In Coburg gehört es schon zur Tradition, dass die Kaminkehrer aus Stadt und Landkreis in ihrer schwarzen Uniform mit ihren goldenen Knöpfen Lose zugunsten der Stiftung krebskranker Kinder am Samstag vor Silvester verkaufen. "Wir machen das schon seit 14 Jahren, einmal haben wir ausgesetzt, da haben die Coburger protestiert", sagt Hans Schreiber, der Vorsitzende des Vereins "Schornsteinfeger helfen krebskranken Kindern".

18 Kaminkehrer, darunter waren auch einige Kaminkehrerinnen, wie die Miss Handwerk aus dem Jahre 2018, Ramona Brehm, und drei Schlotfegerinnen aus Hessen, die von einem befreundeten Kaminkehrer aus Coburg eingeladen wurden und nur wegen dieser Aktion aus Hanau angereist sind. Die drei sind vom Marktplatz und den Menschen in Coburg total begeistert.

Fahrrad für den Enkel gewonnen

Vielen nahmen die Lose, um die krebskranken Kinder zu unterstützen. "Darunter ist Dominik Sauerteig aus Coburg, für den wichtig ist, schwer kranke Kinder zu unterstützen. Auch Rita Finzel aus Coburg möchte die "Schlotfeger" am letzten Samstag auf dem Marktplatz nicht missen. Aber auch, um einmal einem Schlotfeger über den schwarzen Anzug zu streichen. "Das soll Glück für das neue Jahr bringen." Bertram Böhm und seine Ehefrau Gudrun sind der Meinung, dass ein Kaminkehrer, wenn er einem über den Weg läuft, immer Glück bringt. Großes Glück hatten jetzt schon Olaf und Roswitha Soldan aus Dörfles. Jedes Jahr nimmt das Ehepaar Lose von den Kaminkehrern. In diesem Jahr brachten Kaminkehrer besonders viel Glück: Sie gewannen einen von 64 Hauptpreisen, ein Holzfahrrad. Es soll für den Enkel sein, der im Februar im nächsten Jahr das Licht der Welt erblickt. Insgesamt wurden 1500 Lose an Marktbesucher verkauft, aber auch an viele Touristen, die sich sehr über die Kaminkehrer freuten. Vor dem Transporter, in dem die Preise waren, bildeten sich bis in den frühen Nachmittag hinein lange Schlangen, um die Gewinne abzuholen. Denn jedes Los gewann. Die Preise wurden wieder von Firmen und Handwerksbetrieben aus Stadt und Landkreis zur Verfügung gestellt. Außerdem wurden Glühwein und Feuerzangenbowle gegen eine Spende abgegeben. So konnte der Vorsitzende des Vereins "Kaminkehrer helfen krebskranken Kindern", Hans Schreiber, dem Vorsitzenden der Stiftung für krebskranke Kinder Coburg, Uwe Rendigs, einen Scheck über 5000 Euro überreichen. Rendigs freute sich riesig über die große Spende und das große Engagement der Kaminkehrer.

Die Stiftung unterstützt zur Zeit 49 Familien im Landkreis, sowie in Hildburghausen und Sonneberg mit krebskranken Kindern. Darunter sind 16 Akutfälle. Die Stiftung braucht jedes Jahr rund 120000 Euro dafür. Aufgrund der aktuellen Situation am Geldmarkt könne man dies nicht mehr aus den Zinserträgen erwirtschaften, deshalb sei man dringend auf Spenden angewiesen, um die Familien auch weiterhin unterstützen zu können. Rendigs machte aber auch auf die Typisierungsaktion, die im Rahmen des Gesundheitstages am 16. Februar in Bad Rodach stattfindet, aufmerksam. mst