Die Anwohnerin versteht die Welt nicht mehr: In einer Bamberger Facebookgruppe berichtet sie, dass "seit jeher" in einem bestimmten Abschnitt der Kloster-Banz-Straße "in Parkbuchten" Autos abgestellt wurden. Doch plötzlich hätten alle Fahrzeuge dort Strafzettel bekommen mit dem Hinweis "Parken auf dem Gehweg".

Was ist da los? Die Kloster-Banz-Straße liegt in Bamberg-Ost und verbindet Zollnerstraße und Pödeldorfer Straße. In der langen Querstraßen gelten aktuell unterschiedliche Vorgaben, was das Parken angeht. Der Bereich, den die Anwohnerin anspricht, liegt zwischen der Kreuzung Pödeldorfer Straße/Kloster-Banz-Straße und Härtleinstraße.
Die Straßenschilder zu beachten, ist hier besonders wichtig, denn: "Grundsätzlich darf auf Gehwegen nicht geparkt werden. Damit das gestattet ist, braucht es ein Schild oder eine Markierung", stellt Barbara Dursch, Leiterin des Bamberger Parküberwachungsdienstes (PÜD) klar.

Ein Beispiel dafür findet sich in der gleichen Straße, nur ein Stück weiter nördlich. Claus Reinhardt aus dem städtischen Baureferat erklärt dazu: "Im November 2017 gab es eine Verkehrsrechtliche Anordnung, dass zwischen Härtlein- und Dürrwächterstraße das Parken auf dem Gehweg erlaubt ist." Erkennbar ist das an Schildern wie auf dem obigen Foto.

Das Bild zeigt gleichzeitig, warum die beiden weißen Pkw rechts einen Strafzettel bekommen haben: Sie parken dort, wo es nicht mehr erlaubt ist, weil der Pfeil des Schildes "Gehwegparken" nach rechts hinten zeigt. Steffen Schützwohl aus der städtischen Pressestelle erklärt dazu: "Der Gehweg ist an dieser Stelle sehr eng. Außerdem wird die Sichtbeziehung zu Härtleinstraße eingeschränkt." Deren Einmündung ist noch beim Vorfahrtsschild zu sehen. Deswegen parken die zwei weißen Autos falsch.

Jetzt wird es interessant: "Bei Änderungen der Parksituation wird der PÜD punktuell hingeschickt, um zu schauen, wie es läuft", sagt Steffen Schützwohl. Dabei geht es sowohl um das mittlerweile erlaubte Gehwegparken im nördlicheren Abschnitt der Kloster-Banz-Straße, als auch darum zu prüfen, ob die Plätze vor der Einmündung Härtleinstraße frei gehalten werden. Dort wurde der PÜD direkt fündig - und hat gleichzeitig festgestellt, dass auf der rechten Seite Richtung Pödeldorfer Straße ebenfalls unerlaubt Autos auf dem Gehweg abgestellt waren.


Knöllchen für alle

Deswegen wurden Knöllchen verteilt. Doch warum erst jetzt? Claus Reinhardt und Steffen Schützwohl, die beiden Ansprechpartner der Stadtverwaltung, deuten an: Bisher wurde das Parken auf dem Gehweg geduldet. Schützwohl: "Die Straße liegt nicht im regulären Gebiet des PÜD, der ist nicht flächendeckend im Stadtgebiet unterwegs."
Mancher Anlieger dürfte sich jetzt fragen, wo er dann künftig sein Fahrzeug hinstellen soll, um nicht noch mehr Strafzettel anzusammeln. Schließlich ist die Parkplatzsituation - wie fast überall in Bamberg - nicht gerade entspannt.
An diesem Punkt wird Steffen Schützwohl zum Überbringer guter Nachrichten: "Es darf in Zukunft auch in jenen Buchten geparkt werden, in denen es aktuell noch nicht erlaubt ist." Konkret handelt sich um den Abschnitt am rechten Fahrbahnrand von der Härtleinstraße bis zur Pödeldorfer Straße. Die Anordnung dazu sei just am Freitag erfolgt. Aber obacht: "Das Parken in den Buchten ist erst erlaubt, wenn tatsächlich auch die entsprechenden Schilder stehen", merkt Schützwohl an.
Solange gilt der Grundsatz "Gehwegparken verboten". Deswegen wird auch den Anliegern nichts anderes übrig bleiben, als ihre Strafzettel zu bezahlen - und in Zukunft ganz genau auf die Schilder zu achten. Denn die zwei vermeintlichen "Parkplätze" direkt vor der Einmündung zur Härtleinstraße (siehe Foto) bleiben weiterhin verboten.