Kurz bevor auf dem Marktplatz in Coburg der Einlass für die Konzertbesucher beginnt, herrscht bei den Mitgliedern der Original Prinz Albert Blasmusikkapelle, kurz OPA, noch Hektik. Beim Soundcheck hat noch nicht alles gepasst, am Eingang liegen noch nicht genug Bändchen bereit, und ein Video, das später auf dem großen Bühnenbildschirm gezeigt werden soll, muss noch kurzfristig geändert werden. Trotzdem beschreibt OPA-Chef Christian Limpert die Situation als "beruhigend", denn: "Das sind Probleme, die wir schon von unseren anderen Auftritten kennen - heute hätte noch viel mehr schief gehen können."

Das Konzert auf dem Marktplatz sei, was die Planung und die Finanzierung angeht, das "wohl riskanteste Projekt" für das Ensemble gewesen. Durch die Corona-Pandemie konnte das Konzert nur unter strengen Hygieneauflagen stattfinden, und am Ende hätte auch das Wetter dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung machen können. Denn hätte es so stark geregnet wie in den Tagen vor dem Konzert, wäre den Musikern vielleicht nichts anderes übrig geblieben, als den Auftritt noch abzusagen - und die investierte Arbeit wäre umsonst gewesen.

Der Mut wird belohnt

Am Samstagabend zeigt sich, dass sich der Mut, ein Konzert unter erschwerten Bedingungen zu veranstalten, sowohl für die Musiker als auch für die Konzertbesucher gelohnt hat. Zwar ist der Kartenvorverkauf eher schleppend verlaufen, aber weil das Wetter am Samstagabend traumhaft ist, haben sich noch zahlreiche Gäste an der Abendkasse ein Ticket gesichert. Am Eingang mussten die Gäste zur Kontaktnachverfolgung ihre persönlichen Daten angeben oder über die Luca-App beziehungsweise die Corona-Warn-App einchecken. Auf dem Weg zum Platz oder zum Catering galt Maskenpflicht - auf dem Sitzplatz durfte die Maske dann abgenommen werden.

Stühle statt Bierbänke

"Das bisschen ist definitiv zu verschmerzen", findet Alexandra Kons, die sich das Konzert zusammen mit ihrer Freundin Jana Schlömer anschaut. Tabea Renner und Sophia Scheler finden es zwar schade, dass sie die Bierbänke des OktOPAfests gegen Stühle tauschen mussten, aber: "Die Kulisse ist der Hammer, das Konzert wird sicher trotzdem bombig!" Petra Scheidmantel ist sich vor dem Auftritt ebenfalls sicher, dass die Stimmung grandios wird - allerdings macht ihr das auch Sorge: "Noch halten sich alle an die Auflagen - aber ich befürchte, wenn der Alkoholpegel steigt und die Hemmschwelle sinkt, könnte sich das ändern."

Schwerer Job für die Security

Petra Scheidmantel hat mit ihren Befürchtungen am Ende nicht ganz unrecht. Obwohl im Vorfeld darauf hingewiesen wurde, dass es nicht erlaubt ist, auf den Stühlen oder in den Gängen zu tanzen, lassen sich einige Gäste dann doch zu einer flotten Sohle verleiten. Security-Mitarbeiter haben an diesem Abend die schwere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Stimmung nicht zu gut wird - ohne sie dabei zu trüben.

OPA schafft es währenddessen in gewohnter Weise, das Publikum abzuholen: Mit dem Mix aus Klassikern und Neuinterpretationen begeistern die Musiker auch auf der großen Bühne. Das Publikum möchte die Blasmusikkapelle am Ende des Konzerts gar nicht mehr gehen lassen und verlangt mehrmals eine Zugabe. Doch irgendwann müssen auf der Bühne dann doch die Lichter ausgehen - auch, wenn die kleine "Corona-Auszeit" dann erst einmal vorbei ist.