Coburg
Jubiläum

Geschmeidig und temperamentvoll

Robert Autsch tanzt am Wochenende sein 75. Turnier.
Robert Autsch mit einer Tanzpartnerin, geschminkt und gestylt für den Auftritt Foto: André Heller
Robert Autsch mit einer Tanzpartnerin, geschminkt und gestylt für den Auftritt Foto: André Heller
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An diesem Wochenende ist HUK-Arena zu ersten Mal Austragungsort einer hochkarätigen Tanzsportveranstaltung. Die Lateinformation des TV Ketschendorf richtet ein großes Tanzturnier aus. Das A-Team tritt am heutigen Samstag in der Regionalliga Süd an, das B-Team am Sonntag in der Ober- und Landesliga Bayern. Für den Coburger Robert Autsch ist dies sein 75. Turnier, an dem er sich geschmeidig und temperamentvoll nach dem Rhythmen der lateinamerikanischen Musik bewegen wird.

Zwar hat sich in den vergangenen Tagen bei Robert Autsch fast alles um das heutige Event gedreht, aber von Aufregung ist dennoch nichts zu spüren. Nach so vielen Auftritten, sagt der 33-jährige, habe er kein Lampenfieber mehr und sei relativ entspannt. Allerdings brauche er für sein Hobby ein gutes Zeitmanagement, räumt er ein. "Ich trainiere locker 20 Stunden in der Woche", erzählt er. Da er in Bamberg in der IT-Branche arbeite, müsse dies gut koordiniert werden. Damit die Tanzschritte sitzen, die Hüfte rhythmisch kreist und die Abläufe harmonisch verlaufen, sei viel Übung erforderlich. In den Tagen vor dem Turnier werde vor allen an den Feinheiten gefeilt. Eine Choreografie dürfe sechs Minuten dauern und dies erfordere höchste Konzentration und Körpereinsatz von den Akteuren. Auf die Frage, was den besonderen Reiz am Tanzsport ausmache, kommt die Antwort spontan: " Es ist ein Teamsport von Gleichgesinnten, bei dem wir gemeinsam für den Erfolg trainieren und einer für den anderen einsteht.”


Schuhcreme ins Haar

Die Vorbereitungen zu dem Tanzevent beginnen bereits am frühen Mittag mit Stellübungen, Schminken und dem Ankleiden. Das Haar wird gegelt und mit Schuhcreme geschwärzt, Theaterschminke sorgt für den südländischen Teint. Die Damen greifen zu künstlicher Bräune aus der Tube, bevor sie in die glitzernden Kostüme steigen. "Es geht auch darum, dass wir eine optische Einheit darstellen", sagt Robert Autsch. Sein Hobby teilt er mit seiner Lebensgefährtin Mareike Ponsel, die ebenfalls im A-Team tanzt. Der Coburger freut sich auf den Auftritt in der HUK-Arena. "Es ist ein schöner Abschluss der Saison für unsere heimischen Fans." Überhaupt sei der Aufstieg in die Regionalliga einer der schönsten Momente seiner Laufbahn gewesen. "Da lechzt man nach mehr", sagt er lachend. Wie Autsch berichtet, laufen die Vorbereitungen für dieses Wochenende seit Monaten, ein großes Organisationsteam sorgt für den reibungslosen Ablauf hinter und auf der Bühne. "Wir sind wie eine Firma organisiert", erklärt er.

Obwohl das Tanzen sehr viel Zeit beansprucht, kann sich der 33-Jährige nichts Schöneres verstellen. Vor 15 Jahren fing er klassisch mit einem Tanzkurs in einer Coburger Tanzschule an. "Da habe ich das Tanzen lieben gelernt", schwärmt er. Es sei eine gute Gelegenheit gewesen, um Leute kennenzulernen. Im Jahr 2004 begann er mit dem Formationssport bei der TSG Fürth und lernte André Heller, den jetzigen Cheftrainer der Lateinformation des TV Ketschendorf, kennen. Seit dieser Zeit gehen beide gemeinsame Wege. Autsch begleitete Heller bei seiner Trainerstation in Nürnberg, wo beide die Idee entwickelten, eine Formation in Coburg ins Leben zu rufen. Diese wurde im Jahr 2010 mit der Gründung der Tanzsportabteilung des TV Ketschendorf realisiert.

Robert Autsch ist laut André Heller eine der tragenden Säulen des Vereins, Vorbild für Nachwuchstänzer und stets verlässlicher Sportler. "Ich bin stolz, dass er mir bei jedem seiner Turniere als Tänzer die Treue gehalten hat, das ich seine tänzerische und persönliche Entwicklung mitgestalten durfte und heute bei diesem Jubiläum ihm als Trainer und Freund zur Seite stehen darf."

Übrigens: Mit 100 Turnieren gibt es eine Auszeichnung vom Deutschen Tanzsportverband. "Diese Auszeichnung haben bisher noch nicht viele Personen erhalten. "Wenn ich das jemandem wünsche, dann Robert Autsch. Ich hoffe, er bleibt noch fünf Jahre dem Sport treu, um diese Auszeichnung in Empfang zu nehmen", sagt Heller.