Mitten im Schneesturm kamen die Wüsten-Tiere: Beim Circus Henry, der sich nun schon lange in Dörfles-Esbach (Landkreis Coburg) niedergelassen hat, erblickte ein Kamelbaby das Licht der Welt. Aber es sollte nicht bei einem bleiben. Gut zwölf Stunden später, am Montagvormittag, kam ein weiteres Fohlen auf die Welt.

Zirkusdirektor Georg Frank hatte die Geburt der Fohlen für den Februar vorhergesagt. Wann es genau so weit sein würde, wusste er hingegen nicht. Vom Decken bis zur Geburt vergingen 13 bis 14 Monate. Dies könne man jedoch im Gegensatz beim Austragen eines Pferdes nicht so genau vorhersagen, erklärte er am Montag. Die Geburt des ersten kleinen Kamels habe sich aber schon angekündigt. Kamel-Dame Marussia sei seit zwei Tagen oft im Stall im Kreis gelaufen, was auf das Einsetzen der Wehen hindeute, sagte Senior Georg Frank. Auch pralle Euter und stehende Zitzen seien ein Zeichen, dass es bald so weit sein muss. Direkt nach dem Ende des "Tatort" am Sonntag (07.02.21) brachte die Stute Marussia ein gesundes Stutenfohlen zur Welt. Die Kamel-Mutter habe das ganz alleine geschafft, erzählte Frank.

Kamel-Geburt im Circus Henry verlief dank Mithilfe problemlos

Bei der Geburt des zweiten Stutenfohlens am Montagvormittag (08.02.21) mussten Sohn Werner-Georg und Schwiegersohn Horst Mai dann schon mithelfen und kräftig an den Läufen ziehen. Aber auch diese Geburt verlief dann problemlos. Die beiden Jungen und auch ihre Mütter sind wohlauf. Davon hatte sich auch gleich ein Tierarzt überzeugt. Die beiden Stutenfohlen werden für die nächsten acht Monate von ihren Müttern gesäugt. Für sie steht jetzt erst einmal die Kindergartenzeit an, ehe sie mit rund zwei Jahren die ersten Trainingseinheiten lernen müssen. Schließlich sind sie ja Zirkuskamele. Als "Schiffe der Wüste" sind die Mongolischen Steppen-Kamele ein Highlight im fantastischen Programm des Circus Henry, der in der Gemeinde Dörfles-Esbach wegen der Corona-Pandemie seit vielen Monaten ein vorübergehendes Zuhause gefunden hat.

Zirkusdirektor Georg Frank blickte hoffnungsvoll in die nahe Zukunft und versicherte: "Familienmitglieder aus drei Generationen würden gerne wieder die Menschen mit ihren Darbietungen erfreuen."

Der Circus Henry wurde 1812 in Breslau gegründet. Die Artistenfamilie Frank führt den klassischen Zirkus von Generation zu Generation. Die Franks zählen zu den ältesten Zirkus-Familien Europas. Das älteste noch erhaltene Dokument aus der langen Geschichte des Circus Henry ist der Wandergewerbeschein von 1887 - eine besondere Kostbarkeit im Archiv von Direktor Georg Frank. Wer den Circus mit Futterspenden unterstützen möchte, kann sich unter Telefon 0152/53222806 an das Familienunternehmen wenden.

Namensvorschläge für die Kamele gesucht

Noch haben die Kamel-Babys, die am Sonntag und Montag beim Circus Henry das Licht der Welt erblickten, keine Namen. Doch das soll sich bald ändern - und zwar mit Hilfe der Tageblatt-Leser! Wer Ideen hat, schickt seine Vorschläge bitte an redaktion.coburg@infranken.de (Betreff: Kamele). Die Verantwortlichen des Circus Henry würden sich freuen, wenn die Namen auf irgendeine Weise einen Bezug zu Dörfles-Esbach oder dem Coburger Land haben. Mit "Albert und Victoria" wird es allerdings nichts, weil es ja zwei "Mädchen" sind, die da geboren wurden. Aber vielleicht "Victoria und Alice"? Alice war die jüngere Schwester von Queen Victoria. Es darf aber auch gerne etwas Nichts-Adeliges sein! Zu gewinnen gibt es eine Ehrenkarte für den Circus Henry.