Grub am Forst
Insolvenz

"Auftragseingang nahezu halbiert": Oberfränkisches Traditionsunternehmen stellt Insolvenzantrag

Der Möbelhersteller Pora hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das Traditionsunternehmen aus Grub am Forst (Kreis Coburg) berichtet von einem dramatischen Auftragseinbruch binnen kurzer Zeit. Müssen die derzeit 68 Mitarbeiter nun um ihren Job bangen?
Grub am Forst: Traditionsunternehmen Pora stellt Insolvenzantrag - Jobs in Gefahr?
Beim Möbelhersteller Pora aus Grub am Forst hat sich der Auftragseingang seit Mitte April 2022 "nahezu halbiert". Das Unternehmen stellte in der Folge beim Amtsgericht Coburg einen Eigenantrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Foto: Sebastian Ruska / inFranken.de
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  • Grub am Forst: Pora GmbH Polstermöbel aus dem Landkreis Coburg stellt Insolvenzantrag
  • Über 70 Jahre alter Betrieb in der Krise - 68 Mitarbeiter betroffen
  • Nachfrage zuletzt drastisch gesunken: "Auftragseingang seit Mitte April 2022 nahezu halbiert"
  • Hohe Rohstoff- und Energiepreise erschweren Lage laut Geschäftsführer zusätzlich

Das oberfränkische Traditionsunternehmen Pora ist in wirtschaftliche Schieflage geraten. Nach einem drastischen Nachfragerückgang innerhalb weniger Wochen hat der Hersteller von Polstermöbeln beim Amtsgericht Coburg einen Eigenantrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Dies teilt die Coburger Anwaltskanzlei Linse & Ehrlicher am Mittwoch (29. Juni 2022) inFranken.de auf Anfrage mit.

Grub am Forst: "Kostendeckende Fertigung" für Pora nach Auftragsrückgang "nicht möglich" - Suche nach Investor

Als Auslöser für die akute Krise des Möbelherstellers aus Grub am Forst wird neben hohen Material- und Stromkosten insbesondere ein massiver Einbruch an Aufträgen genannt. Laut Angaben des Unternehmens seien nicht nur die Preise für Rohstoffe und Energie gestiegen, auch der Auftragseingang sei zurückgegangen. "Der Auftragseingang hat sich seit Mitte April 2022 nahezu halbiert", wird Pora-Geschäftsführer Matthias Schmidt in einer Pressemitteilung der Kanzlei zitiert. "Eine kostendeckende Fertigung ist so nicht möglich."

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter hat das Amtsgericht Coburg den Fachanwalt für Insolvenzrecht Klaus-Christof Ehrlicher von der Kanzlei Linse & Ehrlicher bestellt. Dieser habe seine Arbeit umgehend vor Ort aufgenommen. "Die Löhne und Gehälter für die Arbeitnehmer sind für einen Zeitraum von drei Monaten vom Insolvenzgeld, das die Agentur für Arbeit auszahlt, gedeckt", erklärt Ehrlicher. "Das Unternehmen wird zunächst vollumfänglich fortgeführt." Zugleich beginne die Suche nach einem Investor für die Pora GmbH Polstermöbel. 

Seine Polstermöbel fertigt der traditionsreiche Betrieb mit Sitz in Grub am Forst für Verbände, Möbelhäuser und Endkunden. Laut Webseite des Möbelherstellers stehe Pora seit mehr als 70 Jahren für Polstermöbel "Made in Franken".  Gegenwärtig beschäftigt das Unternehmen 68 Arbeitnehmer. Inwieweit die Mitarbeiter vor Ort eine berufliche Zukunft haben, wird indes die Zukunft zeigen.

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