LKR Coburg
Naturschutz

Erste Hilfe für das letzte Coburger Moor

Über das Großprojekt Grünes Band wird jetzt dem Rottenbacher Moor geholfen. Nach mehreren Trockenjahren drohte es zu verbuschen.
Frank Reißenweber begutachtet im Herbst 2021 den Bewuchs im Rottenbacher Moor.
Frank Reißenweber begutachtet im Herbst 2021 den Bewuchs im Rottenbacher Moor. Foto: CT Archiv / Rainer Lutz

Das Rottenbacher Moor ist das bedeutendste seiner Art im weiten Umkreis. Die heißen und trockenen Jahre 2018 und 2019 setzten ihm arg zu. Jetzt bekommt dieser einzigartige Lebensraum Hilfe. Das älteste Naturschutzgebiet des Coburger Landes liegt im Grünen Band. Der Zweckverband dieses Naturschutzgroßprojekts beschloss, das Moor zu entbuschen.

Das ist nicht ganz einfach. Die Oberfläche trägt zwar jede Menge junger Faulbäume, Kiefern und anderer Gehölze, Maschinen trägt sie aber nicht. Deswegen wird die Entbuschung "motormanuell" vorgenommen. Der "wirtschaftlichste Bieter", der diesen Auftrag bekommt, muss also direkt Hand anlegen. Was dabei hilft, wie Projektleiter Stefan Beyer feststellte, sind bereits vorhandene Rückegassen im angrenzenden Moorwald. Durch sie können die entfernten Bäume per Seilzug aus dem Moor geholt werden. Die Gassen stammen zum Teil noch von den DDR-Grenztruppen. Die versuchten nämlich, das Moor trocken zu legen. Ein Politikum. BRD und DDR mussten sich auf höchster Ebene damit befassen. Das Schlimmste konnte verhindert werden. Heute bedrohen die Folgen des Klimawandels das Moor. In den Trockenjahren hatte sich der Wasserspiegel abgesenkt. In Nordbayern, das stärker von der Dürre betroffen war als der Süden, ging auch das Grundwasser stark zurück. Zwar kam das nicht mehr so trockene Jahr 2021 dem Moor zu Gute. Doch: "Mehrere solcher Dürrejahre in Folge könnten nicht mehr ausgeglichen werden", sagte Frank Reißenweber, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes Coburger Land, bei einer Besichtigung vor Ort im Herbst. Durch das Entfernen der Bäume und Büsche und einen Anstau der von den Grenztruppen angelegten Abflüsse kann dem seltenen Lebensraum geholfen werden - in der Hoffnung, dass die Zukunft nicht noch trockener wird.

Weitere Vorhaben im Grünen Band

Die Rettung des größten Moores der Region ist nur ein Punkt auf dem Arbeitsplan des Zweckverbandes für die kommenden Monate. Südlich des Straufhains im Landkreis Hildburghausen müssen Schlehenbüsche zurückgedrängt werden.

Bei Tremersdorf wurde in Grundstück angekauft, das mit Fichten bewachsen ist. Diese werden beseitigt, damit sich wie in der Umgebung ein Auwald entwickeln kann. In der Gemarkung von Elsa liegt Schweighof. Dort sind zwei Feuchtflächen vorhanden, die entlandet, vergrößert und zusammengeschlossen werden sollen.

Bei Unterlind und Rotheul sind umfangreiche Pflegemaßnahmen vorgesehen, die dazu dienen, eine wertvolle Heidelandschaft zu erhalten. Angrenzend im Raum Schierschnitz droht der Magerrasen am Zechsteinrücken zu verbuschen. Hier werden Maschinen eingesetzt, um die Fläche wieder frei zu halten. Nahe Rückerswind soll im Sommer eine Furt durch die Effelder angelegt werden.

Um Grundstücke im Sinne des Naturschutzes gestalten zu können, werden vom Zweckverband noch immer auch Flächen angekauft. Wie Stefan Beyer berichtete, wurden im vergangenen Jahr für drei Grundstücke in den Gemarkungen Rotheul, Lindenau und Streufdorf Kaufverträge abgeschlossen oder Landverzichtserklärungen zur Vorbereitung an das Thüringer Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation weitergeleitet. Drei weitere Kaufverträge seien in Vorbereitung. Dabei geht es um Flächen bei Poppenhausen, Adelhausen und Lindenau.