Markenprodukt oder Eigenmarke? Bei No-Name-Produkten scheiden sich die Geister. Welche sich wirklich lohnen im Vergleich zur Marke, haben wir zusammengetragen.
Im Regal steht ein Markenprodukt und daneben das gleiche einer Eigenmarke. Wer zur Marke greift, bezahlt allerdings nicht automatisch mehr für eine bessere Qualität. Eigenmarken von Discountern und Supermärkten können bei Geschmack, Inhaltsstoffen und Qualität mit teureren Herstellermarken durchaus mithalten, wie ein Vergleich der Stiftung Warentest zeigt.
1414 Lebensmittel wurden von den Prüfern unter die Lupe genommen. Es zeigt sich: Mit No-Name-Produkten lässt sich Geld sparen, ohne qualitative Abstriche machen zu müssen. Wer beim Einkauf genauer auf den Geldbeutel schauen muss, kann so das Haushaltsbudget entlasten. Bei diesen Produktgruppen lohnt es sich besonders hinzuschauen.
Olivenöl, Kaffee & Co.: Hier überzeugt das No-Name-Produkt
Bei Olivenöl lohnt sich ein Blick auf die Testergebnisse der Stiftung Warentest mehr als auf den Markennamen an sich. Ob ein Öl geschmacklich überzeugt und eine angemessene Qualität bietet, hängt vom konkreten Produkt ab. Ein höherer Preis allein ist kein Qualitätsnachweis. Gerade bei Olivenöl darf verglichen werden. Im neuesten Rapsöl-Test der Stiftung schnitten günstige Discounter-Eigenmarken ebenfalls teilweise besser ab als teurere Premium-Produkte.
Auch bei Kaffee kann sich das No-Name-Produkt lohnen – je nach persönlichem Geschmack und Präferenzen. Die Stiftung Warentest kam im Kaffeebohnen-Preisvergleich zum Schluss, dass Verbraucher bereits bei kleinen Preisunterschieden pro Packung über das Jahr hinweg sparen können, wenn vergleichbare Bohnen, Röstungen und Packungsgrößen eingekauft werden. Die beste Preiskontrolle hat der Käufer primär beim Grundpreis je Kilo für die Kaffeebohnen von Marke oder No-Name-Produkt.
Die Tester der Stiftung Warentest haben sich auch die beliebte deutsche Bratwurst angeschaut. Hier stehen Markenherstellernamen häufig neben Eigenmarken direkt im Kühlregal. In dieser Produktkategorie sollte neben dem Preis allerdings eher auf die Zutaten, den Fettgehalt, die Herkunftsangaben und die Tierwohlkennzeichnungen geachtet werden.
Getränke und Milchalternativen: Blick auf die Zutatenliste lohnt mehr als Preisunterschied
Weitere Produktgruppen, in denen der Markenname nicht alles ist, sind Getränke und pflanzliche Alternativen. Ob natürliches Mineralwasser, Quellwasser oder Tafelwasser im Einkaufswagen landet, macht zwar einen Unterschied. Allerdings viel mehr deswegen, weil die unterschiedlichen Wasserarten auch unterschiedlichen rechtlichen Anforderungen unterliegen. Die Verbraucherzentrale gibt einen Überblick über diese Unterschiede. Ob es nun allerdings Wasser von einem Markenhersteller oder der Eigenmarke ist, spielt aufgrund der in Deutschland strengen Qualitätskontrollen nicht wirklich eine Rolle. Hier entscheidet eher der Geschmack.
Bei Apfelsaft gibt es einen Unterschied zwischen Direktsaft und Saft aus Konzentrat. Beide Produktarten können preislich und durch ihre Herstellung voneinander abweichen. Die Stiftung Warentest nahm Apfelsaft in ihren Vergleich guter Marken- und Handelsmarkenprodukte auf. Ein höherer Preis ist auch hier kein automatischer Qualitätsnachweis.