Eine der wichtigsten Fundstellen Europas: Steinbruch bei Bamberg liefert Einblicke in Urzeit

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Steinbruch bei Bamberg liefert Einblicke in Urzeit – wichtige Fundstelle in Europa
Oliver Wings leitet das Naturkundemuseum Bamberg.
Grabung des Naturkundemuseums Bamberg nach Fossilien
Daniel Vogl/dpa
Steinbruch bei Bamberg liefert Einblicke in Urzeit – wichtige Fundstelle in Europa
Im Steinbruch Wattendorf wird nach Fossilien gesucht.
Grabung des Naturkundemuseums Bamberg nach Fossilien
Daniel Vogl/dpa
Steinbruch bei Bamberg liefert Einblicke in Urzeit – wichtige Fundstelle in Europa
Diese Funde gab es jüngst im Steinbruch Wattendorf.
Grabung des Naturkundemuseums Bamberg nach Fossilien
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Steinbruch bei Bamberg liefert Einblicke in Urzeit – wichtige Fundstelle in Europa
Oliver Wings leitet die Grabungen.
Grabung des Naturkundemuseums Bamberg nach Fossilien
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Steinbruch bei Bamberg liefert Einblicke in Urzeit – wichtige Fundstelle in Europa
Die Experten suchen nach Fossilien im Plattenkalk.
Grabung des Naturkundemuseums Bamberg nach Fossilien
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Steinbruch bei Bamberg liefert Einblicke in Urzeit – wichtige Fundstelle in Europa
Ein genauer Blick auf ein Fossil.
Grabung des Naturkundemuseums Bamberg nach Fossilien
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Steinbruch bei Bamberg liefert Einblicke in Urzeit – wichtige Fundstelle in Europa
Bei den Grabungen kommt auch ein Mikroskop für eine erste Einschätzung der Funde zum Einsatz.
Grabung des Naturkundemuseums Bamberg nach Fossilien
Daniel Vogl/dpa

Der Steinbruch Wattendorf bei Bamberg zählt zu Europas wichtigsten Fossilfundstellen. Mit den neuen Grabungen verbinden die Forscher ganz konkrete Hoffnungen.

Der Steinbruch Wattendorf bei Bamberg wird als eine der bedeutendsten Fundstellen für Fossilien in Europa angesehen. Vor Millionen von Jahren befand sich hier, wo heute schwere Baumaschinen arbeiten und Lastwagen fahren, eine Lagune. Nun ist es Wissenschaftlern wieder gestattet, dort zu graben. Ein Team des Naturkundemuseums Bamberg war kürzlich vor Ort.

Es wurde gehämmert, gemeißelt und sortiert. Wattendorf sei "das einzige erdgeschichtliche Fenster" in Süddeutschland, das so detaillierte Einblicke in die Lebewelt vor 154 Millionen Jahren ermögliche, sagte der Direktor des Museums, Oliver Wings. Fossilien aus Wattendorf seien nicht nur relativ häufig, sie seien auch außergewöhnlich gut erhalten und zeigten oft sogar noch versteinerte Weichteile, teilte das Museum weiter mit.

Steinbruch bei Bamberg: Was in Wattendorf bisher schon entdeckt wurde

Die zu untersuchenden Schichten in Wattendorf seien noch einmal rund vier Millionen Jahre älter als etwa in Solnhofen, sagte Wings. Solnhofen (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen) ist eine berühmte Fundstätte für Fossilien im Altmühltal. So erwies sich der Fund eines Flugsauriers als Glücksfall für die Wissenschaft und schließt eine Forschungslücke.

In Wattendorf wurden in den letzten 20 Jahren zahlreiche bedeutende Fossilienfunde gemacht und wissenschaftlich untersucht – so etwa zwei neue Flugsaurierarten. Auch viele andere Wirbeltierarten seien dort entdeckt worden, informierte das Naturkundemuseum – Brückenechsen, Schildkröten, Krokodile und eine große Vielfalt an Fischen, darunter Quastenflosser und Engelhaie. Im Bamberger Museum ist etwa der Balaenognathus maeuseri aus Wattendorf zu sehen, der weltweit bisher einzig nachgewiesene Flugsaurier mit Reußengebiss und mehr als 480 Zähnen.

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Vielleicht findet man sogar kleine Säugetiere?

Und was erhoffen sich die Wissenschaftler von den aktuellen Grabungen in Wattendorf? "Wir wollen unser Verständnis der Urzeit weiter vervollständigen", betonte Wings. Ob bei der ersten Session im Zuge der neu geschlossenen Vereinbarung mit dem Steinbruch-Unternehmen zur Grabung spektakuläre Funde dabei waren, kann man freilich noch nicht sagen: Die meisten Fundstücke müssen erst in der Präparation freigelegt werden.

Der Prozess sei sehr aufwendig, schilderte Wings, oft seien mehrere hundert Stunden für ein Fossil nötig. Der neue Vertrag gilt für vier Jahre. Was man jetzt schon sagen könne: Es seien verschiedene Fische dabei, Schildkrötenreste, viele wirbellose Lebewesen – "alles, was zu der Zeit im Meer und rundherum gelebt hat".

Die Hoffnung wäre, kleine Säugetiere zu finden. Denn bislang seien im Plattenkalk keine Säugetierreste gefunden worden. "Auch andere Landwirbeltiere, wie die Dinosaurier, helfen uns dabei, die damaligen Insel-Ökosysteme besser zu verstehen."

Kotfunde und Speisereste

In der späten Jurazeit, vor rund 154 Millionen Jahren, befand sich im Bereich des heutigen Steinbruchs eine Lagune mit mindestens 40 Metern Tiefe. Unten habe sich eine sauerstoffarme Schicht befunden, wo es keine Bodenlebewesen gegeben habe. Alle in diesem Areal abgesunkenen toten Tiere seien liegengeblieben.

Begrenzt worden sei die Lagune von Riffen, es gab auch Inseln unterschiedlicher Größe, auf denen Flugsaurier gelebt hätten – und wenn die Inseln groß genug gewesen seien, auch Dinosaurier. Man finde hier auch Weichteile wie Hautabdrücke, erläuterte Wings: "Das ist sehr selten und für uns Paläontologen ein großer Vorteil." Gesammelt würden auch versteinerte Kotfunde oder vorgewürgte Speisereste, was Rückschlüsse auf Lebensweisen und Nahrungsnetze erlaube.

In einem Steinbruch bei Rauhenebrach (Landkreis Haßberge) stieß man vor wenigen Jahren auf seltene Saurierfossilien. Experten zeigten sich von dem Überraschungsfund äußerst angetan.

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