Der Neubau des Weitramsdorfer Kindergartens könnte wie vorgesehen im März 2015 übergeben werden. Das war eine der wichtigsten Neuigkeiten in der Gemeinderatsitzung am Montagabend. "Im Moment ist keine notwendige Verlängerung in Sicht", berichtete Architekt Lutz Wallenstein von Archi Viva.

Am 27. Juni begann der Rohbau. Zwar liege man rund drei Wochen hinter dem Zeitplan, doch nachdem jetzt nicht mehr zuerst die Kinderkrippe fertig gestellt wird, komme man zügig voran. Bei den Kosten laufe es noch besser: Bisher konnten zwischen 30 000 und 40 000 Euro eingespart werden. "Wir sind nicht gefährdet, übers Ziel hinauszuschießen", meinte Wallenstein. Der L-förmige Neubau soll mit großzügigen Räumen das neue pädagogische Konzept ermöglichen und künftig drei Kindergarten- und zwei Krippengruppen beherbergen. Dank einer mobilen Trennwand zwischen dem Bistro- und Multifunktionsraum können auf der 100 Quadratmeter großen Nutzfläche auch größere Veranstaltungen stattfinden. Sollte die Nachfrage nach Veranstaltungsmöglichkeiten in der Umgebung sinken, könnte das neue Gebäude dreigeteilt und die Räume, dank herausnehmbarer Wände und separater sanitärer Anlagen einer anderen Nutzung zugeführt werden.

Der Brief des Grafen

Auf der Tagesordnung stand auch die Zukunft des Wildparks Schloss Tambach. Der Bürgermeister verlas den Brief des Inhabers Heinrich Graf zu Ortenburg, mit dem die Gemeinde, Landkreis und Stadt Coburg, die Regierung von Oberfranken und die Stadt Seßlach über die bevorstehende Schließung des Parks Mitte November aus wirtschaftlichen Gründen informiert wurden.

Die besucherstärkste touristische Attraktion im Landkreis könnte "trotz jahrelanger Bemühungen und großem Einsatz der Mitarbeiter und meiner Familie nicht kostendeckend betrieben werden, sodass seit vielen Jahren ein Defizit im hohen fünfstelligen Beriech ausgewiesen werden muss", schreibt Graf Ortenburg. Er regt an, "diese touristische Bildungseinrichtung" durch ein gemeinsames Konzept zu erhalten. Es müsste allerdings schon bis Ende Juli stehen. "Es wird unverzichtbar sein, eine zusätzliche Finanzierungsmöglichkeit durch die öffentliche Hand zu erreichen." Seiner Ansicht nach müsse gewährleistet sein, dass der Park wenigstens kostendeckend arbeiten könne. Bauersachs informierte, dass bereits Gespräche mit dem Grafen stattgefunden haben. Inzwischen hat der Landrat zu einem Runden Tisch eingeladen. Der Bürgermeister erhofft sich Informationen, was die Gemeinde Weitramsdorf tun kann oder darf. Marco Anderlik (CSU) forderte ebenfalls erst einmal Rechtssicherheit. Aus dem Gemeinderat kamen unteranderem von Anke Schäfer (ÜPWG) Forderungen, dass alle Zahlen und Fakten auf den Tisch gelegt werden müssten. Gegen den Zeitdruck regte sich Widerstand: "In einem Monat ist das nicht zu schaffen", meinte Josef Janson (BfB). Christian Gunsenheimer (FW) bot an, das Thema in den Kreistag zu tragen.

Dringlichkeitsanträge dreier Fraktionen

Schon zu Beginn der Sitzung hatte der Gemeinderat Dringlichkeitsanträge der Fraktionen Freie Wähler-Bürgerverein (FW-BV), Dorfgemeinschaft Neundorf (DGN) und der Überparteilichen Wählergemeinschaft (ÜPWG) über das weitere Vorgehen zur Ansiedlung der Diakoniestation Weitramsdorf-Seßlach in der ehemaligen Schule in Neundorf in die Tagesordnung aufgenommen.

Die Fraktionen begründeten die Anträge damit, dass die Station "so schnell wie möglich die wirtschaftlichen und betriebsorganisatorischen Herausforderungen lösen muss, egal ob in Neundorf oder an einem anderen Standort". In der neuen Legislaturperiode müsse nun zügig gehandelt werden: "Es besteht die seltene Chance, ein expandierendes Unternehmen mit mehr als 30 Mitarbeitern in unserer Gemeinde anzusiedeln", schrieben die Fraktionsvorsitzenden weiter. Für die ehemalige Schule ergebe sich "eine geradezu einmalige Möglichkeit der gewerblichen Folgenutzung", die auch die Forderungen der Neundorfer Vereine einbeziehe.

Es soll festgestellt werden, wer was braucht

Vor der Diskussion wies der Bürgermeister darauf hin, dass er bereits aktiv geworden sei. Erste Gespräche mit den Verantwortlichen der Diakonie, mit Geschäftsführer Volker Hahn und Pflegedienstleiterin Silvia Schinkel hätten bereits stattgefunden. Mit den Vereinen werde er sich in den nächsten Tagen treffen. Nun solle ein Konzept "mit einem fachkundigen Architekten erstellt werden". Bauersachs sagte weiter: "Wenn wir wissen, was die Vereine wollen und was die Diakonie braucht, werde ich das Konzept dem Gemeinderat vorstellen. Es wird zeigen, was machbar ist." Der Antrag auf Beauftragung eines Architekturbüros mit der Raumplanung und Kostenschätzung sowie dem Vergleich von Modernisierung und Neubau wurde mit 14 zu 5 Stimmen angenommen. Der Bürgermeister wurde mit 15 zu 4 Stimmen beauftragt, bis zur Beschlussfassung am 28. Juli mit den Neundorfer Vereinen ein Raumkonzept zu erarbeiten. Abschließend wurde die Beratung und Beauftragung bis zum Ende der Leistungsphase 2 an den Bauausschuss übertragen (17:2 Stimmen).

Bürgermeister möchte, dass 2015 alles bereit ist

Zu den Sitzungen sollen die Verantwortlichen der Diakoniestation sowie ein Sprecher der Ortsvereine eingeladen werden. Einstimmig votierte das Gremium dafür, die Planungen dem Gemeinderat bis zur Sitzung am 20. Oktober vorzulegen. Bauersachs bekräftigte, dass er sich einen Einzug im Jahr 2015 wünschen würde: "Es sollte uns ein Anliegen sein, dass die Diakonie mit so viel Aufwand wie nötig, aber so wenig wie möglich" in Neundorf einziehen könne.