Die Typklasse ist ihm zufolge eines von zahlreichen Merkmalen, die den Preis einer Kfz-Versicherung bestimmen. Je niedriger die Typklasse, desto günstiger wirkt sich dies auf den Versicherungsbeitrag aus. Die Typklassen spiegeln die Schaden- und Unfallbilanzen eines jeden in Deutschland zugelassenen Automodells wider. Zur Berechnung der Typklassen werden die Fahrzeugschäden und die dadurch verursachten Reparaturkosten der letzten drei Jahre betrachtet.
Zum Vergleich: Der Skoda Enyaq hat in der Vollkasko die Typklasse 20. Darum bezahlt die Modellfamilie für die Vollkaskoversicherung dieses Autos deutlich weniger.
Grund für die hohen Typklassen – und damit für die hohen Versicherungskosten – dürfte laut Sittig die teure, teilweise lange dauernde Lieferung von Ersatzteilen aus China sein. "Lange Reparaturzeiten erhöhen die Kosten, die von einer Kfz-Versicherung für die Reparatur zu bezahlen sind. In der Folge bekommen solche Autos eine "schlechte“ (teure) Typklasse", erklärt er gegenüber der Mediengruppe Bayern.
Anmerkung der Online-Redaktion: Der von Stiftung Warentest oben genannte BYD Seal U ist auf dem deutschen Markt seit kurzem nur noch als Hybrid neu bestellbar. Allerdings sind auch andere BYD-Autos in hohen Vollkasko-Typklassen eingestuft – etwa der Sealion 7 (Typklasse 30) und der Tang (Typklasse 29).
BYD ist kein Einzelfall: Auch andere Autos aus China sind teuer in der Versicherung
Der BYD ist laut dem Stiftung-Warentest-Finanzen-Redakteur kein Einzelfall. Viele E-Autos von chinesischen Herstellern seien von der Versicherungswirtschaft in der Vollkaskoversicherung in eine hohe und damit teure Typklasse eingestuft. Er nennt dabei diese Beispiele:
"Dass ausnahmslos alle "Chinesen“ in der Versicherung teuer sind, lässt sich allerdings nicht sagen", so der Experte. Der MG 4 Electric ist in der Vollkasko zum Beispiel "nur“ in Typklasse 19 eingestuft, der Skoda aus dem Test in 20. Beim günstigsten Versicherer wäre der MG4 Electric aktuell für 650 Euro Jahresbeitrag zu versichern. Beim teuersten Anbieter wären 1080 Euro zu bezahlen. "Es geht, je nach Modell, also auch günstig", so Sittig gegenüber der Mediengruppe Bayern.
Was sollte man beim Kauf eine Elektroautos aus China beachten?
"Wir raten Verbrauchern, die den Erwerb eines E-Autos aus China in Erwägung ziehen, vor dem Kauf Informationen über die Typklasse einzuholen", erklärt Michael Sittig von der Stiftung Warentest Finanzen. Dies sei etwa über Internetseiten wie autoampel.de oder autoversicherungskompass.de und einen Vergleichsrechner bezüglich der Versicherungskosten zu nutzen (etwa über test.de/kfz-analyse).
Denn erst eine solche Recherche fördere zutage, ob das Auto eher teuer oder eher zu normalen Preisen versichert werden kann. "Viele chinesische Modelle sind ja deshalb so beliebt, weil sie vereinfacht gesprochen viel Technik zum guten Preis bieten. Ein hoher Versicherungsbeitrag kann die Freude über ein solches "Autoschnäppchen“ aber wieder zunichtemachen", erklärt Michael Sittig gegenüber der Mediengruppe Bayern.
Vorschaubild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa