Der Untersiemauer Bürgermeister, Rolf Rosenbauer (CSU), war am frühen Nachmittag nicht besonders glücklich, den neuen Sachstand bekanntgeben zu müssen: "Drei Phosporgranaten sind binnen kurzer Zeit geplatzt, wir mussten die Bundesstraße sperren." Der Nebel, den solche Granaten werfen, sei einfach eine zu große Behinderung für den schnellen Verkehr auf der Bundesstraße.


Erneut betonte der Bürgermeister, dass die Anwohner von Meschenbach oder Niederfüllbach keine Bange vor gesundheitsgefährdenden Stoffen haben müssen. "Zu keiner Sekunde", versicherte der Bürgermeister, habe eine Gefahr bestanden. Als um 12.50 die erste und kurz nach 13 Uhr die nächsten beiden Phosphorgranaten abbrannten, zog der Nebel sogar nicht einmal auf die Bundesstraße.
Er drehte ab in unbewohnte Bereiche des Itzgrund und löste sich dort schnell auf.


Wohin zieht der Rauch?


Rosenbauer verteidigte dennoch die Entscheidung, den Verkehr von der B 4 weg über kleinere Ortsverbindungsstraße an der Fundstelle der Munition zwischen Meschenbach und Niederfüllbach vorbei zu leiten. Ausschlaggebend sei dabei die Tatsache gewesen, dass am Nachmittag noch weitere Phosphorgranten aus der Itz gefischt wurden. Diese lagen zwar vermeintlich "still" in mit Wasser und Sand gefüllten Behältern, hätten aber jederzeit ebenfalls abbrennen können. "Wenn dies der Fall ist, weiß man nicht, wo der Rauch hin zieht", sagte Rolf Rosenbauer.


Niemand weiß, wann die Bergung abgeschlossen sein wird


Völlig aufgegeben haben Rosenbauer und Heinrich Bernhard Scho, der verantwortliche Sprengmeister, dagegen irgendwelche zeitlichen Einschätzungen. "Bis Samstag", sagte der Bürgermeister, gehe jetzt erst einmal der zeitliche Horizont. Ob dann aber wirklich Schluss sei, könne er noch nicht versprechen. Schließlich stehe bei der Räumung der Munition ausschließlich ein Aspekt im Vordergrund: die Sicherheit. "Deshalb brauchen wir über den Zeitrahmen momentan auch gar nicht reden", betonte Rolf Rosenbauer.


Phosphorgranaten, Handgranaten, Panzerminen, Gewehrpatronen


Am Mittwoch war die Kampfmittelräumung nach Einschätzung von Beteiligten etwa bei der Hälfte der rund 50 Meter langen Strecke angekommen. Erstmals wurde dabei auf der Brückenseite flussabwärts gegraben. Dort wurden dann auch schon nach kurzer Zeit die Granaten gefunden, die am frühen Nachmittag für Ärger sorgten. Insgesamt wurden inzwischen weit über 200 Kilo Munition aus der Itz gezogen - neben Phosphorgranaten waren auch Handgranaten, Panzerminen und massenhaft Gewehrpatronen darunter.