Für das laufende Wintersemester haben sich 1314 Studierende an der Hochschule Coburg neu eingeschrieben. Das sind 242 Erstsemester weniger als im letzten Wintersemester. Wie die Hochschule Coburg auf Anfrage mitteilte, sei der Rückgang der Zahl auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. Generell würden Studierende aus ganz Bayern darüber hinaus nach Coburg kommen, um ein Studium aufzunehmen. Seit Ausbruch der Pandemie würden sich Studierende tendenziell eher Hochschulen in der Nähe ihres Wohnorts aussuchen. In der Region um Coburg leben weniger potenzielle Studierende als zum Beispiel im Raum München.

Eva Seelinger kommt ursprünglich aus Fürth und studiert im fünften Bachelor-Semester BWL an der Hochschule Coburg. Bis zum ersten Lockdown hat sie ihr Studium mit einem Nebenjob in der Gastronomie finanziert. "Nach dem Lockdown fanden die Seminare und Vorlesungen dann online statt", sagt sie. Ihren Nebenjob musste sie wegen des Mehraufwands aufgeben.

Mehr Disziplin erforderlich

Wie Seelinger findet, erfordert das Online-Studium im Gegensatz zum Präsenz-Studium deutlich mehr Disziplin. "Es fällt wesentlich schwerer, dem Dozenten 90 Minuten lang über den Bildschirm zuzuhören." Außerdem könne es problematisch werden, dass die Veranstaltungen als Videos hochgeladen werden und dann jederzeit abrufbar sind. "Jedem ist selbst überlassen, wann er die Vorlesungen und Seminare ansieht."

Obwohl die Veranstaltungen jederzeit abrufbar sind, hält sich Seelinger strikt an ihren Stundenplan. "Am Montag verbringe ich etwa zehn Stunden vor dem Bildschirm, die Pausen brauche ich zur Nachbereitung." Ob die Prüfungen in diesem Semester wie gewohnt stattfinden können, steht noch nicht fest. Im Sommer mussten sich alle die Hände desinfizieren, für die Tische gab es Desinfektionstücher. "Wir mussten mit Maske in den Prüfungsraum gehen und diese aufbehalten bis alle Teilnehmer an ihren Plätzen saßen", erzählt Seelinger. Während den Prüfungen wurde regelmäßig gelüftet.

Wohnheime wieder ausgelastet

Weil die Kurse an der Hochschule Coburg lediglich virtuell stattfinden, sind die Studierenden nicht mehr in der Hochschule anwesend. Für all diejenigen, die ursprünglich nicht aus Coburg kommen, stellt sich die Frage ob es sich lohnt, weiterhin in Coburg zu wohnen.

Das Studentenwerk Oberfranken stellt in Coburg 622 Wohnheimplätze für Studenten zur Verfügung. Seit dem Wintersemester sind wieder fast alle Plätze vergeben. "Wir hatten dieses Semester eigentlich eine gute Nachfrage und sind außer ein paar Zimmern ausgebucht", heißt es von Seiten des Studentenwerks. Im Sommersemester, das während des ersten Corona-Lockdowns startete, sei die Situation eine andere gewesen. "Wahnsinnig viele sind von bereits abgeschlossenen Mietverträgen zurückgetreten. Als feststand, dass die Kurse online stattfinden, hat sich im Mai und im Juni gar nichts mehr getan." Generell sei das Sommersemester das schlechtere Vermietungssemester. "Zum Sommersemester nehmen weniger Studierende ein Studium auf, deshalb ist generell weniger Bewegung."

Generell hohe Fluktuation

Zum Start des Wintersemesters vermietet das Studentenwerk Oberfranken die Apartments in den Wohnheimen normalerweise zum September. "Die Zulassungszeiten haben sich durch Corona verschoben.

Es stand auch lange nicht fest, ob die internationalen Studierenden nach Coburg kommen oder nicht." Generell sei die Fluktuation zum Semesterwechsel sehr hoch. Ein Grund dafür ist, dass die Studierenden durch das Bachelor- und Mastersystem nur für wenige Semester an einer Hochschule studieren. Außerdem würden viele ihr Praxissemester außerhalb von Coburg verbringen.

Generell ist es laut dem Studentenwerk Oberfranken schwer, den Studierenden zu vermitteln, dass bei der Neuvermietung Fristen einzuhalten sind. "Viele wollten mit dem Unterschreiben des Vertrags warten, bis der Ablauf des Semesters endgültig feststand", heißt es. Aus diesem Grund sei es öfter notwendig gewesen, darauf hinzuweisen, dass eine Stornierung wie in einem Hotel nicht möglich ist.