Den höchsten Haushalt ihrer Geschichte hat die Gemeinde Sonnefeld im Rechnungsjahr 2016 zu stemmen. Das vom Gemeinderat am Mittwoch verabschiedete Zahlenwerk umfasst ein Volumen von 14,5 (Vorjahr 13,2) Millionen Euro. Projekte, die im Zeitraum bis 2019 auf der kommunalen Agenda stehen, umfasst der vorgelegte Investitionsplan. Das umfangreiche Zahlenmaterial war von der Kämmerei vorbereitet und illustriert, im Haushaltsausschuss beraten und in den drei Fraktionen diskutiert worden. Bevor der Gemeinderat seine Zustimmung erteilte, signalisierten Richard Bäuerlein (CSU-Fraktion) und Norfried Hager (GUB) unter Verweis auf im Gemeindebereich weiter erforderliche Maßnahmen ihr Einverständnis. "Wir werden gespalten abstimmen", kündigte Bernd Lauterbach für die SPD-Fraktion an.
Bei jeweils zwei Gegenstimmen aus der SPD-Fraktion wurden schließlich Finanzplan, Stellenplan, Haushaltsplan und Haushaltssatzung "durchgewunken".

Als wesentliches Standbein der Finanzplanung bezeichnete Bürgermeister Michael Keilich (CSU) die mit drei Millionen relativ stabile Einnahme aus der Gewerbesteuer. Hinzu kommen 600.000 Euro Grundsteueraufkommen. Bei Einkommens- und Umsatzsteuerbeteiligung erwartet Sonnefeld im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von rund 150.000 Euro auf 2,4 Millionen. Gleichzeitig, so Kämmerer Heiko Lech, verringern sich Schlüssel- und Finanzzuweisungen auf 547.000 Euro. Aus dem Betrieb der Veranstaltungshalle als neuem Gewerbebetrieb erwartet die Gemeinde Umsatzsteuerrückerstattungen im dreistelligen Bereich. Einnahmen aus Grundstücksverkäufen, Mieten und Pachten sind mit 1,3 Millionen Euro eingestellt.


Reduzierung

Besonderen Wert legte der Bürgermeister auf die Feststellung, dass auch das Haushaltsjahr 2016 ohne Kreditneuaufnahmen bewältigt werden kann. Bestehende Kreditverpflichtungen würden planmäßig um 170.960 Euro zurückgeführt.

Als wesentliche Investitionsmaßnahmen sind ausgewiesen: Veranstaltungshalle 1,7 Millionen Euro, Erschließung Baugebiet "Am Dorfberg", Sonnefeld, 260.000 Euro, Realisierung Baugebiet "Stierwiese", Gestungshausen, 210.000 Euro, Anschaffungen Veranstaltungshalle 130.000 Euro.

Für rege Diskussion sorgte ein von Bernd Lauterbach (SPD) vorgelegter und kurzfristig in die Tagesordnung aufgenommener Antrag "Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße Hassenberg - Weickenbach". Allerdings befinden sich rund 150 Meter "Weißer Weg" der gegenwärtig nur für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge freigegebenen Verbindung im Privatbesitz. "Der Hauptanlieger ist nach ersten Sondierungen nicht zum Verkauf oder Tausch bereit", erläuterte Bauamtsleiter Stefan Dümmlein die aktuelle Situation. Damit sei keine Grundlage für weitere Maßnahmen vorhanden. Folgerichtig befürworteten lediglich drei Gemeinderäte den Antrag.
Bis in das Jahr 2006 reichen Bemühungen um eine Erschließung des Bereichs "Stierwiese" im Gemeindeteil Gestungshausen zurück. Eine Maßnahme, die jetzt wieder aufzugreifen ist. Für elf mögliche Bauparzellen sind nach Ausführungen des Bauamtsleiters bereits fünf Interessenten registriert. Einstimmig wurde die sofortige Vergabe der Planungsarbeiten an das Ingenieurbüro IVS Kronach befürwortet.


Zuschuss für die Kirchengemeinde Hassenberg

Mit bis zu 20.000 Euro beteiligt sich die Kommune im einstimmig gefassten Beschluss am Projekt der evangelischen Kirchengemeinde Hassenberg, der Renovierung der Schlosskirche.

Der vom Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband erstellte Jahresabschluss 2014 der Gemeindewerke schließt bei einer Bilanzsumme 10,4 Millionen Euro mit Jahresgewinn 13 976 Euro ab. Ohne Gegenstimmen befürwortete der Gemeinderat die Feststellung des Zahlenwerks sowie die Verwendung zur Tilgung des Verlustvortrags.