• St.-Johanniskirche in Bad Rodach wird Opfer von Vandalismus - "wir haben öfter damit zu tun"
  • Ambos und Kirchenfenster zerstört: Pfarrer und Kirche ziehen nun Konsequenzen
  • "Möchte niemanden unter Generalverdacht stellen" - Pfarrer Rosenzweig hat trotzdem Vermutung

Die St.-Johanniskirche in Bad Rodach wurde kürzlich "schon wieder" Opfer von Vandalismus. "Wir haben Gott sei Dank eine geöffnete Kirche", erklärt Pfarrer Christian Rosenzweig. "Deshalb ist unser Haus auch tagsüber für die Menschen geöffnet" Am Donnerstagabend (19. Mai 2022) gab es jedoch eine böse Überraschung: Beim Abschließen bemerkte man einen massiven Schaden im Gotteshaus.

St.-Johanniskirche in Bad Rodach nicht zum ersten Mal im Visier 

"Der kirchenhistorische Ambo, besser bekannt als der Lesestuhl, wurde massiv beschädigt. Die vergoldete Lichtabdeckung ist mit der Faust eingeschlagen und zerdellt worden und die Neonröhre, die uns Licht spendet, ist dabei kaputtgegangen und in tausend Teile zersprungen", sagt Pfarrer Rosenzweig.

In derselben Woche wurden außerdem die historischen Buntglasfenster eingeschmissen. "Das sind alte Kirchenfenster aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie zeigen Andachtsbilder und sind vermutlich bleiverglast und bemalt", erläutert der Pfarrer. Mit zwei Steinen wurden die Fenster durchbrochen, "das wird kein geringer Schaden sein, muss man doch auch die Veränderung der Farben wieder rekonstruieren, um das wiederherzustellen."

Die Vorfälle seien jedoch keine Ausnahme. "Das geht schon zwei, drei Jahre", erklärt Pfarrer Rosenzweig. "Wir hatten schon Zündeleien; Holzbalken, die in die Kirche geschmissen wurden, zerrissene Gemeindebriefe und Platzkarten, zerstörte, durch die Gegend geworfene Gesangsbücher oder Kerzen, die entwendet werden."

St.-Johanniskirche zieht Konsequenzen aus wiederkehrendem Vandalismus

Wer für die früheren oder jetzigen Zerstörungen verantwortlich ist, weiß Pfarrer Rosenzweig nicht. "Ich vermute, dass es Jugendliche sind. Vor allem in der Corona-Zeit ist der Vandalismus mehr geworden, vielleicht aus Langeweile." Der Pfarrer betont, dass er niemanden unter Generalverdacht stellen möchte, "aber ich kann mir auch einfach schwer vorstellen, dass ein Erwachsener so etwas tut."

Deshalb zieht die Kirchengemeinde nun Konsequenzen aus den Vorfällen. Zwar soll die Kirche weiterhin öffentlich zugänglich bleiben, aber mit großer Sicherheit werde das Gotteshaus in Zukunft mit einer Kamera videoüberwacht. "Das wird die Folge sein. Wir werden das jetzt in die Wege leiten, wir arbeiten nur noch an der technischen Umsetzung."

Dabei gehe es darum, die "historisch wichtigen Dinge zu erhalten. In der Kirche wird immerhin schon seit 1400 Jahren gebetet." Derweil ermittelt die Polizei weiterhin, um die Verantwortlichen für die Beschädigungen in der Kirche zu finden. Wem in der letzten Zeit verdächtige Dinge rund um die Kirche aufgefallen sind, kann sich telefonisch bei Pfarrer Rosenzweig oder direkt bei der Polizeiinspektion Coburg melden.