Erst als Herrchen ein wenig die Leine lockert, beschnüffelt Aika die Reporterin. Offensichtlich hat diese den Geruchstest der Altdeutschen Schäferhündin bestanden: Das Tier lässt sich streicheln, bleibt dabei ganz ruhig und lässt nur die rosarote Zunge aus der Schnauze hängen. "Aika ist kein hektischer Hund, sie ist ganz cool und ruht in sich selbst", versichert denn auch ihr Besitzer Matthias Saul.

Der 64-jährige Diplom-Pädagoge und Hausleiter eines Service-Wohnens für Senioren in der Bamberger Gartenstadt möchte Aika nicht mehr missen. "Sie ist ein treuer, wunderbarer Begleiter, der sich mir anpasst", sagt Saul, der förmlich dahinschmilzt, wenn Aika ihn aus ihren braunen Rehaugen ansieht. Die Hündin spüre genau, wie es ihm gehe. Ob er unter Stress stehe oder ob er traurig sei, so Saul.

Gute Ausbildung genossen

Vor zehn Jahren hatte er mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern einen Familienhund gesucht. "Einen ansehnlichen großen, der meine Frau beim Joggen im Wald begleitet und der Bezugspunkt für die Kinder ist", erzählt er. Sie fanden Aika, damals acht Wochen jung, ohne besonderen Stammbaum. Aber es war Liebe auf den ersten Blick und der Start einer konsequenten Erziehung dieser Hündin. "Sie war in der Welpen- und Hundeschule", erklärt Saul. Und mache nur Freude, akzeptiere die Familie, zu der inzwischen auch zwei Enkel gehören. "Meine Töchter kümmern sich um Aika, wenn es nötig ist", betont Matthias Saul, der mittlerweile Witwer ist.

Jeder Tag mit Aika beginnt um 5.30 Uhr mit einem ausgiebigen Spaziergang im Wald beim Golfplatz. "Ein gemütlicher Spaziergang", sagt Saul und lächelt, denn die schöne Hundedame mit dem dunkelbraun-schwarzen Fell ist mit nunmehr zehn Jahren nicht mehr die jüngste.

Im hohen Alter noch sehr aktiv

Wie im richtigen Menschenleben schätze dieses weibliche Wesen ihr Alter aber falsch ein: "Sie will immer noch hinter Bällchen herspringen." Es sei faszinierend zu erleben, was das gute Gehör der Hündin im Wald an Geräuschen wahrnehme: "Sie hört mehr als ich", mache durch ihre Reaktionen auf andere Tiere aufmerksam. "Naturerlebnis" nennt Matthias Saul diese Erfahrungen.

Eingeschränkt in seinem Tagesablauf sieht er sich nicht durch die notwendige Fürsorge für Aika: "Ich habe mich auf den Hund eingestellt und fühle mich ihm verpflichtet", betont er. In der Mittagspause ist Saul mit Aika daheim zusammen, abends steht dann wieder Spazierengehen auf dem Programm: mit kleinen Spielchen wie Stöckchen werfen oder verstecken, damit die Sinnesorgane der Hündin trainiert bleiben.

Mit der Nachbarin angefreundet

Auch der gemeinsame Ausflug in Sauls Schrebergarten gehört zum Training und für Aika zu einem Höhepunkt ihres Hundelebens. Denn der Garten ist der einzige Ort, an dem sie ein Leckerli bekommt - von einer dortigen Nachbarin, die sich mit Aika und ihrem Herrchen angefreundet hat.

Aus seinem beruflichen Umfeld weiß Matthias Saul, dass ältere Menschen mit Hund fitter sind, "weil sie bei Wind und Wetter spazieren gehen". Das treffe auf ihn selbst auch zu, meint er. Ihm ist bewusst, dass Aikas Höchstalter bei 14, 15 Jahren liegt. Er ahnt schon jetzt, dass ihm ihr Beschützerinstinkt, ihr Selbstbewusstsein und ihre Kraft eines Tages sehr fehlen werden.

Ein Hund für Zuhause: Was man bei der Anschaffung beachten muss

Gerade in Zeiten von Corona-Homeoffice und Kurzarbeit möchten sich viele Hundefreunde den lang ersehnten Traum vom treuen, vierbeinigen Begleiter erfüllen. Aktuell können sich laut Udo Kopernik, Mitglied im Verband des Deutschen Hundewesens, viele Züchter vor Anfragen kaum retten. Die Wartelisten für einen Hund werden zeitgleich mit der coronabedingten Zuhausezeit immer länger.

Was ist bei der Anschaffung des vierbeinigen Freundes zu beachten? Darf mich mein Hund in alle Bereiche des öffentlichen Lebens begleiten? Lea Schmitz, Pressesprecherin und Leitung der Pressestelle des deutschen Tierschutzbundes e.V., gibt Antworten auf wichtige Fragen:

Darf mein Hund mit an den Arbeitsplatz?

Um abzuklären, ob der Hund mit in das Büro darf, muss zuallererst die Erlaubnis des Arbeitgebers eingeholt werden. Doch selbst wenn die Erlaubnis des Arbeitgebers erteilt wurde, sollte man mit den Kollegen absprechen, ob diese mit einem Hund am Arbeitsplatz einverstanden sind oder ob eventuelle Allergien und Ängste dem Vorhaben im Weg stehen könnten. Außerdem ist auch nicht jedes Arbeitsumfeld für jeden Hund geeignet, dies muss also individuell betrachtet werden.

Darf mein Hund in öffentlichen Gewässern schwimmen?

Ja, es sei denn, entsprechende Schilder verbieten es für vereinzelte Gewässer.

Wo gilt Leinenpflicht für meinen Hund?

Die Regelungen zur Leinenpflicht sind je nach Größe des Hundes und Bundesland unterschiedlich. Generell gilt eine Leinenpflicht an gut besuchten Orten und in öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus und Bahn.

Darf mein Hund bei einem Restaurantbesuch dabei sein?

Auch diese Frage ist pauschal nicht zu beantworten. Vielmehr hängt es ganz individuell von den Reglungen jedes Gastronomiebetriebs ab, ob Hunde dort erwünscht sind oder nicht. Es empfiehlt sich also, das Restaurant im Vorhinein zu kontaktieren, um dies in Erfahrung zu bringen.

Braucht mein Hund ein Erkennungszeichen wie ein Halsband oder Ähnliches?

Grundsätzlich nicht. Jedoch liegt es an der Stadt, feste Vorschriften über das Anbringen der Steuermarke des Hundes an dessen Geschirr oder Halsband zu machen oder es dem Hundehalter selbst zu überlassen, ob er dies für sinnvoll hält.

Was kostet ein Hund in der Anschaffung und Haltung?

Möchte man die Gesamtkosten der Anschaffung und Haltung eines Hundes berechnen, ergeben sich je nach Hunderasse und Größe verschiedene Kosten. Zu den einmaligen Anschaffungskosten kommen die Kosten für eine Hunde-Ausstattung (zum Beispiel Napf, Leine und Körbchen), jährliche Kosten (unter anderem Hundesteuer, Haftpflicht und Futter) und diverse Sonderkosten (unter anderem Tierarztbesuche bei Krankheiten und Hundeschule). Geht man von einer Lebenserwartung des Hundes von ca. 14 Jahren aus, ergeben sich für einen Hund je nach Größe mindestens 12 000 bis 17 000 Euro an Anschaffungs- und Haltungskosten.

Kann mein Hund nur in einer Hundeschule richtig erzogen werden?

Der Besuch einer Hundeschule ist in jedem Fall empfehlenswert, vor allem dann, wenn man nur wenig Vorwissen in Sachen Hundeerziehung vorzuweisen hat. Auch wenn man bereits sachkundig ist, kann professionelle Hilfe hilfreich sein.

Wie oft sollte ich mit meinem Hund zum Tierarzt?

Ist der Hund nicht akut verletzt oder erkrankt, empfiehlt es sich, einmal im Jahr zum routinemäßigen Durchchecken und dem Vornehmen notwendiger Impfungen den Tierarzt aufzusuchen.

Braucht mein Hund eine Versicherung?

Die Vorschriften zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung für Hunde sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Grundsätzlich rät Schmitz zum Abschluss dieser Versicherung für den Hund. Denn sollte der Hund einen Unfall verursachen oder jemanden beißen, zahlt die private Haftpflichtversicherung des Hundehalters nicht. Zudem existieren Kranken- oder OP-Versicherungen, die sinnvoll sein können. Möchte man eine solche Versicherung abschließen, empfiehlt es sich, verschiedene Angebote einzuholen und sich in diesem Zusammenhang auch über eventuell rassetypische Erkrankungen des Hundes zu informieren. lewi