Im Topspiel der 2. Liga zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem 1. FC Kaiserslautern fügen die Roten Teufel dem Club die erste Saisonniederlage zu. Ohne Topstürmer Zoma will dem FCN trotz 31 Torschüssen einfach kein Treffer gelingen.
Die Abwehrkünstler des 1. FC Kaiserslautern haben dem FCN die erste Niederlage in der laufenden Zweitligasaison zugefügt.
Die Pfälzer kämpften sich im Topspiel der 2. Fußball-Bundesliga zu einem 1:0 (0:0) und zogen nach Punkten mit dem Tabellenzweiten aus Nürnberg gleich. Matchwinner war Erencan Yardimci, der per Kopf den entscheidenden Treffer erzielte (58. Minute). Kurios: Stürmer Yardimci war erst zur Pause eingewechselt worden, traf dann in der 58. Minute und musste nicht einmal zehn Minuten später schon wieder verletzt ausgewechselt werden. Der FCK blieb in Nürnberg zum siebten Mal im neunten Spiel ohne Gegentor und stellt mit weiterhin nur vier kassierten Toren die mit Abstand beste Defensive der Liga.
Erste Heimniederlage für den FCN gegen Kaiserslautern in Liga 2
Der Club verlor indes durch die erste Niederlage nach zuvor fünf Siegen und drei Unentschieden den Spitzenreiter Hertha BSC etwas aus den Augen; der Rückstand auf die Berliner beträgt nun schon sieben Punkte. Zudem kassierte der FCN die erste Heimniederlage überhaupt gegen den FCK in der 2. Liga.
Erstmals in dieser Saison war das Nürnberger Max-Morlock-Stadion ausverkauft. Die 47.000 Zuschauer staunten zunächst über die Lauterer Dominanz: In der ersten Viertelstunde bestimmten die Gäste die Partie und hatten durch Naatan Skyttä (3.), Ibrahim Kanaté (7.) und Mario Sauer (14.) gute Torchancen. Der Club musste auf Toptorjäger Mohamed Ali Zoma verzichten, der nach einer Schulter-Operation lange ausfällt. Die erste Chance hatte dann bezeichnenderweise Abwehrspieler Eric Porstner, der einen Kopfball auf die Querlatte setzte (19.). Dies war ein FCN-Aufbruchsignal.
Die Elf von Trainer Miroslav Klose übernahm die Initiative und kam zu Chancen – und gleich zweimal kam es zum Duell zwischen Flügelstürmer Rayan Ghrieb und FCK-Torwart Julian Krahl. Zunächst fischte der Schlussmann einen Abschluss des Franzosen phänomenal aus dem Winkel (23.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte zog Ghrieb erneut von rechts nach innen, auch den Schuss parierte Krahl.
FCK-Keeper Krahl zeigt Glanzparaden – Lautern zieht punktemäßig mit Nürnberg gleich
Es war ein 0:0 der besseren Art - und die Partie legte sogar noch zu. Das lag an zwei Offensiv-Einwechslungen von FCK-Trainer Torsten Lieberknecht: Thierry Tazemeta traf nach einem Konter nur den Pfosten (48.). Yardimci machte es dann per Kopf besser. Der Türke erzielte sein drittes Saisontor. Die Nürnberger drängten auf den Ausgleich, fanden aber kein Mittel gegen die Pfälzer Abwehr um Keeper Krahl.
FCN-Coach Klose äußerte sich nach dem Spiel auch zu dem Zusammenbruch seines Trainerkollegen Vincent Kompany vom FC Bayern. "Ich war auch geschockt", erzählte Klose. Er wünschte Kompany gute Besserung; Gesundheit sei das Allerwichtigste.
Der Coach des FC Bayern war am Freitag an der Säbener Straße kollabiert, während er ein Training der Amateure anschaute. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er noch einige Tage zur Beobachtung und für Untersuchungen bleiben soll. Nach Auskunft von Münchens Sportvorstand Max Eberl wird Kompany dem deutschen Rekordmeister wohl wochenlang fehlen.
"Müssen uns selbst die Freizeit für den Kopf freischaufeln"
Eberl deutete an, dass sich Kompany körperlich übernommen habe. Inwieweit der Zusammenbruch mit einer "saftigen" Virusinfektion zusammenhängt, von der der Trainer zuletzt sprach, das ist nicht bekannt. Offensichtlich aber habe Kompany nicht auf Zeichen seines Körpers gehört, wie Eberl vermutete.
Nürnbergs Klose (48) wurde gefragt, ob es als Trainer im Profifußball schwierig sei, auf sich selbst zu achten. "Es ist nicht einfach, denn wir sind alle stur", antwortete der Weltmeister von 2014 und frühere Stürmer unter anderem bei den Bayern. "Wir müssen uns selbst die Freizeit für den Kopf freischaufeln. Ich merke es selbst bei mir: Ich habe einen Tag in der Woche, wo ich wirklich versuche, ein bisschen früher den Laden zu verlassen. Aber das schaffe ich nicht immer."