"Schwere Störung": Behörde mit neuen Details zu Zwischenfall am Airport München

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Ein Lufthansa-Airbus setzt in München zu früh auf, es gibt Schäden. Jetzt hat die zuständige Behörde einen Zwischenbericht vorgelegt.

Update vom 25.10.2026: Behörde zu Vorfall mit Lufthansa-Airbus – "schwere Störung"

Gut zwei Monate nach den Problemen bei der Landung eines Lufthansa-Airbus in München hat die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) einen Zwischenbericht vorgelegt. Demnach setzte die Maschine 18,8 Meter vor der Schwelle der Landebahn 26L auf und überrollte dabei drei Lampen. Auch sieben Reifen des Hauptfahrwerks wurden beschädigt. Verletzte gab es nicht. 

Die Bundesstelle stuft das Ereignis als schwere Störung ein. Das charakterisiert laut Flugunfall-Untersuchungs-Gesetz (FlUUG) ein Ereignis, dessen Umstände darauf hindeuten, dass sich beinahe ein Unfall ereignet hätte. Eine konkrete Ursache für den Vorfall nennt der Bericht nicht. Ein Abschlussbericht soll voraussichtlich im nächsten Jahr vorliegen. 

Gewitter und schlechte Sicht – schwierige Bedingungen bei Vorfall mit Lufthansa-Airbus in München

Der Airbus war am 17. August aus San Francisco gekommen und hatte dem Bericht zufolge 352 Passagiere sowie 24 Besatzungsmitglieder an Bord. Zum Zeitpunkt des Anflugs herrschten am Flughafen München schwierige Wetterbedingungen mit Gewitter und Regen. Nach Angaben der Besatzung verschlechterte sich die Sicht im Endanflug erheblich. Die Anflug- und Landebahnbeleuchtung war demnach nur eingeschränkt zu erkennen. Nach Daten des Deutschen Wetterdienstes lag die Sicht an der Landebahn bei 800 Metern. Die Besatzung schätzte die Sicht auf höchstens 500 Meter.

Weil an der Bahn das klassische ILS-System (Instrument Landing System) nicht zur Verfügung stand, bei dem Signale vom Boden aus das Flugzeug zur Piste leiten, wurde ein sogenannter RNP-Anflug beschlossen, der über GPS-Satelliten läuft. Hier unterstützt ein Computersystem die Piloten und rechnet die GPS-Daten um.

Nach den Aufzeichnungen des Flugdatenschreibers wich das Flugzeug dennoch im Endanflug zunehmend von der berechneten Flugbahn nach unten ab. In etwa 30 Fuß Höhe – rund neun Meter über dem Boden – bemerkte der Kapitän, dass das Flugzeug zu tief war. Zwei Sekunden später setzte es vor der Schwelle auf.

Flugzeug zu tief – zwei Vorfälle binnen zwei Tagen 

Die Besatzung erfuhr erst nach der Landung, dass Lichter an der Schwelle beschädigt worden waren. Erst auf der Parkposition entdeckte einer der Piloten Schäden an Reifen des Hauptfahrwerks und meldete sie. 

Nur zwei Tage zuvor hatte sich auf derselben Bahn ein Beinahe-Unfall ereignet. Eine Maschine der Vietnam Airlines war beim Start zu langsam. Der Pilot zog die Flugzeugnase hoch, das Flugzeug hob gerade noch ab und landete etwa zwei Stunden später wieder in München. Dabei war am Fahrwerk Qualm zu sehen, Reifen waren geplatzt. 

Passagiere und Besatzung blieben unverletzt. Bei dem Vorfall waren die rund 270 Passagiere und die Crew nach Ansicht von Fachleuten nur knapp einer Katastrophe entgangen. Warum der Flieger nicht ausreichend beschleunigen konnte, ist weiter unklar. Die Airline sprach bereits kurz nach dem Vorfall von einem technischen Problem. Auch diesen Vorfall untersucht die BFU noch.

Ursprüngliche Meldung vom 19.08.2026: Lufthansa-Airbus setzt bei Landung in München zu früh auf

Ein Airbus A380 der Lufthansa hat am Münchener Flughafen kurz nach dem Beinahe-Zwischenfall eines Boeing-Dreamliners die Landebahn verfehlt. Das mit 351 Reisenden besetzte Flugzeug hatte am Montagabend (17. August 2026) zu früh aufgesetzt und die Beleuchtung an der Landebahnschwelle beschädigt, wie das Unternehmen bestätigte. Die Maschine sei jedoch sicher gelandet und alle Passagiere seien unverletzt geblieben, sagte eine Sprecherin. Zuvor hatten RTL und aero.de darüber berichtet.

Eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung teilte mit, ein zu frühes Aufsetzen der Maschine sei nicht dokumentiert. Die Bahn sei am Montagabend für zehn Minuten überprüft worden. Laut Lufthansa hat die A380 bereits auf dem Beton, jedoch vor der mit weißen Blockstreifen markierten Landebahnschwelle aufgesetzt. Der Flughafen sprach auf Nachfrage von einer "geringfügigen Beschädigung" der Beleuchtung im Bereich der östlichen Landebahnschwelle auf der Südbahn des Airports. Die Beleuchtung sei umgehend repariert worden - weniger als eine Stunde nach der Landung der Maschine konnte die Südbahn demnach schon wieder genutzt werden.

Beschädigung nur geringfügig

Nur zwei Tage zuvor war auf derselben Bahn ein Boeing-Dreamliner der Vietnam Airlines beim Start über das Pistenende hinausgeschossen. Passagiere und Crew entgingen nur knapp einem Unglück, weil die Maschine doch noch abheben konnte. Auch hier wurden Lampen der Bahnbefeuerung beschädigt. Die Maschine kehrte zum Münchener Flughafen zurück. Bei der Sicherheitslandung platzten mehrere Reifen, Menschen wurden jedoch nicht verletzt.

Die A380 ist das größte Passagierflugzeug der Welt. Die etwa 13 Jahre alte Lufthansa-Maschine mit dem Kennzeichen D-AIML war am Vorabend als Flug LH459 in San Francisco an der US-Westküste gestartet und nach Flughafenangaben am Montag um 17.23 Uhr in München gelandet. Im Anschluss an die Landung rollte das Flugzeug zu seiner Position am Terminal und die Gäste verließen es regulär, wie Lufthansa berichtete.

Die Ursachen für den Zwischenfall werden wie der Fall der Vietnam Airlines untersucht. Laut Lufthansa hat die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) bereits eine Untersuchung eingeleitet. Das Unternehmen unterstütze diese vollumfänglich. Laut RTL waren die BFU-Mitarbeiter bereits vor Ort und haben die Flugschreiber sichergestellt.

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Vorschaubild: © Peter Kneffel/dpa