicht um eine qualifizierte Betreuung des Centers, so dass wichtige Ankermieter wie Wöhrl, Edeka und andere das Center verließen und der Kollaps vorprogrammiert war.
Ich habe in den letzten fünf Jahren immer wieder versucht, das Atrium zurückzukaufen, um hier eine Neugestaltung vorzunehmen und die Liegenschaft wieder aufblühen zu lassen. Das ist aber daran gescheitert, dass die Verkäufer nur ein Gesamtpaket von etwa 20 ähnlichen Immobilien, über ganz Europa verteilt, veräußert haben.

Warum wird das Angebot im Aischpark-Center nicht auf das reduziert, was für Höchstadt-Ost dringend gefordert wird - ein Lebensmittelmarkt?
Das geplante Aischpark-Center dient als Versorger für die ganze Stadt und das für das Mittelzentrum festgelegte Einzugsgebiet. Insbesondere werden im Aischpark-Center nicht vorhandene oder nur gering vertretene Branchen ideal ergänzt und somit dazu beitragen, dass keine weitere Kaufkraft in die umliegenden Städte abfließt und Höchstadt als Mittelzentrum gestärkt wird.
Erst vor kurzem wurden zwei neue Einkaufszentren, einmal in Neumarkt und einmal in Stein bei Nürnberg, mit vergleichbarem Mieter- und Branchenbesatz eröffnet. Auch diese neuen Center werden mit zu einer Stärkung des Gesamt-Einzelhandels in diesen Städten beitragen.

Wie wird das Aischpark-Center verkehrstechnisch angebunden und was ist geplant, um die Belastung der Anwohner in Grenzen zu halten?
Das Aischpark-Center wird verkehrstechnisch über zwei bereits gut ausgebaute Verkehrsstraßen - Kieferndorfer Weg und Große Bauerngasse - mit mehreren Zufahrten ideal erschlossen, mit einer erhöhten Belastung der Anwohner ist nicht zu rechnen.
Zirka 700 ebenerdige Kundenparkplätze sorgen am Aischpark-Center für einen reibungslosen Verkehrsfluss. Dies wird in Kürze auch durch ein externes Gutachten Bestätigung finden.
Eine öffentliche Bushaltestelle wie auch ausreichend Fahrradstellplätze am Aischpark-Center steigern die Erreichbarkeit auch für Nicht-Pkw-Nutzer.

Was möchten Sie zu den Gegnern des Aischpark-Centers sagen?
Fakt ist, dass seit vielen Jahren eine Handelserschließung im Osten der Stadt dringend benötigt wird. Auch ist das Fehlen von adäquaten Hotel-Übernachtungsmöglichkeiten in Höchstadt latent mangelhaft und entsprechend der Stadtentwicklung abträglich.
Nun hat die Stadt, hauptsächlich durch die Initiative von Bürgermeister Gerald Brehm, das Glück, einen geeigneten ortsnahen Investor gefunden zu haben, der mit seinem Team seit 2011 die zwei dringenden Defizite der Stadt ausgleichen wird. Um somit dem Wunsch der mehrheitlichen Bevölkerung Rechnung zu tragen.
Zu betonen bleibt hierbei auch, dass die wenigen Gegner des Vorhabens nicht auf das Wohl der Stadt Höchstadt bedacht sind, sondern nur aus Eigeninteresse handeln. Das ist der wesentliche Unterschied zu den Initiatoren des Aischpark-Centers.
Letztlich werden aber auch die Gegner von der positiven Entwicklung des Standortes profitieren. Dann aber werden wir sicher von dieser Seite vernehmen, dass sie schon immer dafür waren.

Die Fragen stellte Andreas Dorsch.